Folienjongleur

Präsentationen basteln

28.12.2012
Eine Präsentation lebt nicht nur von ihrer technischen Brillanz, sondern vor allem vom Talent des Vortragenden und von den vermittelten Inhalten. Wir zeigen, wie Sie mit Impress die technische Seite meistern.

Mit Impress entwickeln Sie tolle Präsentationen – doch das nützt Ihnen mitunter herzlich wenig. Noch immer passiert es, dass Sie den Vortragsort erreichen und Ihr Rechner kein Bild auf die Leinwand wirft. Damit Ihr Vortrag nicht an so einer Banalität scheitert, eröffnen wir den Impress-Workshop mit der Regel Nummer 1: Speichern Sie Ihren Vortrag nicht nur im Impress-Format, sondern auch als PDF-Datei auf einem USB-Stick. So halten Sie ihn zur Not auch mit einem beliebigen anderen Rechner. Regel Nummer 2: Vergessen Sie nicht, Ihre Präsentation beim Erstellen regelmäßig zu speichern. Wenn Sie Pech haben, verabschiedet sich Impress mitsamt Ihrem Vortrag ins Nirwana – [Strg]+[S] schafft Abhilfe.

Keine Sorge: Weitere Binsenweisheiten ersparen wir Ihnen, nun folgen die technischen Details. LibreOffice Impress ist eine freie PowerPoint-Alternative. Das geht so weit, dass Impress mit PowerPoint erstellte Präsentationen öffnet, anzeigt und auch speichert. In den optischen Details kann es jedoch Abweichungen geben – insbesondere die Feinheiten des neuen PPTX-Formats von Microsoft beherrscht die Software noch nicht vollständig. Die gezeigten Layouts und Effekte stimmen mitunter nicht mit denen des Originals überein. Wir empfehlen generell, LibreOffice-Dokumente im hauseigenen ODP-Format zu speichern oder – wie oben erwähnt – im PDF-Format (Abbildung 1), wodurch aber die Übergangseffekte wegfallen.

Abbildung 1: Sichern Sie die Präsentation nach der Vollendung im PDF-Format, läuft sie zur Not auch auf anderen Rechnern, falls Ihr Gerät beim Vorführen streikt.

Was kann Impress?

LibreOffice Impress leistet das, was Sie auch von PowerPoint erwarten: Sie erstellen Folien damit, die Sie als Präsentationen auf Messen, Konferenzen und Projektvorstellungen abspielen. Animierte Übergänge lockern die Präsentationen auf, und Sie integrieren Bilder, 2-D- und 3-D-Clipart, Musik, Tabellen, Diagramme und Videos in die "Slides" (wie sie auf Englisch heißen). Die fertige Slideshow darf auf Wunsch auch automatisch ablaufen, mit von Ihnen voreingestellten Anzeigen- und Pausenlängen.

Zahlreiche Templates und Gestaltungsvorlagen (Abbildung 2) helfen Ihnen beim Gestalten der Präsentation – sie strukturieren die angebotenen A4-Seiten. Generell zielt LibreOffice auf eine 4:3-Bildschirmauflösung ab; eine Standardseite misst 28 mal 21 Zentimeter. Wollen Sie den Vortrag auf einem 16:9-Monitor zeigen, ändern Sie die Breite über Format / Seite auf 37,35 Zentimeter. Apropos Monitor: Impress unterstützt Setups mit mehreren Monitoren.

Abbildung 2: Diverse Layoutvorlagen lassen sich einfach auf eine Folie übertragen und helfen, die Seite zu strukturieren.

So sieht's aus

Wenig überraschend finden Sie das Starticon zu Impress im K-Menü, unter Anwendungen / Büroprogramme. Starten Sie das Programm, landen Sie auf einer dreigeteilten Oberfläche (Abbildung 3), die links die Folien, im Zentrum den Arbeitsbereich und rechts den Aufgabenbereich präsentiert. Letzterer besteht aus mehreren Unterbereichen, die Sie per Aufklappmenü ans Tageslicht bringen. Sie enthalten die Masterfolien (quasi ein Grundgerüst für die Präsentation), die Layouts (mit verschiedenen Layoutvorlagen), einen Bereich für Tabellen, einen weiteren für Benutzerdefinierte Animationen und nicht zuletzt eine Sektion für die Folienübergänge (die den Wechsel zwischen den Folien animieren).

Abbildung 3: Nach dem Start von Impress empfängt Sie eine dreigeteilte Oberfläche. In der Mitte sehen Sie bereits die erste Folie mitsamt einigen Platzhaltern.

Im Kopfbereich des mittleren Arbeitsbereiches erscheinen zudem einige Reiter (auch Ansichten genannt), die Ihnen beim Erstellen der Präsentation ebenfalls unter die Arme greifen. Sie starten in der Normal-Ansicht und strukturieren Ihre Slideshow hier auch. Im Register Gliederung fällt das ganze Layout weg, und Impress zeigt nur die Texte der Folien an – so sie denn im Standardtextfeld stehen – sowie Thema, Titel und die Gliederungsebenen. Sie verschieben hier Einträge, heben Unterpunkte auf eine höhere Ebene und umgekehrt, tauschen Absätze aus und so weiter. Wir fanden die Benutzerführung in diesem Bereich jedoch recht umständlich: Allzu schnell löscht man Folien oder fügt ungewollt neue hinzu. Die Normal-Ansicht eignet sich dafür auch.

Der Reiter Notizen braucht nicht viel Erklärung: Hier ergänzen Sie den Vortrag um Anmerkungen. Interessant ist der Reiter Handzettel, der eine Präsentation auf Papier bringen soll. Sie wählen hier eins von mehreren vorgefertigte Layouts aus, die unterschiedlich viele Folien auf einer Druckseite unterbringen – einige lassen noch Platz für Anmerkungen. Bleibt noch der Reiter Foliensortierung, der Ihnen sämtliche Folien vor Augen führt, die Sie dann neu ordnen, aber auch verändern dürfen – so etwa den Folienübergang.

Auch als hilfreich erweist sich der so genannte Navigator (Abbildung 4). Ihn erreichen Sie über einen Klick auf das kleine blaue Kreuz im Symbolmenü oder über Ansicht / Navigator. Geben Sie den einzelnen Folien Namen, sehen Sie diese in einer Übersicht und springen schnell zwischen ihnen hin und her.

Abbildung 4: Der Navigator zeigt die Folien der Präsentation in einer handlichen Liste an.

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