Effizienter arbeiten mit Gimp

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

28.12.2012
Unsere Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie drei Arten von Bewegungsunschärfe simulieren, flaue Bilder aufpeppen und zum Lichtmalkünstler avancieren.

Tipp: Bewegungsunschärfe simulieren

Wollen Sie alltäglichen oder statisch wirkenden Bildmotiven etwas mehr Dynamik verleihen, würzen Sie diese mit Bewegungsunschärfe nach: Das gelingt, auch im Nachhinein, über den Menüeintrag Filter / Weichzeichnen / Bewegungsunschärfe. Im Dialogfenster des Filters wählen Sie eine der angebotenen Weichzeichnungsarten aus. Zur Verfügung stehen Linear, Radial und Zoom, Abbildung 1 zeigt alle drei Einstellungsoptionen in der hier genannten Reihenfolge.

Wählen Sie die Weichzeichnungsart Lineal aus, um Bewegungsunschärfe in eine bestimmte Richtung zu erzeugen. Im Abschnitt Weichzeichnen-Parameter geben Sie sowohl die Länge als auch den Winkel der Bewegungsunschärfe an; über die Vorschau kontrollieren Sie die Einstellungen. Bei Bedarf schließen Sie vorher mit einem Auswahlwerkzeug Bereiche vom Filter aus, die das fertige Bild scharf darstellen soll – dieser Trick hebt den Effekt deutlicher hervor. Wählen Sie Auswahl / Invertieren, bleiben diese Bereiche scharf und spricht der Filter lediglich den übrigen Bildbereich an. Generell eignet sich diese Weichzeichnungsart gut, um den sogenannten Mitzieheffekt beim Fotografieren zu simulieren.

Die Weichzeichnungsart Radial verwenden Sie, um eine kreisrunde Bewegungsunschärfe zu erzeugen. Achten Sie hierbei auf die passende Positionierung des Unschärfezentrums: Dieses positionieren Sie mit Hilfe der Koordinaten (X und Y) im Bild. Die Auswirkungen kontrollieren Sie über die Vorschaufunktion. Lediglich über den Winkel legen Sie in dieser Auswahl fest, wie stark der Effekt auf das Bild einwirkt – die Längenangabe können Sie nicht beeinflussen. Gimp ermöglicht es Ihnen einmal mehr, bestimmte Bildbereiche vom Effekt auszusparen. Über das elliptische Auswahlwerkzeug ([E]) erstellen Sie zum Beispiel kreisrunde Auswahlbereiche.

Einen Zoomeffekt erzeugen Sie in der Fotografie, indem Sie während der Belichtung die Brennweite ändern. Auch diesen Effekt imitieren Sie in Gimp über den Bewegungsunschärfefilter, indem Sie die Option Zoom auswählen. Über die Eigenschaft Länge beeinflussen Sie, wie stark der Zoomeffekt auf den Betrachter wirkt: Je höher der Wert, desto stärker die Unschärfebewegung. Den Winkel dürfen Sie bei diesem Filter nicht verstellen, dafür die Zusatzoption Weichzeichnen nach außen. Die Wirkung derselben hängt vom Motiv ab und sorgt für einen fließenden Übergang der Bewegungsunschärfe von innen nach außen.

Abbildung 1: Bewegungsunschärfe unterscheidet sich von der normalen Unschärfe darin, dass sie eine klare Richtungsvorgabe besitzt.

Tipp: Der Kontraste-Trick

Flaue Fotos wirken oft unschön, lassen sich aber mit Hilfe der Ebenenmodi im Handumdrehen aufpeppen. Hierzu benötigen Sie lediglich drei Schritte.

  1. Öffnen Sie das gewünschte Bild und rufen Sie den Ebenendialog auf ([Strg]+[L]). Dann erstellen Sie über den Menüpunkt Ebene / Ebene duplizieren ([Umschalt]+[Strg]+[D]) eine Kopie der Ebene mit dem aktuellen Bild.
  2. Stellen Sie den Modus der oberen Ebene auf Weiche Kanten ein. Die Farben im Foto wirken dadurch satter und die Kanten stellt Gimp etwas weicher dar. Alternativ wählen Sie als Modus Überlagern aus, was das Bild zwar verdunkelt, aber die Kantenschärfe beibehält. Beide Modi dunkeln das Bild nicht so stark ab wie der Modus Multiplikation, den Sie am besten links liegen lassen.
  3. Abhängig vom Motiv ist es zudem nötig, die Deckkraft der oberen Ebene um bis zu 50 Prozent zu reduzieren. Sichern Sie abschließend die Änderungen ins Gimp-eigene Dateiformat ([Strg]+[S]) oder exportieren Sie das Motiv – in Gimp 2.8 – mittels [Umschalt]+[Strg]+[E] in ein beliebiges Bildformat.

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