Kontakte in Thunderbird

Anders als Kontact und Evolution handelt es sich bei Thunderbird um einen reinen Mailclient. Dieser bringt zwar sein eigenes Adressbuch mit, in das Sie auch Ihre Google-Kontakte von Hand übertragen können. Für eine automatische Synchronisation benötigt der Mozilla-Sprössling jedoch ein Add-on, das dann regelmäßig die Google-Server kontaktiert. Zwei Add-ons haben wir getestet: Zindus [4] und Google Contacts [5]. Beide installieren Sie über Extras / Add-ons, indem Sie nach dem Namen suchen. In beiden Fällen verlangt der Mailclient danach nach einem Neustart.

Zindus konfigurieren Sie über Extras / Add-ons und die Schaltfläche Einstellungen. Über die gleichnamige Schaltfläche fügen Sie Ihre Gmail-Adresse hinzu. Im folgenden Dialogfenster setzen Sie oben ein Häkchen bei Synchronisiere mit Google, tragen die Adresse und ein Passwort ein und definieren, welches lokale Adressbuch Sie zum Abgleich verwenden möchten (Abbildung 11). Abschließend klicken Sie auf OK und stellen ein, ob alles automatisch passieren soll. Optional stoßen Sie die Synchronisierung über Jetzt synchronisieren von Hand an. Obwohl der Einrichtungsdialog ganz unten sogar eine Option bietet, um die Google-Gruppen zu übernehmen, klappte das im Test nicht.

Abbildung 11: Das Add-on Zindus gleicht Ihre Google-Kontakte mit dem persönlichen Thunderbird-Add-on ab. In diesem Dialog nehmen Sie die Feineinstellungen vor.

Wenn Sie das Aktualisierungsintervall anpassen möchten, finden Sie dafür im Einrichtungsdialog keine Option. Stattdessen gehen Sie über Bearbeiten / Einstellungen / Erweitert und dort zum Reiter Allgemein. Klicken Sie auf Konfiguration bearbeiten und bestätigen Sie die Sicherheitsabfrage. Zwei Schlüssel beeinflussen die Aktualisierung:

extensions.zindus.system.as_timer_delay_on_start
extensions.zindus.system.as_timer_delay_on_repeat

Ersterer definiert die Dauer in Sekunden, wie lange Zindus nach dem Start mit dem Abgleich wartet (Voreinstellung: 3600 Sekunden), der zweite die Anzahl der Sekunden nach dem ersten automatischen Synchronisieren (Voreinstellung: 43200 Sekunden).

Die alternative Erweiterung Google Contacts gleicht ebenfalls in beide Richtungen ab, erkennt in Thunderbird eingerichtete Gmail-Accounts automatisch und erstellt für jedes Konto ein eigenes Adressbuch. Grundsätzlich erkennt dieses Add-on die Gruppen vom Handy (Abbildung 8), allerdings stimmte im Test mit Version 0.6.40 von Google Contacts die Anzahl der Gruppenmitglieder nicht überein. Abbildung 12 zeigt in der Abteilung Arbeit insgesamt nur drei Einträge, richtig wären aber 18.

Abbildung 12: Das Add-on Google Contacts erkennt grundsätzlich die eingerichteten Gruppen, übernimmt aber nicht immer alle Mitglieder.

Kalender abgleichen

Seit ca. vier Jahren bietet Google das Synchronisationsprotokoll CalDAV an. Der Abgleich des Google-Kalenders mit Anwendungen auf anderen Plattformen, darunter nicht nur Android und Linux, sondern auch Windows, OS X und iOS, ist damit ein Kinderspiel. In KDEs Kontact wählen Sie zur Einrichtung in der linken Leiste Kalender aus und starten dann die Konfiguration über das Menü Einstellungen / Kalender einrichten. In der Abteilung Allgemein wechseln Sie zum letzten Reiter namens Kalender und klicken auf Hinzufügen.

Suchen Sie den ersten Eintrag aus dem Menü aus (DAV-Groupware-Ressource, Abbildung 13), tragen Sie aber im folgenden Dialog zu den Anmeldeinformationen nichts ein, sondern klicken Sie auf Abbrechen. Füllen Sie zunächst die Einträge zu Anzeigename, Aktualisierungsintervall, Benutzername und Passwort des Google-Accounts aus. Unten im Bereich Einrichtung des Servers klicken Sie auf Hinzufügen. Markieren Sie unbedingt die Checkbox CalDAV und tragen Sie ins Feld Entfernte Adresse die Adresse des Google-Kalenders ein (siehe Kasten Adressen der Google-Kalender). Markieren Sie nun die Checkbox Besondere Anmeldeinformationen verwenden, tragen Sie den Benutzernamen und das Passwort ein und klicken Sie im Bereich Entdeckte Sammlungen auf Abholen.

Abbildung 13: Kontact arbeitet ganz problemlos mit den Google-Kalendern zusammen. Bei der Einrichtung achten Sie darauf, dass Sie die "DAV-Groupware-Ressource" aussuchen.

Adressen der Google-Kalender

Eine CalDAV-URL hat grundsätzlich diese Form:

https://www.google.com/calendar/dav/Kalender-ID/events

Was genau als Kalender-ID anzugeben ist, finden Sie über die Google-Webseite heraus. Wechseln Sie dort zu den eigenen Kalendern. Klicken Sie rechts neben dem Kalender auf den kleinen Pfeil und wählen Sie aus dem Menü den Eintrag Kalender-Einstellungen aus. Hinter der Kalenderadresse steht neben den XML-, ICAL- und HTML-Buttons die Kalender-ID (Abbildung 14).

Abbildung 14: Die Kalender-IDs Ihrer Google-Kalender finden Sie über die Google-Webseite heraus, wenn Sie die Kalender-Einstellungen besuchen.

Viel unkomplizierter zeigt sich Evolution bei der Einrichtung der Google-Kalender. Wenn Sie diese nicht bereits bei der Ersteinrichtung einbezogen haben, fügen Sie sie nachträglich über die Abteilung Kalender links und dann Neu / Kalender hinzu. Das Drop-down-Menü Art bietet auch Google-Kalender an. Nachdem Sie unter Benutzer Ihre Gmail-Adresse eingegeben, auf Default User Calendar geklickt und das Passwort eingeben haben, suchen Sie im nächsten Dialog einen der eigenen Google-Kalender aus – das war's schon (Abbildung 15).

Abbildung 15: Evolution nimmt Ihnen die meisten Schritte bei der Kalendereinrichtung ab. Hier müssen Sie keine Kalender-ID von Hand eintragen, sondern wählen aus einem Dialogfenster einen Eintrag aus.

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