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Backup auf Tastendruck

Datensicherung mit Shell-Kommandos

28.12.2012 Für die Datensicherung können Sie komfortable Backupprogramme verwenden – doch die müssen Sie erst konfigurieren. Wenn es schnell gehen soll, reicht ein einziger Befehl in der Shell.

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe haben wir das Programm LuckyBackup vorgestellt, mit dem Sie Ihre persönlichen Daten komfortabel auf einem externen Datenträger oder über das Netzwerk auch auf einer entfernten Maschine sichern können. Wer sich den Einsatz der Kommandozeile zutraut, kann aber mit wenigen Kommandos dasselbe erreichen: In diesem Artikel stellen wir die nötigen Kommandos für die Datensicherung auf USB-Platte und -Stick sowie über das Netzwerk vor.

Backup auf Platte und Stick

Haben Sie den Datenträger für Ihre Backups via USB am PC angeschlossen, müssen Sie nur wissen, welche Daten zu sichern sind und unter welchem Mountpoint Sie den Backupdatenträger finden. Alle modernen Linux-Versionen hängen eine via USB angeschlossene Platte bzw. einen USB-Stick in einem Ordner /media/Volumename/ ein, wobei Volumename die Datenträgerbezeichnung ist, die Sie bei Bedarf auch ändern können.

Öffnen Sie ein Terminalfenster, schließen Sie Platte oder Stick an und geben Sie nach kurzer Wartezeit das Kommando mount | grep media ein – in der ausgegebenen Liste sollte sich jetzt ein Eintrag für das frisch angesteckte Speichermedium befinden, z. B. wie der folgende:

/dev/sdf1 on /media/Backup-Platte type vfat (rw, ...)

In diesem Beispiel ist die Partition /dev/sdf1 (auf der externen Platte sdf) mit dem VFAT-Dateisystem (FAT32) formatiert, und Linux hat sie unter /media/Backup-Platte/ eingehängt, weil die Datenträgerbezeichnung "Backup-Platte" lautet. Je nach Situation erscheinen in der Ausgabe noch weitere Datenträger (Abbildung 1), Sie müssen dann den richtigen erkennen. Wenn Sie ein sinnvolles Label vergeben haben, können Sie Stick oder Platte daran gut erkennen.

Abbildung 1

Abbildung 1: In der Anzeige der Mountpoints erkennen Sie externe Platten und Sticks daran, dass die Ausgabezeilen mit "/dev/sd" anfangen. Der hier vorhandene Eintrag für "/dev/sr0" gehört dagegen zu einer DVD.

Sie können nun zunächst einen Unterordner Backups erstellen, in den Sie dann später (regelmäßig) die Daten sichern:

mkdir /media/Backup-Platte/Backup

Um Ihr komplettes Home-Verzeichnis zu sichern, verwenden Sie das Kommando

cp -av /home/USERNAME /media/Backup-Platte/Backup/

in dem Sie USERNAME durch Ihren Benutzernamen ersetzen; die Datenträgerbezeichnung müssen Sie in allen Befehlen anpassen. Das Kommando kopiert rekursiv Ihr komplettes Home-Verzeichnis in den Backupordner und erzeugt dazu zunächst den Ordner /media/Backup-Platte/Backup/USERNAME/ – so können Sie das Backupverzeichnis noch für andere Aufgaben verwenden.

Die Option -a sorgt unter anderem dafür, dass Dateiattribute (soweit möglich) erhalten bleiben. Da im Beispiel die externe Platte ein FAT32-Dateisystem hat, kann cp keine Eigentümerdaten und Zugriffsrechte sichern, aber zumindest die Zeitstempel (Datum der letzten Änderung) bleiben erhalten.

Falls sich in Ihrem Home-Verzeichnis Dateien befinden, für die Sie keine Leserechte haben (z. B. weil Sie diese dort als root erzeugt haben), müssen Sie für eine vollständige Datensicherung dem Kommando noch den Befehl sudo voranstellen und zur Bestätigung das Root-Passwort (OpenSuse) bzw. Ihr eigenes Passwort (Ubuntu) eingeben, z. B. so:

[esser@quadamd:~]$ sudo cp -av /home/esser /media/Backup-Platte/Backup/
[sudo] password for esser:

Der Befehl eignet sich in dieser Form aber nur für das allererste Backup – wenn Sie einige Tage später erneut die Daten sichern wollen und dafür dasselbe Kommando verwenden, kopiert cp wieder sämtliche Dateien. Das ist nicht nötig, und mit der Option -u (für Update) können Sie dafür sorgen, dass der Befehl stattdessen nur die seit dem letzten Backup geänderten Dateien sichert.

Im Kasten "cp" mit Update-Option sehen Sie, wie die Update-Option arbeitet: Nach einem Vollbackup (eines winzigen Beispielordners) haben wir bei zwei Dateien mit touch das Datum der letzten Änderung aktualisiert; der zweite cp-Lauf mit -u überträgt dann nur diese beiden Dateien, und ein unmittelbar folgender dritter cp-Aufruf tut gar nichts. Für die (erneute) Sicherung des Home-Verzeichnisses ergänzen Sie also im cp-Aufruf einfach die Option -u.

"cp" mit Update-Option

[esser@quadamd:tmp]$ cp -rv A/* B/
"A/abc" -> "B/abc"
"A/def" -> "B/def"
"A/ghi" -> "B/ghi"
"A/jkl" -> "B/jkl"
"A/sub/DEF" -> "B/sub/DEF"
"A/sub/ABC" -> "B/sub/ABC"
[esser@quadamd:tmp]$ touch A/def A/sub/DEF
[esser@quadamd:tmp]$ cp -ruv A/* B/
"A/def" -> "B/def"
"A/sub/DEF" -> "B/sub/DEF"
[esser@quadamd:tmp]$ cp -ruv A/* B/
-- (keine Ausgabe)

Größere Änderungen mit "rsync"

Die Update-Option von cp ist bereits hilfreich, doch manchmal ist selbst das Kopieren veränderter Dateien noch zu viel des Guten: Das gilt immer dann, wenn es sich um große Dateien handelt, an denen es nur kleine Änderungen gibt. In solchen Fällen ist es besser, wirklich nur die Änderung zu übertragen, also im Backupverzeichnis die Kopie zu "patchen".

Genau das ist mit dem Tool rsync (remote synchronization) möglich: Der Name deutet schon an, dass das Programm auch entfernte PCs als Ziel (oder Quelle) des Datentransfers akzeptiert. rsync versteht teilweise dieselben Optionen wie cp; Sie können darum für die bisherigen Beispiele einfach cp durch rsync ersetzen und z. B. das Home-Verzeichnis mit

rsync -av /home/esser /media/Backup-Platte/Backup/

sichern; an den Anfang gehört eventuell wieder ein sudo (s. o.). Über die Option -v gibt rsync den Namen jeder Datei aus, die das Tool kopiert; wenn Ihnen stattdessen eine Zusammenfassung lieber ist, lassen Sie die Option -v weg und ergänzen die Langoption --stats (Abbildung 2).

Abbildung 2

Abbildung 2: Über die Langoption "--stats" gibt "rsync" am Ende der Synchronisierung statistische Daten aus, darunter die Anzahl der bearbeiteten Dateien.

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