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Shell-Tipps

Know-how für die Kommandozeile

28.12.2012 Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Mit SSH auf entfernten Rechnern arbeiten

Mit SSH arbeiten Sie auf entfernten Rechnern, als säßen Sie direkt davor. Secure Shell heißt nicht nur das Protokoll, sondern auch die Anwendung selbst. Mit dem Kommando ssh, Ihrem Benutzernamen und dem dazugehörigen Passwort melden Sie sich per Terminal oder Konsole auf dem entfernten System an und führen wahlweise Befehle auf der Shell aus oder starten grafische Anwendungen (siehe Tipp ##). Alle Daten wandern dabei verschlüsselt durchs Netz.

Damit das klappt, muss auf Ihrem Rechner ein SSH-Client installiert sein; auf der Gegenseite ist ein SSH-Server erforderlich. Während Ubuntu und andere Debian(-basierte) Systeme Server und Client in zwei getrennten Paketen ausliefern (openssh-client und openssh-server), bietet OpenSuse beide Komponenten in einem einzigen Paket (openssh) an.

Um sich bei einem entfernten Rechner anzumelden, verwenden Sie auf der Shell das Kommando ssh. Zusätzlich geben Sie beim Verbindungsaufbau den Benutzernamen und den Namen des Zielrechners beziehungsweise dessen IP-Adresse an. Heißt der entfernte Rechner beispielsweise lion und ist der Benutzername huhn, tippen Sie Folgendes:

ssh huhn@lion

Alternativ verwenden Sie die IP-Adresse im Befehl, wenn die Namensauflösung nicht funktioniert:

ssh huhn@192.168.2.21

Den Benutzernamen können Sie übrigens weglassen, wenn Ihr Account auf beiden Maschinen gleich heißt. Bei der Passworteingabe sehen Sie keine Sternchen als visuelles Feedback, Sie tippen also blind (Abbildung 1).

Abbildung 1

Abbildung 1: Da der Benutzername auf beiden Rechnern "huhn" heißt, darf er im Kommando fehlen. Das Passwort tippen Sie blind.

Abbildung 1 zeigt übrigens, was bei der allerersten Kontaktaufnahme passiert: Die Gegenseite ist SSH noch unbekannt, und so fragt das Programm, ob Sie die Verbindung wirklich aufbauen wollen. Nach Eingabe von yes schreibt SSH den so genannten Fingerabdruck ("fingerprint") in die Datei known_hosts im versteckten Ordner .ssh in Ihrem Home-Verzeichnis. Bei zukünftigen Verbindungen schaut das Programm dort nach, ob der Fingerabdruck derselbe ist, und verweigert die Verbindung, falls er abweicht [1].

Tipp: Mit SSH grafische Anwendungen starten

Wie im vorigen Tipp erwähnt, ist es auch möglich, grafische Anwendungen über SSH zu nutzen. Die Funktion nennt sich X-Forwarding. Sie setzt voraus, dass auf dem SSH-Server eine solche Weiterleitung erlaubt ist. Sie können das mit einem Blick in die Konfigurationsdatei des Servers schnell überprüfen:

less /etc/ssh/sshd_config

Mit den Pfeiltasten blättern Sie im Programm less hoch und runter, und mit [Q] beenden Sie es. Suchen Sie nach einer Zeile, die einen solchen Eintrag enthält:

X11Forwarding yes

Steht dort no oder ist die ganze Zeile durch ein Rautezeichen (#) am Anfang auskommentiert, ist die Weiterleitung ausgeschaltet. Unter OpenSuse und Ubuntu ist das Feature in der Voreinstellung jedoch aktiviert.

Um ein grafisches Programm einer entfernten Maschine auf dem eigenen Desktop anzuzeigen, geben Sie beim ssh-Aufruf zusätzlich die Option -X an:

ssh -X huhn@lion

Achten Sie darauf, dass es sich um ein großes X handelt; der Kleinbuchstabe bewirkt das Gegenteil und schaltet die Weiterleitung ab. Nach der Passworteingabe starten Sie nun die gewünschte Anwendung (Abbildung 2). Tipp: Setzen Sie hinter den Befehl ein Kaufmannsund-Zeichen ("&"), um den Prozess direkt im Hintergrund zu starten und die Shell nicht zu blockieren [2]. Beachten Sie, dass auch bei einer schnellen Verbindung zur Gegenstelle durchaus Ruckler und andere Performance-Einschnitte auftreten können. Um grafische Programme wirklich flüssig auf entfernten Rechnern zu bedienen, empfiehlt sich gegebenenfalls eher eine Lösung wie X2go oder FreeNX.

Abbildung 2

Abbildung 2: Das X-Forwarding funktioniert auch von Linux zu OS X, wenn dort ein SSH-Server läuft. Hier zeigt der OpenSuse-Desktop die Programme Xeyes, Display (aus dem ImageMagick-Paket) und ein Xterm, die auf dem OS-X-Rechner namens "lion" laufen.

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