Schritt 2: Kubuntu installieren

Als erstes Linux-System installieren Sie das aktuelle Kubuntu, das Sie z. B. auf der Heft-DVD der letzten Ausgabe (EasyLinux 03/2012) finden oder von der Kubuntu-Webseite [6] herunterladen können.

  1. Nach dem Booten der DVD wählen Sie als Installationsart die Option Manuell, um selbst die Partitionierung festlegen zu können.

  2. Verkleinern Sie die vorhandene Windows-Partition – das wird je nach Installation /dev/sda1 oder /dev/sda2 sein. Im Test mit einem frisch installierten Windows 7 gab es auf dem Testrechner noch eine zusätzliche kleine Partition, so dass die eigentliche Windows-Partition /dev/sda2 war. Geben Sie unter Mount point an, dass diese Partition später im Verzeichnis /windows eingebunden wird. Wie viel Platz Sie Windows und Linux auf der Platte zur Verfügung stellen wollen, hängt wesentlich davon ab, unter welchem der Betriebssysteme Sie mehr Programme installieren werden. Sind Sie unsicher, geben Sie Windows ungefähr die halbe Platte, denn auch Ihre unter Linux erstellten Dokumente werden auf dieser Windows-Partition landen. Die Größe tragen Sie in MByte ein, also z. B. 200000 für knapp 200 GByte.

    Der Installer verkleinert sofort die Partition und benötigt dafür einige Minuten.

  3. Unten in der Liste der Partitionen gibt es nun einen Eintrag Freier Speicher. Klicken Sie diesen an und legen Sie über den sich öffnenden Dialog eine neue logische Windows-Partition (die danach als /dev/sda5 erscheint) an. Wählen Sie das FAT32-Dateisystem und als Mount point den Ordner /shared.

  4. Ähnlich legen Sie nun noch weitere Partitionen an, zunächst eine Swap-Partition (/dev/sda6). Für diesen Auslagerungsspeicher, den später sowohl Kubuntu als auch OpenSuse nutzen werden, reichen 4 GByte aus, tragen Sie darum in das Größenfeld 4300 (MByte) ein. Als Typ wählen Sie Auslagerungsspeicher (Swap).

  5. Weiter geht es mit einer Partition, die Sie unter dem Mount point /home einhängen. Darin liegen dann die Home-Verzeichnisse mit den persönlichen Einstellungen und Dateien (außer jenen, die auf der Windows-Partition landen). Als Dateisystem wählen Sie Ext4, als Größe bieten sich 10 bis 20 Prozent der Plattenkapazität an. Diese Partition wird /dev/sda7.

  6. Es folgt die Systempartition für Kubuntu, in Linux-Sprache auch Root-Partition genannt, weil sich hier das Wurzelverzeichnis / (engl. root directory) befindet. Der Dateisystemtyp ist wieder Ext4, der Mount point ist /. Damit erzeugen Sie /dev/sda8.

  7. Schließlich legen Sie noch zwei weitere Partitionen (sda9 und sda10) an, die auch beide den Dateisystemtyp Ext4 erhalten, das Feld Mount point lassen Sie jedoch jeweils leer. Die erste der beiden wird später zur OpenSuse-Systempartition, die zweite ist für spätere Verwendung (etwa die Installation eines dritten Linux-Systems) reserviert.
  8. Überprüfen Sie dann die Tabelle, sie sollte jetzt wie in Abbildung 4 aussehen. Wenn alles passt, klicken Sie auf Jetzt installieren. Es folgen zwei Warnhinweise, die Sie darüber informieren, dass die Partitionen sda9 und sda10 nicht eingebunden werden – das ist in Ordnung.

    Abbildung 4: In der Übersicht sehen Sie alle von Ihnen angelegten Partitionen.
  9. Schließen Sie die Installation ab und probieren Sie am Ende aus, ob sich beide installierten Systeme (Windows und Kubuntu) booten lassen.
  10. Wenn Sie unter Ubuntu angemeldet sind, müssen Sie noch die Einstellungen ändern, mit denen das System die Windows-Partitionen einbindet. Dazu geben Sie in einem Terminalfenster (das Sie z. B. über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole öffnen) das Kommando sudo kate /etc/fstab ein und ersetzen im sich öffnenden Editor in den Zeilen, die /shared bzw. /windows enthalten, die Zeichenfolge umask=007,gid=46 durch umask=077,fmask=177,uid=1000,gid=1000 (Abbildung 5).

    Abbildung 5: Ändern Sie unter Kubuntu die Konfigurationsdatei "/etc/fstab", damit Sie als normaler Benutzer Schreibrechte für die Windows-Partitionen haben.

Anpassungen Kubuntu

Im folgenden Schritt richten Sie Kubuntu so ein, dass die Linux-Anwendungen Dokumente, MP3-Dateien, Bilder und Videos sowie Internet-Downloads nicht auf der Linux-Partition, sondern in den entsprechenden Windows-Ordnern ablegen: Damit haben Sie später auf diese Daten immer Zugriff, unabhängig vom gerade laufenden Betriebssystem.

Öffnen Sie über [Alt]+[F2] und Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster ein Terminalfenster (falls es nicht noch von den letzten Schritten geöffnet ist) und geben Sie dort nacheinander die folgenden Befehle ein, die u. a. einige Ordner löschen – es ist wichtig, dass es sich um ein frisch installiertes Linux-System handelt. (Geben Sie diese Kommandos also nicht auf einer schon länger genutzten Linux-Installation ein, denn dann würden die Ordner Dateien enthalten!)

cd
W=/windows/Users/esser

(Das Kommando cd steht alleine auf einer Zeile. Im zweiten Befehl müssen Sie esser durch Ihren Windows-Benutzernamen ersetzen. Achten Sie auch auf den Großbuchstaben am Anfang von Users – das gilt entsprechend für die folgenden Kommandos.)

rm -r Dokumente
ln -s $W/Documents Dokumente
rm -r Musik
ln -s $W/Music Musik
rm -r Bilder
ln -s $W/Pictures Bilder
rm -r Videos
ln -s $W/Videos Videos
rm -r Downloads
ln -s $W/Downloads Downloads

Mit diesen Befehlen haben Sie die für Dokumente, Musik, Bilder, Videos und Downloads aus dem Webbrowser vorgesehenen Verzeichnisse gelöscht und durch symbolische Links auf die entsprechenden Ordner in der Windows-Installation ersetzt. (Beachten Sie die unterschiedlichen Schreibweisen; Windows verwendet englische Ordnernamen, auch wenn es im Explorer deutsche Übersetzungen anzeigt.) Wenn Sie also in Zukunft unter Windows oder Linux solche Dateien erstellen, landen diese automatisch auf der Windows-Partition.

Damit ist die Einrichtung von Kubuntu vorläufig abgeschlossen. Legen Sie jetzt eine OpenSuse-DVD (z. B. die Heft-DVD dieser Ausgabe ein) und starten Sie den Rechner neu.

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