Fahrt ins Blaue

Kubuntu 12.10 installieren

28.12.2012
Wer die Einfachheit von Ubuntu mit dem Charme eine KDE-Desktops verknüpfen möchte, liegt bei Kubuntu 12.10 genau richtig. Wir zeigen, wie Sie die Linux-Distribution installieren.

Nach einer längeren Odyssee kehrte Linus Torvalds, Vater des Linux-Kernels, Anfang November 2012 zum KDE-Desktop zurück. Im sozialen Netzwerk Google+ [1] begründete er seinen Schritt mit der "Möglichkeit, alle Dinge zu konfigurieren. Und ich habe die wabernden Fenster zurück." Allerdings schweigt sich Linus zugleich darüber aus, welche Distribution er verwendet.

Torvalds ist nicht der einzige, der in letzter Zeit mal wieder KDE probiert – auch unter den Ubuntu-Anwendern gibt es einige, die mit dem Unity-Desktop nicht zurecht kommen. Für sie ist Kubuntu eine naheliegende Wahl, weil es den KDE-Desktop mit Ubuntus Einfachheit und großer Softwareauswahl vereint.

Stabilität vs. Innovation

Begeben Sie sich auf die Download-Seite von Kubuntu [2], erwarten Sie jedoch gleich zwei Versionen der Distribution: Das aktuelle Kubuntu 12.10 und Kubuntu 12.04 LTS (Long Term Support), die vorherige Version vom April mit Langzeit-Support. Offiziell gelten die LTS-Varianten als die stabilen Kubuntu-Versionen, die zum Beispiel Firmen einsetzen, um nicht jedes halbe Jahr auf das neueste Kubuntu wechseln zu müssen. Die LTS-Varianten erhalten fünf Jahre lang Support, was bedeutet, dass Sie nach zwei Jahren direkt auf die nächste LTS-Version springen können – oder erst nach vier Jahren. Im zweiten Fall müssen Sie auf Kubuntu 14.04 LTS upgraden und dann direkt auf die Kubuntu-Version 16.04 LTS, die voraussichtlich im April 2016 erscheint.

Um aber von den brandneuen Entwicklungen rund um Kubuntu und Ubuntu zu profitieren, führt kein Weg um den Einsatz der Version 12.10 herum. Die allerneuesten Desktop-Features landen meist nicht in der LTS-Version. Zudem korrigiert die aktuelle Version mitunter Fehler, unter denen Sie als Nutzer der 12.04 laborieren. Welche neuen Funktionen Kubuntu 12.10 anbietet, lesen Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.

Schritt für Schritt

Es gibt – unter gewissen Voraussetzungen – fast nichts einfacheres, als eine Kubuntu-Installation. Am allereinfachsten ist sicherlich ein Upgrade von Kubuntu 12.04 auf die Version 12.10 (siehe Kasten Kubuntu upgraden). Geht es hingegen um eine Neuinstallation, genügen ein paar Mausklicks, falls Sie ausschließlich Kubuntu auf den Rechner spielen wollen. Das geht zwar auch völlig ohne Vorwissen, doch gerade Einsteiger sollten diesen Artikel lesen, um die Schritte der Installation besser zu verstehen – gerade, wenn es um weniger triviale Installationsszenarien geht. Zunächst beschreiben wir die fünf Schritte, die vor Ihnen liegen, in einer kurzen Übersicht. Aber keine Sorge: Die Schritte 1 und 2 fallen weg, wenn Sie die Heft-DVD verwenden, den Schritt 3 brauchen Sie nur, wenn Sie Windows parallel verwenden wollen.

