Alles LiVE(S)

In Punkto Bedienungskomfort kann LiVES nicht mit dem viel handlicheren Kdenlive mithalten, doch dafür punktet das Programm mit einigen Alleinstellungsmerkmalen: Zum Beispiel das Ladan von Youtube-Clips direkt in das Projekt. Voraussetzung für letzteres ist das Kommandozeilenprogramm Youtube-dl, das sowohl OpenSuse als auch Kubuntu mitbringen. Sehr praktisch wäre auch der Import direkt von DVD – allerdings hat er im Test nicht funktioniert. Darüber hinaus zapft LiVES auf Wunsch Firewire-Kameras und Videokarten an.

Ganz besonders zeichnet sich die Software durch seine Funktionen für Video-Jokeys (besser bekannt als Video-Performance-Künstler) im Menü VJ aus: Im Single-Track-Modus fügt LiVES während des Abspielens in Echtzeit Videoeffekte hinzu. Offensichtlich verdankt das Programm dieser Funktion sogar seinen Namen. Standardmäßig sind die Tasten [Strg]+[1] bis [Strg]+[9] dafür vorbelegt, [Strg]+[0] schaltet alle Effekte aus. Für eindrucksvolle Live-Performances bindet das Programm sogar einen Joystick und ein Midi-Keyboard für die Steuerung der Videowiedergabe und der Effekte ein.

Der Dirigent heißt Jack

Da bei Live-Performances Bild und Ton meist eine Einheit bilden, synchronisiert die Software seine Wiedergabe außerdem auf Wunsch mit dem Soundserver Jack. So gelingt es, Video und Audiosignale aus fast allen Musikprogrammen (Sequencern wie Rosegarden [3], Wave-Editoren wie Audacity [4] oder Drum-Computern wie Hydrogen [5]) auf die Zehntelsekunde genau mit dem Bild synchron zu halten.

Das ist nicht nur bei Performances nützlich: Auch beim Erstellen eines Musikvideos ist es ein großer Vorteil, wenn Sequencer, Drumcomputer und Videoeditor per Jack-Synchronisation quasi live zusammenspielen, denn dann lassen sich in allen drei Programmen jederzeit Einzelheiten anpassen. Andere Videoeditoren erfordern es dagegen, den ganzen Audiotrack vor der Arbeit am Videoclip in eine nicht mehr veränderbare Wave-Datei abzumixen.

Die Redaktion meint

Ein bisschen Politur an der Oberfläche könnte dem Videoeditor LiVES nichts schaden. Allerdings besitzt das Programm mit seinen Live-Videoeffekten für Performance-Künstler und der Jack-Audio-Synchronisation ein bemerkenswertes Alleinstellungsmerkmal.

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