Bürobedarf

Eine sicherlich spannende neue Entwicklung ist die Konkurrenz für LibreOffice. Bereits seit einiger Zeit arbeitet das KDE-Projekt an einem eigenen Officepaket und will diesem nun wohl zu mehr Popularität verhelfen. Ob das gelingt, wird sich zeigen, zumindest sind im neuen Kubuntu schon mal Kexi (ein Datenbankprogramm) und Krita (eine Grafikbearbeitung) an Bord.

Die Calligra-Suite ist – wie LibreOffice – der Community-Fork einer anderen Officelösung, nämlich von KOffice. Da es persönliche Auseinandersetzungen um die zukünftige Richtung von KOffice gab, liefen zahlreiche Entwickler zur Calligra-Suite über und entwickeln diese nun weiter. Zur Suite gehören: Calligra Words (Textbearbeitung), Calligra Sheets (Tabellenkalkulation), Calligra Stage (Präsentationssoftware), Calligra Flow (Flowchart-Anwendung), Plan (Projektverwaltung), Karbon (Vektorgrafikprogramm) sowie Braindump (Mind Mapper). Diese Komponenten können Sie über die Muon-Programmverwaltung nachinstallieren.

Als weitere wichtige Bürosoftware gilt traditionell der Personal Information Manager (PIM). Dahinter verbirgt sich eine ganze Sammlung von Anwendungen, die sich dem Verwalten von Informationen und Kontakten widmen. Dieser Logik folgend vereint die übergeordnete Anwendung Kontact (Abbildung 4) folgende Komponenten unter einem Dach: KMail (E-Mail-Client), KAddressBook (ein Adressbuch), Akregator (einen umfangreicher RSS-Feed-Reader), KOrganizer (den persönlichen Organizer) sowie KNotes (Notizanwendung). Eine vollständige Liste der Programme gibt es auf der KDE-PIM-Webseite [4].

Abbildung 4: Kontact versammelt zahlreiche nützliche Komponenten unter einem Dach, die KDE-Anwendern dabei helfen, mit anderen Personen zu kommunizieren und die Kontakte zu pflegen.

Die zugehörigen Anwendungen sollten in Kubuntu 12.10 – verglichen mit der Vorgängerversion – weniger Fehler aufweisen und zudem flüssiger reagieren. Auch bringt der PIM einige neue Komponenten mit, die dabei helfen, E-Mails, Kontaktdaten, Filter sowie Adressdaten von Thunderbird und Evolution zu importieren. Die Adressen, die Sie auf den Webseiten von Facebook und Google+ sammeln, lassen sich nun dank zweier Akonadi-Erweiterungen deutlich einfacher in die PIM-Suite importieren.

Da auch Drucker die tägliche Büroarbeit prägen, dürfte es interessieren, dass Kubuntu 12.10 eine neue Oberfläche zum Verwalten dieser Geräte mitbringt (Abbildung 5). Eine weitere Innovation steckt in Okular, dem PDF-Betrachter von KDE: Er erlaubt es jetzt, auf unterschiedliche Weisen Anmerkungen in PDF-Dateien vorzunehmen (Abbildung 6).

Abbildung 5: Ein neues Interface soll das Einrichten von Druckern erleichtern.
Abbildung 6: Okular bietet verschiedene neue Möglichkeiten an, um interessante Passagen in einem PDF-Dokument zu markieren.

Grafik

Auch im Grafikbereich hat sich einiges getan, Kubuntu will hier offenbar mehr auf die Bedürfnisse von Grafikern eingehen. So gibt es ein Konfigurationsfenster für Grafiktabletts, die in diesem Bereich häufig zum Einsatz kommen. Die Farbeinstellungen im Kontrollzentrum nutzen colord, auf das auch Gnome setzt, um valide Farbprofile zu erstellen. Auch neu in der Galerie ist Scanlite (Abbildung 7), ein einfach zu benutzendes Scanprogramm. Beim Vorschauscan gab der Scanner zwar gefährlich klingende Geräusche von sich und zeigte nur ein schwarzes Bild an, der eigentliche Scan klappte aber problemlos.

Abbildung 7: Mit Scanlite bringt nun auch Kubuntu – wie Ubuntu – eine Standardanwendung mit, um Dokumente zu scannen.

Nicht zuletzt wurde die Vollbildansicht für den Bildbetrachter Gwenview verändert, der nun in Version 2.9 vorliegt: Sie orientiert sich optisch an dem vom Anwender eingesetzten Fenstergrafikstil. Der Vollbildmodus operiert unabhängig und lässt sich auch beim Browsen durch den Bilderschatz einschalten, was die Entwickler als eine größere Veränderung preisen. Etwas weniger spektakulär fallen die Neuerungen von DigiKam aus: Für die mitgelieferte Version 2.8 vermelden die Macher der Software vor allem Fehlerkorrekturen.

Ebenfalls zur Abteilung Grafik und Foto gehört ein weiterer Neuling an Bord von Kubuntu 12.10: Kamoso lässt Sie Bilder, Bildsequenzen und sogar komplette Videos (im .mkv-Format) mit der Webcam aufnehmen (Abbildung 8). Zwar hat die Anwendung seit 2009/2010 keine Updates mehr gesehen, ein Entwickler ließ aber im August verlauten, man arbeite an Kamoso – mal sehen, was die Zukunft bringt.

Abbildung 8: Kamoso gibt es schon etwas länger, es ist nun als Webcam-Anwendung an Bord. Filme und Bilder ließen sich im Test problemlos aufnehmen.

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