Ferner liefen

Weitere Änderungen in Kubuntu 12.10 betreffen zum Beispiel den Instant Messenger: Kopete, ein langjähriger, treuer Begleiter des KDE-Desktops, wird offenbar schon länger nicht mehr aktiv betreut und macht nun Platz für eine neue Lösung. Diese heißt Telepathy und kommt auch in Ubuntu zum Einsatz – Kubuntu 12.10 bringt die KDE-Version telepathy-KDE mit.

OwnCloud 4, die Cloud-Lösung für Kubuntu 12.10, erschien bereits im Mai 2012 und bringt interessante Neuerungen mit. Das Programm integriert die Verschlüsselung besser und bietet eine Dateiversionierung sowie ein Rollback-Feature an, das es erlaubt, zu früheren Versionen einer Datei zurückzukehren. ODF-Dateien lassen sich direkt in der Cloud öffnen, ohne sie herunterladen zu müssen, was die Entwickler als Alleinstellungsmerkmal bezeichnen. Experimentell ist die Unterstützung für das Einhängen externer Dateisysteme wie DropBox, FTP oder Google Drive.

Die allseits beliebte Audiolösung Amarok ist nun in Version 2.6 an Bord. Sie beglückt vor allem Besitzer von Apple-Geräten mit einer besseren Benutzbarkeit und erleichtert den Zugriff auf iPhones, iPads und iPods. Amarok kommt besser mit Abspiellisten dieser Geräte klar und schiebt geänderte lokale iPod-Wiedergabelisten direkt auf die tragbaren Geräte.

Weniger Apple-bezogen ist indes die Unterstützung von Alben-Covern für die freien FLAC- und OGG-Formate, die unter Musikfans eine feste Fangemeinde haben. Zudem zeigt Amarok nun standardmäßig die Free Music Charts an, die es sich auf die Fahnen geschrieben haben, eine Auswahl der aktuell besten freien Musik zu präsentieren.

Vorsicht, Eisberge!

Der letzte Satz bringt uns direkt zu den "bereits bekannten Fehlern", welche die Entwickler meist in die Veröffentlichungshinweisen zu Kubuntu 12.10 auslisten. Demnach kann es passieren, dass das Partitionieren bei der Installation versagt, wenn Sie den manuellen Modus verwenden und der Rechner über sehr viele Festplatten oder Partitionen verfügt. Nutzen Sie den Netbook-Modus des Plasma-Desktops, friert dieser womöglich ein, wenn Sie auf Seite 1 klicken – was im Test nicht passierte. Nicht zuletzt erweisen sich die Desktopeffekte als recht schwerfällig, falls Anwender Mesa 9 nutzen. Doch dieser und mögliche andere Bugs können beim Erscheinen dieses Artikels bereits behoben sein oder treten nur auf bestimmter Hardware auf – spielen Sie einfach nach der Installation sämtliche Updates ein.

Glossar

KIO-Slaves

KIO-Slaves (KDE-Input/Output-Slaves) sind KDE-interne virtuelle Dateisysteme, die Linux einen einfachen Zugriff auf Kommunikationsprotokolle wie HTTP und FTP sowie auf Dateien und Anwendungen gestatten.

Infos

[1] ISO-Image von Kubuntu Active zum Download: http://cdimage.ubuntu.com/kubuntu-active/releases/12.10/release/

[2] Mehr zu Aktivitäten: Kristian Kißling, "Volle Kraft voraus!", EasyLinux 04/2011, S. 37 ff., http://linux-community.de/Artikel/24119

[3] Verschlüsselte Aktivitäten: http://ivan.fomentgroup.org/blog/2012/05/19/private-encrypted-activities/

[4] PIM-Komponenten von KDE: http://community.kde.org/KDE_PIM#Applications

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