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Surfen mit Komfort

Webbrowser Opera 12.0

13.07.2012
Im Juni hat Opera seinen Browser auf Version 12 aktualisiert – Zeit, mal wieder einen Blick auf die Firefox-Alternative zu werfen.

Opera [1] ist seit vielen Jahren ein treuer Begleiter der Linux-Benutzer, der Hersteller hatte schon 1999 damit begonnen, Linux-Versionen anzubieten. In den ersten Jahren war Opera ein kostenpflichtiges Programm, 2005 kam eine werbefinanzierte Gratisversion hinzu, ab September 2005 gab es den Browser dann gratis und ohne Werbeeinblendungen [2]. Um Open Source Software handelt es sich aber nicht, die Quellen sind nicht verfügbar.

Dennoch ist Opera immer einen Blick wert: Es gibt den Browser für Windows, Mac OS, Linux, FreeBSD und Solaris sowie als Mobilversionen (Opera Mobile und Opera Mini) für diverse Handy-Betriebssysteme, darunter auch Apple iOS (nur Mini) und Android.

Opera ist traditionell für seine hohe Geschwindigkeit beim Darstellen von Webseiten bekannt, in einigen Tests mit aufwendigen Webseiten konnten wir aber keinen Vorteil gegenüber Firefox auf demselben Rechner feststellen. Beim Peacekeeper-Benchmark [3] in einer virtuellen Maschine erreichte Opera 1483 Punkte gegenüber 1307 Punkten für Firefox 13.0.1; das sind (nur) ca. 13 % mehr – diese Messwerte erklären, warum im Normalbetrieb auf einem schnellen Rechner die Unterschiede kaum auffallen.

Surf-Komfort

Interessanter als der Geschwindigkeitsvergleich fällt da ein Blick auf die Komfortfunktionen aus. Opera kann schon lange (auch ohne ein Plug-in) die Tableiste statt am oberen Rand auch an den übrigen drei Fensterrändern anordnen. Für Power-Surfer sind die linken und rechten Ränder eine gute Wahl, weil hier deutlich mehr Platz ist. Auf einem großen Bildschirm lassen sich so locker 30 Webseiten in separaten Tabs öffnen und über die Tableiste schnell ansteuern. Unabhängig von der Position der Tableiste zeigt Opera immer ein recht großes Vorschaubild an, wenn Sie den Mauszeiger kurze Zeit über einem nicht aktiven Tab verweilen lassen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Den richtigen Tab zu finden, ist in Opera dank Vorschaubildern kein Problem.

Seit Version 10 zeigt Opera auf Wunsch visuelle Tabs an. Die eher schlichte Reiterleiste können Sie per Drag & Drop nach unten aufziehen, so dass Opera anstelle von beschrifteten Reitern Vorschaubilder der geöffneten Webseiten zeigt. Anwender, die die Tableiste am linken Fensterrand platziert haben, sehen automatisch die Vorschaubilder. Diese Vorschau können Sie auch komplett abschalten, indem Sie nach einem Rechtsklick in die Tableiste die Option Anpassen / Vorschaubilder in Tabs aktivieren im Kontextmenü deaktivieren.

Öffnen Sie mit [Strg]+[T] einen neuen (leeren) Tab, zeigt Opera dort eine Reihe von Vorschaubildern für Ihre Lieblingswebseiten an – die Sie dort zunächst einrichten müssen. In älteren Opera-Versionen konnten Sie hier ein festes Raster vorgeben (z. B. 3 x 4 Bilder), jetzt ist es standardmäßig möglich, beliebig viele Seiten anzulegen, die Opera abhängig von den Fensterabmessungen sinnvoll anordnet. Alternativ können Sie eine feste Spaltenzahl erzwingen, indem Sie per Rechtsklick auf eine freie Stelle der Schnellwahlseite im Kontextmenü den Eintrag Schnellwahl konfigurieren aufrufen.

Flash-Support ist bei Opera von Anfang an integriert, so dass z. B. Webseiten wie YouTube direkt funktionieren.

Wer Opera auf mehreren Rechnern einsetzt, wird dankbar die Funktion Opera Link aktivieren, welche über mehrere Opera-Installationen Bookmarks, den Inhalt der Schnellwahlseite und die History der eingegebenen Webadressen synchronisieren kann. Das funktioniert nicht nur zweischen PC-Versionen von Opera, sondern auch mit den Mobilversionen. Firefox hat dieses Feature inzwischen auch, Opera Link gibt es aber schon länger. Um die Synchronisation zu aktivieren, rufen Sie den Menüpunkt Opera synchronisieren / Synchronisierung aktivieren auf.

Für langsame Internetverbindungen bietet Opera einen eigenen Proxy, der Bilder komprimiert und damit schneller auf den heimischen PC übertragen kann. Die Funktion heißt Opera Turbo und ist über ein Icon in der Statusleiste ein- und ausschaltbar.

Extras

Opera kann mehr als ein klassischer Browser und integriert u. a. RSS-basierte Nachrichtenquellen und einen E-Mail-Client. Mit letzterem hatten wir im Test allerdings Schwierigkeiten: Beim Versuch, auf einen gut gefüllten Google-Mail-Account zuzugreifen, holte das Programm nur einige mehrere Jahre alte E-Mails und wollte die aktuellen Nachrichten nicht anzeigen. Erst nach einem Opera-Neustart und einigen Minuten Wartezeit tauchten die aktuellen Mails auf, der Mail-Client war aber noch nicht benutzbar, weil er versuchte, die Kopfzeilen von sämtlichen (ca. 75.000) E-Mails herunterzuladen. Gut gelöst: An der Farbe einer E-Mail erkennt man schnell, ob diese schon heruntergeladen wurde. Schwarz bedeutet, sie ist da; Blau heißt, sie liegt nur auf dem Server. Klickt man eine blaue Mail an, lädt Opera diese und färbt den Eintrag um.

Die Einrichtung des Mail-Accounts war ansonsten problemlos: Aus E-Mail-Adresse und Passwort bastelte sich Opera selbständig die benötigten Daten (die Server für Mail-Eingang und -Ausgang) zusammen.

Eine Rechtschreibprüfung hilft beim Verfassen von E-Mails (Abbildung 2) und beim Schreiben im Browser – etwa bei Forenbeiträgen. Das klappt aber zunächst nur mit englischen Texten. Das deutsche Wörterbuch müssen Sie erst aus dem Internet nachladen, dazu klicken Sie z. B. im Mail-Editor mit den rechten Maustaste und wählen aus dem Kontextmenü Wörterbücher / Wörterbucher hinzufügen/entfernen. Dann erscheint eine Liste der unterstützten Sprachen, in der Sie Deutsch auswählen.

Abbildung 2: Lustig: Operas Rechtschreibprüfung kennt das Wort "Opera" nicht.

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