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© Hans-Georg Eßer

Dasselbe in Grün

Android und Linux abgleichen

28.12.2012
Handy, Tablet, Notebook und PC – die meisten Anwender haben mehr als ein Gerät, mit dem sie mailen, surfen, Kontakte und Kalender verwalten. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Daten eines Android-Systems und eines Linux-PCs automatisch abgleichen.

Mit einem Android-Smartphone und einer SIM-Karte mit Datenflatrate sind Sie auch unterwegs immer online. Um im Verlustfall nicht ohne Mails, Kontakte und Kalender dazustehen, gleichen Sie diese Daten einfach mit dem Linux-PC ab. Ein Verbindungskabel und eine Spezialsoftware brauchen Sie dazu nicht. Benutzen Sie Ihr Handy wie vom Hersteller geplant mit einem Google-Konto, hat es schon alles an Bord, um die elektronische Post, das Adressbuch und den Kalender vollautomatisch mit dem Server des Anbieters abzugleichen – eine Internetverbindung vorausgesetzt. Vom Linux-Desktop aus greifen Sie dann auf die Daten in der Cloud zu. Egal, ob Sie etwas auf dem PC oder auf dem Handy ändern, löschen oder hinzufügen: Das andere Gerät weiß dank der Synchronisierung sofort Bescheid und ist stets auf dem aktuellsten Stand.

Besondere Programme sind auf Linux-Seite wie gesagt nicht erforderlich. Die Personal Information Manager Kontact (KDE) und Evolution (Gnome) kooperieren mit der Google-Cloud, und auch Thunderbird erreicht die Mails, Kontakte und Kalender auf dem Server des Herstellers. Das Google-Konto ist darüber hinaus für den Browser Chrome zuständig und verwaltet Ihre Lesezeichen, Erweiterungen, Designs und Einstellungen. Surfen Sie auf dem Desktop lieber mit Firefox oder Opera, ist das gar kein Problem: Auch diese beiden Browser bieten Möglichkeiten zum Abgleich mit dem Android-Handy.

Im Test trat ein Samsung Galaxy Nexus mit Ice Cream Sandwich (4.2.1) an. Auf Desktopseite zeigten die von EasyLinux unterstützten Distributionen OpenSuse 12.1/12.2 und (K)Ubuntu 12.10 mit den dort jeweils aktuellen Programmversionen, wie gut sie kooperieren.

Vorbereitungen

Überprüfen Sie in den Android-Einstellungen, dass die Synchronisierung für Ihr Google-Konto aktiv ist. Dazu blättern Sie bis zum Eintrag Konten, der alle Apps listet, die automatisch abgleichen können (Abbildung 1). Mit einem Fingertipp auf einen Eintrag erfahren Sie nicht nur, ob der Dienst aktiv ist und wann er das letzte Mal synchronisiert hat, sondern nehmen gegebenenfalls auch Feineinstellungen vor. Tippen Sie Google an, sehen Sie ganz oben den Namen des Accounts, der gleichzeitig Ihre E-Mail-Adresse ist. Darunter, im Bereich Datenschutz, definieren Sie für andere Google-Dienste (Maps & Latitude, Suche, Standorteinstellungen, Google+ und Anzeigen), welche Informationen diese nutzen dürfen.

Abbildung 1: In den Android-Einstellungen finden Sie im Bereich "Konten" sämtliche Apps, die Daten synchronisieren können.

Ist das Symbol mit den beiden Pfeilen neben Ihrem Accountnamen ausgegraut, tippen Sie es an. Dann öffnet sich eine weitere Liste mit den einzelnen Google-Diensten. Per Fingertipp in die Checkbox aktivieren Sie gezielt, was Sie mit den Servern abgleichen möchten. Um die in diesem Artikel vorgestellten Lösungswege nachvollziehen zu können, sollten Sie mindestens Gmail, Kalender und Kontakte anschalten. Nutzen Sie bereits die App Chrome auf Ihrem Handy, taucht diese ebenfalls in der Liste auf und benötigt ein Häkchen.

Elektronische Post

Bevor Sie sich um die Einrichtung eines Mailclients kümmern, sollten Sie in den Gmail-Einstellungen selbst auf IMAP umstellen. So bleiben die Nachrichten auf dem Server des Providers, und Sie greifen von beliebigen Geräten aus darauf zu. Dazu besuchen Sie in einem Webbrowser die Gmail-Seite [1], melden sich an, öffnen über das Zahnradsymbol oben rechts die Einstellungen und klicken dann auf den Link Weiterleitung und POP/IMAP (Abbildung 2). Setzen Sie ein Häkchen bei IMAP aktivieren und bestätigen Sie über Änderungen speichern.

Abbildung 2: Bevor Sie mit KMail, Evolution & Co. ein Gmail-Konto einrichten, aktivieren Sie IMAP auf Serverseite.

In der Voreinstellung ist auf dem Android-Handy die Gmail-App [2] (siehe QR-Code) installiert. Zugangsdaten müssen Sie hier normalerweise nicht von Hand eintragen. Bei der Erstkonfiguration des Handys passiert dieses automatisch, und die App greift auf das Google-Konto zu. Viele Benutzer verwenden auch gerne die App K-9 [3] (siehe QR-Code), die genauso schnell eingerichtet ist. Tragen Sie einfach nach dem ersten Start Ihre Google-Mailadresse ein und tippen Sie auf Weiter, den Rest erledigt die App (Abbildung 3).

(Gmail)
(K-9 Mail)
Abbildung 3: Der K-9-Einrichtungsassistent geht bei der Konfiguration zur Hand und erledigt das meiste selbst.

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