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Vertraulich!

Grundlagen der Verschlüsselung

Anwendungsgebiete

Die klassischste Anwendung für asymmetrische Verschlüsselung ist der Mail-Versand mit PGP bzw. GPG, wie wir ihn im Artikel ab Seite 36 beschreiben. Doch gibt es noch viele weitere Einsatzmöglichkeiten. Ab Seite 44 stellen wir das Programm RetroShare vor: Mit diesem Instant Messenger können Sie chatten und ausgewählten Gesprächspartnern auch Dateien zum Download anbieten. Das Programm verschlüsselt solche Dateien vor der Übertragung, beim Empfänger werden sie wieder entschlüsselt. Damit eignet sich das Programm zum File Sharing im Freundeskreis; kein Dritter kann auf Ihre freigegebenen Dateien zugreifen. Wer die Datenübertragung über das Internet abfängt, sieht nur Datenmüll, weil er den zum Entschlüsseln nötigen privaten Schlüssel nicht besitzt.

Mit GPG können Sie auch händisch Dateien verschlüsseln und dann z. B. als Backup bei einem Webspace-Anbieter parken, dem Sie nicht vertrauen. Sollte der Provider nicht ausreichend sicher mit Ihren Daten umgehen, bedeutet das dann kein Risiko. Wie Sie unter Linux Dateien mit GPG ver- und entschlüsseln, verrät der Artikel ab Seite 54.

Es kommt auch vor, dass ein Verfahren sowohl symmetrische als auch asymmetrische Verschlüsselung einsetzt: Das liegt daran, dass symmetrische Verfahren in der Regel schneller arbeiten (also weniger Rechenzeit benötigen), was sie für das Verschlüsseln sehr großer Datenmengen interessant macht. Das Problem, einen gemeinsamen Schlüssel finden zu müssen, löst man dann, indem man für den Schlüsselaustausch ein (langsameres) asymmetrisches Verfahren einsetzt. Das ist dann aber nur am Anfang der Datenübertragung nötig; sobald sich beide Seiten auf einen gemeinsamen Schlüssel geeinigt haben, nutzen sie für den Rest der Übertragung das symmetrische Verfahren. Die kombinierten Verfahren heißen auch Hybridverfahren.

Verschlüsselte Platte

Statt einzelne Dateien zu verschlüsseln, bevorzugen es viele Anwender, eine ganze Plattenpartition zu verschlüsseln. Beim Zugriff auf eine solche Partition müssen die Daten dann "on the fly" verschlüsselt (beim Schreiben) bzw. entschlüsselt (beim Lesen) werden. Linux enthält bereits die nötige Software, um dies zu tun, es ist aber nicht ganz leicht, dieses Feature nachzurüsten.

Bei der Installation von OpenSuse und Kubuntu kann man angeben, dass die Home-Partition (mit den privaten Nutzerdaten) verschlüsselt wird. Wer nachträglich zumindest einen Ordner einrichten möchte, der alle dort abgelegten Dateien automatisch verschlüsselt, greift am besten auf TrueCrypt (Abbildung 4) zurück, das ein komfortables Setup-Programm mitbringt; Details verrät ein älterer TrueCrypt-Artikel [1].

Abbildung 4: TrueCrypt erlaubt komfortabel das Einrichten eines verschlüsselten Verzeichnis-Containers, den Sie an eine beliebige Stelle mounten können.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


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EasyLinux 02/2013

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