  1. Sie laden ein Kubuntu-Image als ISO-Datei für Ihre Rechnerarchitektur herunter (oder verwenden die Heft-DVD).
  2. Sie installieren die ISO-Datei auf einen USB-Stick oder schreiben das Image auf eine DVD.
  3. Wollen Sie Kubuntu neben Windows installieren, booten Sie Windows und bereiten eine Partition für Kubuntu vor. Dieser Schritt fällt weg, wenn Ihr Rechner bereits eine freie Partition anbietet oder Sie Kubuntu als alleiniges Betriebssystem installieren wollen.
  4. Sie booten den Kubuntu-Live-Desktop von der Kubuntu-DVD oder dem USB-Stick und testen ihn zunächst, ohne etwas am vorhandenen System zu verändern.
  5. Gefällt Ihnen der Desktop, installieren Sie Kubuntu über einen Doppelklick auf das Installationssymbol auf dem Desktop. Ein grafischer Installer begleitet Sie dann durch den Prozess, am Ende starten Sie den Rechner neu.

Kubuntu upgraden

Nutzen Sie bereits Kubuntu 12.04, müssen Sie die Version 12.10 nicht neu installieren, sondern können auf diese upgraden. Das klappt gewöhnlich problemlos, dennoch sollten Sie für den Fall der Fälle Ihre wichtigsten Daten im Vorfeld sichern. Zugleich müssen Sie dafür sorgen, dass Ihr Rechner am Stromnetz hängt und ins Internet kommt, da Kubuntu beim Aktualisieren Daten aus dem Internet lädt.

Dann spielen Sie über die Aktualisierungsverwaltung (unter Anwendungen / System / Aktualisierungsverwaltung) sämtliche Updates ein, die bisher vorliegen. Dazu bedienen Sie den Button Auf Aktualisierungen prüfen und klicken auf Aktualisierungen installieren, was Ihr Benutzerpasswort erfordert. Abschließend booten Sie den Rechner neu.

Im nächsten Schritt rufen Sie über Rechner im Startmenü die Muon-Programmverwaltung auf und wählen hier Einstellungen / Software-Quellen einrichten. Nach der Eingabe des Passworts erscheint ein Fenster, in dem Sie auf Aktualisierungen klicken, um dann unter Release Upgrade den Eintrag Normal Releases auszuwählen. Anschließend schließen Sie das Fenster, rufen die Aktualisierungsverwaltung erneut auf und klicken auf Aktualisieren neben dem Eintrag Eine neue Version von Kubuntu ist verfügbar. Nach Eingabe des Passworts beginnt der Upgrade-Prozess (Abbildung 1), der eine geraume Weile dauern kann.

Abbildung 1: Verwenden Sie bereits Kubuntu 12.04 LTS, genügt ein einfaches Upgrade, um auf das neue Kubuntu 12.10 zu aktualisieren.

Vielleicht sollten wir noch ein Wort zur Hardware verlieren, unter der Kubuntu am besten läuft. Offiziell empfehlen die Macher einen Rechner mit 512 MByte RAM und freiem Speicherplatz von mindestens 3 bis 4 GByte. In diesem Fall bewegen Sie sich aber eher an der Untergrenze der Hardwareanforderungen. Wir empfehlen Kubuntu für Systeme mit 1 bis 2 GByte RAM, und Sie sollten besser 8 bis 10 GByte Speicherplatz einkalkulieren, denn Sie wollen ja auch mit dem System arbeiten und regelmäßig Updates und verschiedene Software installieren.

Nutzen Sie einen älteren Rechner, sollten Sie sich Lubuntu 12.10 anschauen, das beim Installieren fast genau dieselben Schritte erfordert wie Kubuntu 12.10, aber auch auf wesentlich schwachbrüstigeren Rechnern gut läuft. Alle aktuellen Ubuntu-Versionen (Ubuntu, Kubuntu, Lubuntu, Xubuntu und Ubuntu Studio) finden Sie auf der Heft-DVD dieser Ausgabe. Für moderne Maschinen ist aber KDE die erste Wahl: Es bringt den hübscheren Desktop sowie zahlreiche nette und praktische Spielereien mit.

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