Gmail unter Linux

Egal, für welchen der drei Mailclients Sie sich entscheiden – die Einrichtung ist kein Hexenwerk. Arbeiten Sie gerne unter KDE und nutzen Sie Kontact oder KMail als eigenständiges Programm, hilft Ihnen der Konten-Assistent. Dieser startet automatisch bei der Ersteinrichtung; später finden Sie ihn auch im Menü unter Extras / Postfach-Assistent. Es reicht, die Mailadresse und das Passwort einzutippen und IMAP auszuwählen, den Rest erledigt das Programm (Abbildung 4).

Abbildung 4: Der Konten-Assistent kontaktiert den Google-Server für die wichtigsten Einstellungen.

Anschließend empfiehlt es sich, in den Konteneinstellungen die Ordnerstruktur anzupassen (Einstellungen / KMail einrichten, Abteilung Identitäten). Klicken Sie auf das Konto und dann rechts auf Ändern und wechseln Sie zum Reiter Erweitert. Den Ordner für versendete Nachrichten und die Entwürfe bzw. Vorlagen können Sie mit den Gmail-Ordnern gleichsetzen, um doppelte Einträge in KMails Struktur zu vermeiden (Abbildung 5).

Abbildung 5: Wenn Sie doppelte Mails auf dem PC vermeiden möchten, passen Sie die KMail-Ordnerstruktur so an, dass der Mailclient die Gmail-Mailfolder verwendet.

Ganz ähnlich verläuft die Konfiguration bei Evolution. Auch hier führt ein Assistent durch die Einrichtung und befragt nach dem Eintragen der Google-Zugangsdaten den Server nach den richtigen Einstellungen für ein- und ausgehende Post. Praktisch: Im Dialog befinden sich zwei Checkboxen Add Google Calendar to this account und Add Google Contacts to this account, über die Sie direkt die Kontakte und den Kalender mit Evolution bekanntmachen (Abbildung 6). Das geht aber auch später noch (siehe Abschnitt Kontakte synchronisieren).

Abbildung 6: Evolution bietet direkt bei der Kontenerstellung an, auch die Kontakte und die Kalender mit einzubeziehen.

Achten Sie auch im Gnome-Mailprogramm darauf, dass Sie die Ordnerstruktur anpassen, um doppelte Mails auf dem eigenen Rechner zu vermeiden. Dazu rufen Sie den Menüpunkt Bearbeiten / Einstellungen / E-Mail-Konten auf, wählen Ihr Google-Konto aus, klicken auf Bearbeiten und gehen zu den Vorgaben. Suchen Sie dort oben rechts bei Spezielle Ordner für die Entwürfe und die verschickten Nachrichten jeweils den passenden Gmail-Eintrag aus.

Der dritte Mailclient in diesem Test war Thunderbird. Damit verlief die Einrichtung ebenso problemlos wie bei den KDE- und Gnome-Programmen. Über Datei / Neu / Neue E-Mail-Adresse erhalten starten Sie die Konfiguration, tragen Ihren Namen, die Mailadresse mitsamt Passwort ein und klicken auf Weiter. Der Mozilla-Sprössling erfragt die Serverdaten vom Provider und zeigt im nächsten Dialog automatisch die passenden Gmail-Einstellungen an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Thunderbird befragt die Mozilla-ISP-Datenbank und setzt die Werte für den Google-Account richtig ein.

Kontakte synchronisieren

Die gute Nachricht vorweg: Der automatische Abgleich des Handy-Adressbuchs funktioniert grundsätzlich mit allen drei Programmen. Kontact, Evolution und Thunderbird zeigen sich allerdings unterschiedlich kooperativ, was die eigene Zuordnung in Gruppen betrifft. Diese Kategorien legen Sie selbst fest und sortieren die Adressbucheinträge wahlweise auf dem Handy (Abbildung 8) oder im Browser.

Abbildung 8: Google verwaltet Ihre Kontakte in unterschiedlichen Gruppen. Im Android-Adressbuch finden Sie diese, wenn Sie auf das Symbol oben links tippen.

Damit der Abgleich mit dem KDE-Adressbuch gelingt, installieren Sie zunächst einige Pakete, die in der Voreinstellung fehlen. Unter Ubuntu benötigen Sie akonadi-kde-resource-googledata, unter OpenSuse akonadi-google. Auf beiden Distributionen landet zusätzliche Software als Abhängigkeit zu den Paketen auf dem Rechner.

Klicken Sie in Kontact links auf Kontakte und dann mit rechts in die Spalte Adressbücher. Aus dem Kontextmenü wählen Sie dann Adressbuch hinzufügen. Im folgenden Dialog haben Sie die Wahl zwischen verschiedenen lokalen Möglichkeiten und Onlinediensten, darunter auch die Google-Kontakte. Fügen Sie über Add den eigenen Account hinzu, tragen Sie die Mailadresse und das Passwort ein und bestätigen Sie über OK. Nicken Sie die Meldungen von Akonadi und KWallet ab, und die Kontakte erscheinen im Adressbuch (Abbildung 9).

Abbildung 9: Das KDE-Programm Kontact synchronisiert das Adressbuch des Handys und zeigt die Google-Kontakte getrennt von den lokalen Einträgen an.

Im Test funktionierte der Abgleich zuverlässig in beide Richtungen. Änderungen in Kontact waren kurze Zeit später auf dem Handy zu sehen, und auch in die andere Richtung klappte der Abgleich nach kurzer Wartezeit. Die Google-Gruppen erkennt das KDE-PIM-Programm jedoch nicht, und auch einige Kontaktbilder landeten nicht auf dem Linux-Rechner.

Bei Evolution haben Sie schon bei der Einrichtung des Gmail-Accounts als Mailkonto die Möglichkeit, die Kontakte abzugleichen. Nachträglich ist das aber auch kein Problem. Dazu klicken Sie auf Kontakte und wählen Neu / Adressbuch. Im folgenden Dialog entscheiden Sie sich bei Art für Google, tragen einen Namen ein und aktivieren optional drei Checkboxen, um die Kontakte automatisch in den Geburtstagskalendern zu nutzen, das Adressbuch zum Standard zu machen und die Autovervollständigung zu aktivieren. Tragen Sie abschließend bei Benutzer die eigene Gmail-Adresse ein und definieren Sie ein Aktualisierungsintervall. Nachdem Sie Ihr Passwort eingegeben haben, erscheinen die Kontakte in einer eigenen Spalte links (Abbildung 10).

Abbildung 10: Evolution überträgt alle Daten aus dem Handy, darunter auch die Kontaktbilder. Zusätzlich dürfen Sie in diesem Programm ein eigenes Aktualisierungsintervall festlegen.

Evolution hatte keine Probleme, auch die Kontaktbilder zu übertragen. Die Einteilung in eigene Gruppen ignoriert allerdings auch das Gnome-Programm.

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