Importfilter für Fremdformate

Anders als bei OpenOffice wurden in LibreOffice wichtige Code-Teile eines innovativen Forks mit dem früheren Projektnamen Go-oo integriert. Neben einer verbesserten Linux-Integration legten die Go-oo-Entwickler viel Wert auf optimierte Les- und Schreibbarkeit von Fremdformaten proprietärer Office-Software-Anbieter. Das dort gesammelte Know-how ist seit der Fusion mit LibreOffice beständig weiter in die Entwicklung neuer und verbesserter Importfilter eingeflossen, die unter OpenOffice fehlen:

  • Es gab viele Verbesserungen bei der Unterstützung von Microsofts XML-Word-Format (.docx).
  • LibreOffice öffnet seit kurzem auch Microsoft-Visio-Dateien, Corel-Draw- und Lotus-Word-Pro-Dokumente.
  • Auch bei der Kompatibilität mit älteren Word-.doc-Dokumenten hat LibreOffice in der neuesten Version nochmal nachgebessert.

Fazit

Eine erste Zwischenbilanz, etwa zwei Jahre nach der Aufspaltung in zwei getrennte Office-Entwicklungslager, spricht in fast allen Punkten für LibreOffice, das die meisten Distributionen auch vorinstallieren. Zumindest bislang sucht man in Apache OpenOffice vergeblich nach einem neuartigen "Killer-Feature", das eine Abkehr von LibreOffice oder auch nur den Parallelbetrieb beider Pakete rechtfertigen könnte.

Wenn Sie viel Wert auf einen schnellen Programmstart legen, werden Sie mit einem Update auf LibreOffice 3.6 ähnliche Geschwindigkeitsverbesserungen spüren wie beim Einsatz von OpenOffice 3.4.x. Das vermutlich Mitte Oktober erscheinende Ubuntu 12.10 soll LibreOffice in Version 3.6 enthalten. (ahu/hge)

Abbildung 2: Zweimal Writer – oben die LibreOffice-Version, unten OpenOffice. Bis auf die Icons ist zunächst kein Unterschied zu sehen.

OpenOffice unter Ubuntu/Kubuntu

Unter Ubuntu können Sie nicht beide Officepakete parallel nutzen; Sie müssen zunächst LibreOffice deinstallieren.

  1. Rufen Sie im Browser die Seite http://www.openoffice.org/download/other.html auf.
  2. Wählen Sie auf der Webseite in der Zeile Language die Sprache German | Deutsch und dann den Downloadlink der Spalte Linux Intel DEB (bzw. "Linux x86-64 DEB", falls Sie die 64-Bit-Version von (K)Ubuntu installiert haben). Laden Sie die angebotene Datei herunter und verschieben Sie diese in Ihr Home-Verzeichnis.
  3. Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] und anschließender Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster ein Terminalfenster.
  4. Sie können nun LibreOffice deinstallieren, indem Sie folgendes Kommando in das Terminalfenster eingeben:

    sudo apt-get remove 'libreoffice*'
  5. Entpacken Sie das OpenOffice-Installationsarchiv und installieren Sie die enthaltenen Ubuntu-Pakete und die Java-Runtime-Umgebung. Geben Sie dazu in einem frisch geöffneten Terminalfenster folgende Kommandos ein:

    tar xzf Apache*.gz
    cd de/DEBS/
    sudo dpkg -i *.deb
    sudo dpkg -i desktop-integration/*.deb
    sudo apt-get install openjdk-7-jre

OpenOffice unter OpenSuse

Unter OpenSuse ist der Parallelbetrieb beider Officepakete möglich.

  1. Rufen Sie im Browser die Seite http://www.openoffice.org/download/other.html auf.
  2. Wählen Sie in der Zeile Language die Sprache German | Deutsch und dann den Download-Link der Spalte Linux Intel RPM (bzw. Linux x86-64 RPM, falls Sie die 64-Bit-Version von OpenSuse nutzen). Laden Sie die angebotene Datei herunter und verschieben Sie diese in Ihr Home-Verzeichnis.
  3. Öffnen Sie mit [Alt]+[F2] und anschließender Eingabe von konsole in das Schnellstartfenster ein Terminalfenster.
  4. Entpacken Sie das OpenOffice-Installationsarchiv und installieren Sie die enthaltenen RPM-Pakete. Geben Sie dazu in einem frisch geöffneten Terminalfenster folgende Kommandos ein:

    tar xzf Apache*.gz
    cd de/RPMS/
    sudo rpm -Uvh *.rpm
    sudo rpm -i --force desktop-integration/*free*.rpm

Infos

[1] LibreOffice-Projekt: http://www.libreoffice.org/

[2] Apache-OpenOffice-Projekt: http://www.openoffice.org/

[3] OpenOffice 3.4.0 Release Notes: http://www.openoffice.org/development/releases/3.4.0.html

[4] OpenOffice 3.4.1 Release Notes: http://www.openoffice.org/development/releases/3.4.1.html

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2016: Sicher im Internet

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...