Evolution

Der KDE-Desktop

28.12.2012
Der KDE-Desktop ist der Konkurrenz inzwischen eine Nasenlänge voraus und macht richtig Spaß. Wir erklären, was Sie über den Desktop wissen müssen.

Gnome tut es, Ubuntu tut es, doch KDE hat damit angefangen, den eigenen Desktop radikal neu zu erfinden. Während aber Gnome 3 und Unity noch mit den Nachwehen der Transformation kämpfen, ist KDE dank des frühen Wechsels, der dem Projekt viel Kritik einbrachte, schon über den Berg. Optisch macht KDE einiges her, aber auch auf der funktionalen Seite bietet der Desktop tolle Features an – ohne alle alten Zöpfe abzuschneiden.

Lediglich an kleineren Bugs und fehlenden Übersetzungen macht sich hin und wieder bemerkbar, dass sich auch KDE noch entwickelt. Doch die Zahl der Fehler nimmt ab, und den meisten Alltagsaufgaben zeigt sich KDE absolut gewachsen. Allerdings setzt der Desktop, um richtig Spaß zu machen, einen zugkräftigen Rechenknecht voraus.

Sind Sie mit Ihrem aktuellen Desktop unzufrieden sind oder haben Sie schlicht Lust auf etwas Neues, zeigen wir Ihnen hier, wie Sie KDE bedienen und in welchen Bereichen der Desktop punktet. Dabei haben wir uns auf KDE 4.9 konzentriert, dass Kubuntu 12.10 mitbringt. OpenSuse 12.1/12.2 haben die noch etwas älteren KDE-Versionen 4.7 bzw. 4.8 an Bord, die jedoch auch bereits viele der hier geschilderten Fähigkeiten besitzen.

Gäste einladen

Wollen Sie KDE benutzen, landen Sie meist – wie bei anderen Desktops auch – bei einem Loginmanager und müssen die richtigen Logindaten kennen, um sich auf dem Desktop anzumelden. Diese Anmeldung fällt nur dann weg, wenn Sie den Live-Desktop verwenden, um KDE zu testen, oder wenn Sie bereits beim Installieren der Distribution festlegen, dass Sie sich eine automatische Anmeldung wünschen.

Lange war KDM (KDE Display Manager) der Standard-Loginmanager für KDE, bei Kubuntu 12.10 übernimmt das schlankere und flexiblere LightDM-KDE diesen Job. Dessen Anmeldefenster (Abbildung 1) bietet nicht nur die Möglichkeit, den eingerichteten Standardbenutzer zu verwenden, sondern es gibt auch ein Profil namens Guest. Klicken Sie dieses an und dann auf Login, dürfen Sie sich ohne Passwort anmelden und landen ebenfalls auf dem KDE-Desktop. Wie der Name schon andeutet, eignet sich diese Sitzung für Gäste, die über KDE nur schnell mal ins Internet gehen. Jede Gast-Session ist dabei einzigartig und wird – zusammen mit den angefallenen Daten – gelöscht, sobald der Nutzer sich vom Desktop abmeldet. Keine Sorge: Da die Gastnutzer über kein Passwort verfügen, können sie keine Software installieren oder mit den Systemeinstellungen spielen.

Abbildung 1: Um an einer Gastsitzung teilzunehmen, brauchen Sie kein Passwort. Sämtliche Daten, die sich in der Sitzung ansammeln, löscht Kubuntu nach dem Abmelden wieder.

Unten rechts in LightDM sehen Sie noch drei Icons, über die Sie den Rechner in den Schlafmodus schicken, ihn herunterfahren oder neu starten. Um sich auf herkömmliche Weise auf dem Desktop anzumelden, geben Sie das Benutzerpasswort ein und klicken auf das kleine blaue Dreieck.

Wo ist was?

Das KDE-Projekt will mehr sein als ein Desktop, weshalb die KDE-Entwickler mit Vorliebe von KDE SC sprechen, wobei SC für Software Compilation steht. Der Name soll zeigen, dass auch einige Programme (eben die Software Compilation) fest zum KDE-Desktop gehören. Der eigentliche Desktop wird gern als Plasma-Desktop bezeichnet – nach der Technologie, die unter der Haube des Desktops steckt und unter anderem die Widgets beziehungsweise Miniprogramme zeichnet.

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