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© Hans-Georg Eßer

Zusammengefasst

Der KDE-RSS-Reader Akregator

07.10.2012
RSS-Feeds helfen dabei, die Informationsflut des Alltags unter Kontrolle zu halten. Mit dem KDE-Programm Akregator gelingt das besonders gut.

Im Internet sehen Sie sich täglich einer wahren Flut von Informationen ausgesetzt. Unzählige Nachrichtenseiten buhlen um Ihre Gunst, für etliche Themen gibt es vielfältige Angebote. Wenn Sie allerdings täglich versuchen, sämtliche wichtigen Websites auf vermeintlich interessante Artikel hin zu durchstöbern, haben Sie bald keine Zeit mehr für andere Dinge. RSS-Feeds ermöglichn es Ihnen, Informationen von diversen Seiten unter einer einheitlichen Oberfläche zu bündeln und ganz bewusst nur die Artikel anzuschauen, die Sie interessieren – die oft aufwendige Suche auf Websites mit unterschiedlichen Layouts ist nicht nötig.

Die Geschichte von RSS

Die Abkürzung RSS steht für Rich Site Summary. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Eine Website stellt die Kerninformationen zu jedem Artikel, den sie veröffentlicht, als kurze Zusammenfassung zur Verfügung. Oft beschränkt sich die per RSS ausgelieferte Information auf den Titel eines Beitrags sowie den Namen des Autors. Manchmal gibt es zusätzlich einen "Teaser", der aus den ersten paar Sätzen des Artikels besteht und so noch besser abschätzen lässt, ob die Lektüre eines Beitrags sich tatsächlich lohnt. Dabei ist es egal, von welcher Seite RSS-Einträge kommen: Das Protokoll ist standardisiert, Nachritenseiten können es genauso nutzen wie Blogs oder andere Dienste. Die Besucher einer Seite laden sich von dieser eine Textdatei mit den RSS-Einträgen herunter und benutzen dazu ein spezielles Programm, den RSS Feed Reader. Dieser stellt die gewonnenen Informationen einheitlich dar, als Anwender erhalten Sie also eine schnelle Übersicht über neue Inhalte auf allen Seiten, deren RSS-Feeds Sie abonniert haben. Interessiert Sie ein Artikel, klicken Sie auf den Eintrag im RSS-Reader und gelangen unmittelbar zum vollen Text auf der Website des Anbieters.

Klingt genial, ist es auch – das passende RSS-Programm vorausgesetzt. Wenn Sie KDE einsetzen, haben Sie Glück: Der hauseigene RSS-Reader des KDE-Projekts, der auf den Namen Akregator hört, ist schnell und vielseitig.

Akregator installieren

Akregator ist der offizielle RSS-Reader für KDE und gehört als solcher fest zur Desktop-Umgebung. Wenn Sie mit OpenSuse oder Kubuntu unter KDE arbeiten, ist das Programm wahrscheinlich schon installiert – andernfalls genügt es, über die Paketverwaltung das Paket akregator nachzuinstallieren. Danach lässt sich das Programm über das K-Menü starten, der Menü-Eintrag lautet Akregator und ist auch über die Suche im KDE-Menü zu finden.

Wenn Sie Akregator zum ersten Mal starten, machen Sie sich am besten zunächst mit seiner Oberfläche vertraut. Das Akregator-Fenster ist in zwei Bereiche unterteilt: Links sehen Sie eine Liste der Feeds, die Sie abonniert haben. Im rechten Teil wird ein Eintrag angezeigt, wenn Sie ihn aus der Liste links auswählen. Über diesen beiden Fensterbereichen finden Sie Buttons, mit denen Sie die geladenen RSS-Einträge aktualisieren oder als gelesen markieren. Übrigens: Nachdem Sie das Tool zum ersten Mal gestartet haben, wirkt die Oberfläche des Programms etwas leer; das liegt daran, dass Akregator noch keine RSS-Feeds abgeholt hat. Nach einigen Sekunden tauchen in der Liste links neue News auf, womit Akregator Ihnen seine Einsatzbereitschaft vermeldet (Aufmacherbild).

Artikel lesen

Wenn Sie links auf einen Eintrag auf der Liste klicken, teilt sich der rechte Teil des Fensters erneut. Oben sehen Sie nun alle Einträge, die zu dem ausgewählten Feed gehören, im größeren Bereich darunter finden sich die Texte zur gewählten Überschrift. Wie viel Text zu einem RSS-Eintrag gehört, bestimmt der Dienstanbieter. Nachrichtenseiten liefern häufig nur den schon erwähnten Teaser, um Leser auf die Website zu locken und ihnen so eventuelle Werbung anzuzeigen; nicht-kommerzielle Websites wie etwa die des KDE-Projekts verteilen im RSS-Feed oft komplette Artikel, so dass zum Erhalt einer Information der Besuch der dazugehörigen Website gar nicht mehr nötig ist. Am Ende jeder Nachricht befindet sich – in jedem Fall – der Link zum Online-Inhalt, der nach einem Klick im Browser erscheint.

Eigene Feeds hinzufügen

Akregator wäre nicht annähernd so praktisch, böte es nicht die Möglichkeit, eigene Feeds zu definieren. Tatsächlich bietet Akregator diese Option – wenn Sie die Adresse eines Feeds haben, der in Akregator als Nachrichtenquelle aufscheinen soll, ist die Sache geritzt. Die meisten Websites bieten RSS-Feeds an, aber genau an dieser Stelle beginnt die Sache kompliziert zu werden.

