Tipp: Den "echten" Pfad herausfinden

Am Anfang steht das Wurzelverzeichnis / – von dort aus leiten sich weitere Verzeichnisse mit Unterordnern und Dateien ab. Wenn Sie in einem Dateimanager wie Dolphin oder Nautilus auf die Baum- oder Listenansicht umschalten, erkennen Sie gut die Verwandtschaftsverhältnisse (Abbildung 3). Dateien und Verzeichnisse finden Sie im Baum über einen Pfad – den absoluten oder den relativen.

Abbildung 3: Der Gnome-Dateimanager Nautilus zeigt in der Listenansicht die Baumstruktur von Verzeichnissen und Dateien an.

Der absolute Pfad nennt ausgehend vom Wurzelverzeichnis alle Unterorder. Heißt Ihr Benutzeraccount beispielsweise petronella, und liegt in Ihrem Home-Verzeichnis ein Ordner Musik, der den Ordner Jethro_Tull und darin das Verzeichnis Crest_of_a_Knave mit insgesamt neun MP3-Dateien enthält, heißt der absolute Pfad zum ersten Song etwa /home/petronella/Musik/Jethro_Tull/Crest_of_a_Knave/01-Steel_Monkey.mp3.

Um einen relativen Pfad anzugeben, beginnen Sie im aktuellen Verzeichnis, auch mit dem Punkt . abgekürzt. Mit dem Kommando pwd finden Sie zunächst heraus, wo im Dateibaum Sie sich befinden:

$ pwd
/home/petronella/Musik/Jethro_Tull

Um die Datei 01-Steel_Monkey relativ anzusprechen, gehen Sie zwei Schritte nach unten:

$ mplayer Crest_of_a_Knave/01-Steel_Monkey
...
Playing Crest_of_a_Knave/01-Steel_Monkey.mp3
Audio only file format detected.
...

Befinden Sie sich hingegen im Verzeichnis Musik/Jethro_Tull und wollen eine Datei im Home-Verzeichnis erreichen, gehen Sie zwei Schritte nach oben, wenn Sie den relativen Pfad meinen. Das übergeordnete Verzeichnis kürzen Sie durch zwei Punkte ab:

mplayer ../../test.mp3

Benötigen Sie aus irgendeinem Grund den absoluten Pfad von Dateien, etwa für ein selbst geschriebenes Skript, können Sie das Tool realpath zu Hilfe nehmen. Bei OpenSuse ist es seit Version 12.2 im Paket coreutils enthalten, Ubuntu-Anwender rüsten es gegebenenfalls durch Installation des Pakets realpath nach. Der Einsatz ist einfach; geben Sie hinter dem Befehl realpath einfach eine Pfadbezeichnung an, die Sie in den "echten" Pfad umwandeln möchten:

$ realpath ../../test.mp3
/home/petronella/test.mp3
$ realpath ~max/Bilder/*
/home/max/Bilder/1.png
/home/max/Bilder/2.png
/home/max/Bilder/3.png

Tipp: Mailadresse zu GnuPG-Schlüssel hinzufügen

Der Schwerpunkt dieser Ausgabe ist "Verschlüsselte Kommunikation", und die Artikel in der Titelstrecke erklären neben der grundsätzlichen Funktionsweise von GnuPG auch die Verwendung in grafischen Tools wie Enigmail und KGpg. Auf der Shell steht Ihnen das Tool gpg mit zahlreichen Optionen zur Verfügung, um auf den Schlüsselbund zuzugreifen, ein neues Schlüsselpaar zu erstellen und so weiter. Zusätzlich bietet das Programm einen Schlüsseleditor, mit dem Sie Fingerabdrücke anzeigen, Schlüssel und Benutzer-IDs auflisten, Signaturen prüfen, einen Schlüssel auf die Smartcard schieben, das Verfallsdatum ändern und vieles mehr.

Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung zeigt, wie Sie zu einem vorhandenen Schlüssel eine weitere Mailadresse beziehungsweise zusätzliche Identitäten hinzufügen. Danach gilt der Schlüssel für alle diese Mailadressen:

  1. Starten Sie den Editor über gpg --edit-key und geben Sie dahinter die Schlüssel-ID oder den Namen an. Dass Sie danach im Schlüsseleditor sind, erkennen Sie am veränderten Prompt Befehl>.
  2. Geben Sie nun das Kommando ein, um eine neue Identität zu ergänzen. Tippen Sie dazu adduid, gefolgt von [Eingabe], und Sie sehen die Aufforderung:

    Ihr Name ("Vorname Nachname"):
  3. Als Nächstes fragt das Tool nach der Mailadresse. Auch diese bestätigen Sie nach dem Hinzufügen über die Eingabetaste. Zu guter Letzt dürfen Sie noch einen Kommentar beifügen, beispielsweise dienstl. Adresse o. Ä.
  4. Nachdem Sie noch einmal [Eingabe] gedrückt haben, zeigt der Schlüsseleditor eine Zusammenfassung:

    Ändern: (N)ame, (K)ommentar, (E)-Mail oder (F)ertig/(B)eenden?

    Über [N] modifizieren Sie gegebenenfalls den Namen, über [K] den Kommentar und über [E] die E-Mail-Adresse. Mit [B] beenden Sie den Vorgang, ohne zu speichern. Drücken Sie hingegen [F], fordert Sie das Programm auf, die Passphrase einzugeben, um den geheimen Schlüssel zu entsperren. Danach zeigt das Tool eine Zusammenfassung der Daten an, und Sie können über die Befehle save und quit die Änderungen speichern und das Programm verlassen. (hge)

Infos

[1] Guru-Training zu Umleitungsoperatoren: Heike Jurzik, "Genial gelenkig", EasyLinux 09/2005, S. 184 ff., http://www.easylinux.de/2005/09/084-umleitungen/

[2] Guru-Training zu Zugriffsrechten: Heike Jurzik, "Zutritt verboten!", EasyLinux 12/2005, S. 78 ff., http://www.easylinux.de/2005/12/078-chmod/

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • undvd, denn es muss keine GUI haben
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sie manche Aufgabe schneller bewältigen als in grafischen Programmen. Wir stellen interessante Anwendungen und Aufrufparameter vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als mit grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Know-how für die Kommandozeile
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Zu Befehl: ps, pstree, lsof, kill
    Linux als multitasking-fähiges System besitzt eine leistungsfähige Prozessverwaltung – durch geschickte Ressourcenaufteilung scheinen Programme nicht nur gleichzeitig abzulaufen, es ist auch wesentlich leichter, sich von Prozessen zu trennen, die Probleme verursachen. Wir stellen Kommandos vor, mit denen Sie kurzen Prozess machen.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 03/2016: Sicher im Internet

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Aktuelle Fragen

Scannen nicht möglich
Werner Hahn, 19.08.2016 22:33, 3 Antworten
Laptop DELL Latitude E6510 mit Ubuntu 16,04, Canon Pixma MG5450. Das Drucken funktioniert, Scann...
Wie kann man das berichtigen
Udo Muelle, 17.07.2016 20:39, 1 Antworten
Fehlschlag beim Holen von http://extra.linuxmint.com/dists/rosa/main/binary-i386/Packages Hash-S...
Installation Genimotion
Horst Müller, 15.07.2016 17:00, 1 Antworten
Hallo, ich kann Genimotion nicht installieren. Folgende Fehlermeldung habe ich beim Aufruf erh...
Probleme beim Hochfahren der Terastaion 5400 mit Unix-Distrib
Sheldon Cooper, 10.07.2016 09:32, 0 Antworten
Hallo ihr lieben, habe seit zwei Tagen das Problem, das das NAS (Raid5) nicht mehr sauber hoch...
Mit Firewire Videos improtieren?
Werner Hahn, 09.06.2016 11:06, 5 Antworten
Ich besitze den Camcorder Panasonic NV-GS330, bei dem die Videos in guter Qualität nur über den 4...