Tipp: Lichtmalerei

Wer kennt Sie nicht, die Lichtmalerei in Fotos (engl. Light Painting). Hierbei handelt es sich um spezielle Fotos, die der Fotograf bei Nacht oder in dunklen Räumen mit Langzeitbelichtung aufnimmt. Während der kurzen Belichtung malen der Fotograf oder ein Helfer mit Hilfe einer Lichtquelle das Bildmotiv in die Luft.

Mit Gimp ahmen Sie diesen hübschen Effekt zu Hause am Rechner nach (Abbildung 2). Alles was Sie dazu benötigen, ist ein abendliches oder nächtliches Basisbild, den Rest übernimmt Gimp.

  1. Rufen Sie zunächst das Basisbild auf (über [Strg]+[O]) und wählen Sie im Werkzeugfenster das Textwerkzeug ([T]) aus. Optimalerweise greifen Sie für den Text zu einer handschriftähnlichen Schriftart, die Sie aus dem Internet herunterladen [1] und in das lokale Verzeichnis ~/.gimp-2.6/fonts bzw. ~/.gimp-2.8/fonts entpacken. Die Schriftgröße passen Sie an das Bildmotiv an. Dann schreiben Sie in weißer Farbe Ihren Text in das Bild, was automatisch eine neue Textebene erzeugt.
  2. Aktivieren Sie die Textebene, wählen Sie aus dem Kontextmenü (rechter Mausklick) den Punkt Auswahl aus Alphakanal und entfernen Sie die weiße Textfarbe über [Strg]+[X].
  3. Klicken Sie auf den Menüpunkt Auswahl / Nach Pfad und anschließend auf Bearbeiten / Pfad nachziehen. Im zugehörigen Dialogfenster wählen Sie die Option Mit Hilfe eines Malwerkzeugs nachziehen aus und aktivieren den Pinsel. Achten Sie darauf, die Option Pinseldynamik emulieren zu aktivieren. Klicken Sie abschließend auf Nachziehen, sollten Sie bereits Änderungen an der Schrift sehen.
  4. Sind Sie mit den Pinseleinstellungen hinsichtlich der Größe oder der Pinselspitze unzufrieden, machen Sie den letzten Schritt rückgängig ([Strg]+[Z]).
  5. Mit einem Doppelklick auf das Pinselsymbol im Werkzeugkasten gelangen Sie an die Werkzeugeinstellungen. Dort passen Sie sowohl Größe als auch die Art der Pinselspitze an. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Länge des Verblassens unter Optionen der Dynamik bzw. Pinseldynamik einzustellen, wobei sich ein Wert zwischen 150 und 200 Pixeln empfiehlt. Wiederholen Sie im Anschluss den Vorgang aus Schritt 3. Das Ergebnis sollte nun schon recht passabel wirken.
  6. Um den Effekt etwas realistischer zu gestalten, ergänzen Sie noch ein paar Lichtkreise. Diese deuten die imaginären Lichtquellen an. Klicken Sie im Ebenenmenü auf die Textebene und rufen Sie den Eintrag Supernova auf, den Sie über den Menüpunkt Filter / Licht und Schatten erreichen.
  7. Achten Sie darauf, im Supernova-Dialogfenster die Vorschau zu aktivieren. Klicken Sie auf Position zeigen unter Mitte der Nova. Es erscheint ein Fadenkreuzsymbol in der Vorschau, über das Sie die Nova im Bild platzieren. Zugleich finden Sie unter dem Eintrag Mitte der Nova die zugehörigen X- und Y-Koordinaten. Vergeben Sie weiß als Farbe und legen Sie mit Hilfe der Regler für Radius, Strahlen und Zufallsfarbton fest, welche Form und Größe die Nova erhält. Sie beenden den Vorgang über die Schaltfläche OK.
  8. Abhängig davon, wie lang Ihr Wort ist, platzieren Sie mit Hilfe des Supernova-Filters weitere Lichtkreise im Bild, indem Sie die Vorgehensweise aus Schritt 7 wiederholen.

    Abbildung 2: Bei der Lichtmalerei bannt der Fotograf mit Hilfe einer Langzeitbelichtung Lichtspuren auf ein Bild. Mit Gimp erzeugen Sie diesen Effekt nachträglich.

Tipp: GEGL-Operator: "c2g"

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um mit relativ wenig Aufwand aus einem Farbfoto ein Schwarz-Weiß-Bild zu erzeugen. Mit wenigen Mausklicks entfernen Sie über den Menüpunkt Farben / Farbton die Sättigung aus dem Bild – das Ergebnis sehen Sie im linken Bereich der Abbildung 3.

Eine interessante Alternative für ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Bilder liefert die GEGL-Operation c2g (c2g steht für color to grey). Zuerst aktivieren Sie GEGL über Werkzeuge / GEGL-Operationen. Unter Operation wählen Sie den Eintrag c2g aus, der Ihnen nach einem Augenblick verschiedene Operationseinstellungen zur Verfügung stellt, darunter Radius, Samples und Iterations. Je mehr die Werte von den Standardangaben abweichen, desto rechenintensiver wird der Vorgang, desto feiner aber auch das Ergebnis. Vor allem mit einer hohen Anzahl an Iterationen (Iterations) verfeinern Sie das Ausgabebild, was aber selbst in der Vorschau viel Rechenleistung benötigt. Experimentieren Sie nun ein wenig mit den Einstellungen, bis Sie mit dem Resultat zufrieden sind.

Abbildung 3: Hinter dem GEGL-Operator "c2g" versteckt sich ein tolles Werkzeug, um ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Fotos zu erzeugen.

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