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© Wu Kailiang, 123RF

Daten auf einem anderen Rechner sichern

Backup im Netz

Dateien auf einer externen Platte zu sichern, reicht meistens aus. Für besonders wichtige Daten sollten Sie zusätzlich über ein Backup im Netz nachdenken, am besten außerhalb der heimischen Wände.

Netzwerkbackups bieten den Vorteil, dass sich Ihre Daten auf zwei Computern befinden – selbst beim Totalausfall einer Maschine haben Sie damit noch Zugriff auf die Sicherung. Steht der zweite PC weit entfernt, schützen Sie sich damit sogar vor Verlusten durch größere Schäden, wie sie durch Brände oder Wasserrohrbrüche verursacht werden.

In Ausgabe 03/2012 haben wir bereits den Dropbox-Dienst [1] vorgestellt, der in erster Linie dazu gedacht ist, Dateien auf mehreren Rechnern und Mobilgeräten zu synchronisieren [2]. Ein Dropbox-Account lässt sich aber auch leicht als Netzwerkbackuplösung einsetzen, sofern Sie dem Anbieter keine allzu wichtigen Dateien anvertrauen; eine LibreOffice-Datei mit Ihren gesammelten Passwörtern gehört z. B. nicht in die Dropbox, auch wenn der Dropbox-Dienst die Dateien verschlüsselt auf seinen Servern speichert.

Betreiben Sie einen eigenen Webserver, können Sie Dateien in einen versteckten oder passwortgeschützten Ordner auf dem Server kopieren und später über einen Webbrowser auf die gesicherten Dateien zugreifen – prinzipiell von jedem Rechner aus. Das ist aber umständlich.

LuckyBackup

Ist auf dem Server der SSH-Zugang aktiviert, können Sie LuckyBackup (siehe Artikel ab Seite 36) verwenden: Das Programm unterstützt auch Netzwerkbackups. Es muss sich dabei nicht um einen vollwertigen Webserver handeln; jeder Linux-PC, den Sie übers Netzwerk via SSH erreichen können, ist geeignet.

Zum Einrichten legen Sie ein neues Profil und darin eine Aufgabe an. In der Aufgabe klicken Sie auf Erweitert – dadurch vergrößert sich das Fenster, und Sie können zum (erst jetzt sichtbaren) Reiter Entfernt wechseln. Dort tragen Sie den Benutzernamen und den Servernamen ein und aktivieren unten die Option ssh (Abbildung 1). Damit ist das Netzwerkbackup im Prinzip eingerichtet – wenn Sie jetzt die Sicherung starten, versucht das Programm aber, auf der Konsole das Passwort zu erfragen. Das ist umständlich und funktioniert nur, wenn Sie LuckyBackup aus einem Terminalfenster heraus gestartet haben. Komfortabel wird es, wenn Sie sich auf dem Server nicht mit Ihrem Passwort, sondern über einen SSH-Schlüssel anmelden. Den können Sie lokal erzeugen und dann auf der Server übertragen. Sie öffnen dazu über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole ein Terminalfenster, in dem Sie die folgenden zwei Befehle ausführen:

ssh-keygen -t rsa

Das erste Kommando fragt Sie nach einer Schlüsseldatei (hier übernehmen Sie die Vorgabe id_rsa) und zweimal nach einer Passphrase (die Sie leer lassen, also nur [Eingabe] drücken). Dann folgt der Befehl

ssh-copy-id benutzer@server

in dem Sie benutzer und server durch den Benutzernamen auf dem Server und den Rechnernamen (oder die IP-Adresse) des Servers ersetzen. Das Kommando erfragt (zum letzten Mal) das Passwort auf dem Server und kopiert dann den Schlüssel dorthin.

Jetzt können Sie die Datensicherung in LuckyBackup starten: Dank der Schlüsselübertragung sind keine Passworteingaben nötig.

Abbildung 1: LuckyBackup beherrscht auch die Datensicherung auf einen entfernten Rechner. Das stellen Sie im erweiterten "Aufgaben"-Dialog ein.

Alternativen

Statt LuckyBackup können Sie auch direkt das Kommandozeilenprogramm rsync verwenden. Wie das geht, lesen Sie im Guru-Training ab Seite 117 dieser Ausgabe.

Es gibt weitere Dienste, die ähnlich wie Dropbox Speicherplatz auf einem Server zur Verfügung stellen; wer Kunde bei einem der großen Internetprovider ist, hat mit dem Internetpaket oft auch Serverplatz für genau diesen Zweck erhalten. Allerdings ist hier häufig eine manuelle Datensicherung nötig.

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