Nicht wenige Anbieter bieten RSS-Feeds zwar an, verstecken die Links zu den Feeds auf ihrer Website allerdings sehr gut. Auf der Website von Spiegel Online, immerhin laut diversen Statistiken die meistbesuchte deutschsprachige Nachrichtenseite, findet sich auf der Startseite der Link zu einer Übersicht der verschiedenen Feeds, der allerdings etwas unter geht. Leichter zu finden ist der Feed auf der Website der Linux Community – und zwar nicht zuletzt deshalb, weil er das klassische RSS-Icon verwendet (Abbildung 1). Wann immer Sie dieses Icon sehen, sind Sie auf dem richtigen Weg.

Abbildung 1: Auf der Website der Linux-Community erkennen Sie den RSS-Feed am typischen RSS-Symbol. Anders …

Das Hinzufügen von Feeds in die Liste, die Akregator verwaltet, ist danach ein Kinderspiel:

  1. Klicken Sie im Akregator-Hauptfenster in der Dateileister auf Nachrichtenquelle / Nachrichtenquelle hinzufügen. Es erscheint ein Fenster, in das Sie den Link zum RSS-Feed eintragen. Im Beispiel der Linux-Community ist dieser Link http://www.linux-community.de/rss/feed/main. In der Regel ist es aber gar nicht nötig, den RSS-Link herauszufinden, weil die meisten Webseiten mit ihrer regulären Homepage gleich über ein spezielles Tag einen Verweis auf die RSS-Feed-Adresse ausliefern. Sie könnten im Beispiel also auch einfach http://www.linux-community.de/ eingeben (Abbildung 2). Nur wenn eine Seite mehrere, etwa nach Themen sortierte Feeds anbietet, brauchen Sie die korrekte Feed-Adresse.

    Abbildung 2: Indem Sie einen Link zu einem RSS-Feed in die Zwischenablage kopieren, sorgen Sie dafür, dass Akregator ihn automatisch einfügt.
  2. Klicken Sie auf Ok, zeigt Akregator ein Fenster mit den Feed-spezifischen Einstellungen an. Auf dem ersten Reiter können Sie ein eigenes Intervall für den Abruf der neuen Feed-Einträge festlegen. Tun Sie das nicht, nutzt Akregator den programmweiten Standardwert.
  3. Nützlich ist in diesem Fenster auch der Eintrag Über neue Artikel informieren: Kreuzen Sie diese Option an, wird bei neuen Nachrichten eines Feeds in der KDE-Startleiste eine entsprechende Notiz erscheinen. So ersparen Sie sich das regelmäßige Nachschauen in Akregator und verpassen trotzdem keine neuen Einträge.
  4. Auf dem zweiten Reiter Archiv stellen Sie ein, wie das Programm Feed-Einträge archiviert. Im Normalfall verschwinden RSS-Einträge nach einiger Zeit von den Webseiten – wenn Sie diese archivieren, bleiben sie Ihnen dauerhaft erhalten. Das betrifft aber nur die via RSS übertragenen Daten und nicht etwa die darüber verlinkten Artikel.
  5. Wenn alle Einstellungen vorgenommen sind, klicken Sie auf Ok, um den Vorgang abzuschließen.

Übrigens: Wenn Sie den Link eines RSS-Feeds in die Zwischenablage kopieren, nimmt Akregator Ihnen Arbeit ab. Beim Hinzufügen eines neuen Feeds fügt es den Eintrag aus der Ablage automatisch in das Adressfeld des Dialogs ein, so dass Sie bloß noch auf OK klicken müssen.

Feeds sortieren

Akregator fügt den Feed dann in die Liste der Nachrichtenquellen ein, und zwar unterhalb des Eintrags, der zuletzt ausgewählt war. Möchten Sie hier für Ordnung sorgen und Ihre Feeds kategorisieren, ist das kein Problem:

  1. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Alle Nachrichtenquellen (den Eintrag ganz oben) und wählen Sie Neuer Ordner aus. Akregator legt einen neuen Ordner in der Seitenleiste an und bietet Ihnen an, diesem einen Namen zu geben.
  2. Verschieben Sie nun den eben hinzugefügten Feed per Drag & Drop in den neuen Ordner. Möchten Sie später weitere Feeds abonnieren, wählen Sie vorher in der Seitenleiste den Ordner aus, zu dem der neue Feed hinzuzufügen ist. Den Rest erledigt Akregator selbstständig.

Wichtige Artikel im Überblick behalten

Ähnlich wie ein Mailprogramm bietet Ihnen auch Akregator einen Weg, um einzelne Artikel als wichtig zu markieren. Das ist hilfreich, wenn ein Artikel besonders interessante Informationen enthält und Sie ihn später schnell wieder finden möchten. Einen Artikel markieren Sie so:

  1. Wählen Sie den Artikel aus, so dass er im rechten unteren Teil des Akregator-Fensters angezeigt wird.
  2. Klicken Sie dann oben in der Liste mit der rechten Maustaste auf den Titel des Artikels und wählen Sie im Kontextmenü Als wichtig markieren aus. Vor dem Titel des Artikels erscheint nun ein kleiner Briefumschlag mit einem roten Ausrufezeichen.
  3. Um die als wichtig markierten Artikel zu sehen, klicken Sie im rechten Teil des Fenster auf den Button rechts neben der Suchleiste, der die Aufschrift Alle Artikel trägt. Wählen sie im Drop-down-Menü den Eintrag Wichtig aus, um nur die wichtigen Artikel anzuzeigen.

Fazit

Mit Akregator behalten Sie komfortabel den Überblick über alle Nachrichtenquellen, die den RSS-Dienst anbieten. Da es sich um den Standard-Feed-Reader von KDE handelt, sind nicht mal Installationsarbeiten nötig, um das praktische Programm zu nutzen.

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