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Malen mit Zahlen

Vektorgrafiken mit LibreOffice Draw

13.07.2012
Vektorgrafiken lassen sich mit dem LibreOffice-Modul Draw erstellen und bringen gegenüber herkömmlichen Grafiken einige Vorteile mit. Der Workshop zeigt, wie Sie solche Grafiken erstellen.

Vektorgrafiken, auch Bézierkurven genannt, sind das ideale Werkzeug, um Blickfangpunkte in Form von eigener Clipart zu erstellen. Im Gegensatz zu Pixelgrafiken – etwa digitalen Fotos – lassen sich diese Kurvenobjekte ohne Qualitätsverlust vergrößern oder verkleinern, da ihre Bauteile auf mathematischen Formeln beruhen. Bekannt gemacht wurden diese Kurven Anfang der 1960er Jahre vom französischen Ingenieur Pierre Bézier.

Die Symbolleiste

Mit den in LibreOffice enthaltenen Werkzeugen entwerfen Sie solche Objekte mit ein paar Mausklicks. Die dafür nötigen Werkzeuge finden Sie in der Symbolleiste Zeichnen von LibreOffice Draw, die Sie über Ansicht / Symbolleisten / Zeichnen aufrufen. Alternativ erreichen Sie die Helfer – in abgespeckter Form – auch in Writer oder Impress auf. Damit die Namen der Symbole bei Mauskontakt auch tatsächlich erscheinen, rufen Sie Extras / Optionen auf und kreuzen unter LibreOffice / Allgemein das Kästchen Tipps an.

In der Leiste, welche die Elemente zum Zeichnen enthält, stehen unter anderem die Werkzeuge Kurve, Polygon, Polygon (45°) und Freihandlinie bereit – jeweils als Umriss und in Form eines gefüllten Objekts (Abbildung 1). Sie bedienen alle Werkzeuge ähnlich, was die Einarbeitung erleichtert. Mit den vier oberen Werkzeugen aus Abbildung 1 zeichnen Sie geschlossene Gebilde mit einem Umriss und einer farbig gefüllten Fläche. Die vier Werkzeuge der unteren Reihe erzeugen Kurven, die nicht geschlossen sind und keine Füllung mitbringen. Sie können auch diese Kurven nachträglich schließen und mit Farbe füllen.

Abbildung 1: Mit einer eigenen Symbolleiste zeichnen Sie in LibreOffice Draw Bézierkurven.

Das Zeichnen einer einfachen Bézierkurven kann eine frustrierende Angelegenheit sein, weil diese Kurven nicht aus gezeichneten geschwungenen Linien, sondern aus gesetzten Punkten bestehen, deren Verbindungslinien Sie – ähnlich wie ein Gummiband – in die gewünschte Form ziehen. Um Ihnen mühevolle Experimente zu ersparen und zu verhindern, dass Sie sich im Dschungel von Knoten und Stützpunkten verirren, zeigt der Artikel Schrift für Schritt, wie Sie schnell brauchbare Ergebnisse erzielen und gezeichnete Kurven nachträglich verändern und bearbeiten. Sie werden erstaunt sein, wie leicht es ist, Grafikobjekte zu erstellen und bestehende Clipart an die eigenen Wünschen anzupassen, wenn Sie ein paar Dinge beachten.

Abbildung 2: Drücken Sie doppelt Strg+A, markiert das nicht nur die Figuren mitsamt Knotenpunkten, sondern zeigt auch die Steuerlinien an.

Auf los geht's los.

Zeichnen Sie also zunächst eine geschwungene Linie ähnlich wie in Abbildung 3. Klicken Sie dazu in Draw auf das Symbol Kurve – das erste Symbol von links in der unteren Reihe. Das verwandelt den Mauszeiger in ein Fadenkreuz, mit dem Sie auf einen beliebigen Punkt des Blattes klicken, um den Anfangspunkt der Kurve festzulegen. Dann ziehen Sie den Mauszeiger mit gedrückter linker Taste an die Stelle, wo der erste Scheitelpunkt der Kurve liegen soll – also zum Beispiel drei Zentimeter im Winkel von etwa 45 Grad nach rechts unten. Dort lassen Sie den Mauszeiger los.

Abbildung 3: Mit dem Kurvenwerkzeug erzeugen Sie Wellenberge zwischen zwei ausgewählten Punkten.

Bewegen Sie jetzt die Maus nach rechts oben, ohne eine Maustaste zu drücken, folgt das Linienende dem Mauszeiger und verformt sich zu einem Bogen. Ein Klick mit der linken Maustaste legt den zweiten Steuerpunkt und damit die erste Krümmung fest.

Ziehen Sie nun die Maus – ohne eine Taste zu drücken – einfach nach rechts zum dritten Steuerpunkt (Abbildung 3). Dort klicken Sie erneut, halten die Maustaste gedrückt und ziehen die zweite Krümmung auf (hier: einfach schräg nach links oben fahren).

Nun zeichnen Sie das nächste Kurvensegment, indem Sie wieder mit der Maus (ohne gedrückte Maustaste) nach rechts fahren und per Mausklick einen weiteren Steuerpunkt festlegen. Erst ein Doppelklick beendet die Aktion und erstellt das erste Bézierkurven-Objekt.

Das Zeichnen einer Bézierkurve besteht also aus einem Wechsel von Klicken und Ziehen: Mit einem Klick setzen Sie einen Steuerpunkt und mit dem Ziehen bestimmen Sie den Kurvenverlauf zwischen den einzelnen Punkten. Zu viel oder falsch gesetzte Punkte löschen Sie mit einem Klick der rechten Maustaste. Platzieren Sie den letzten Knoten eines Kurvenzuges auf dessen Startpunkt, erhalten Sie eine geschlossene Kurve – also ein Objekt mit Umriss und Füllung.

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