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© David Mark, 123RF

Plasma-Guide

Miniprogramme sinnvoll nutzen

13.07.2012
KDE setzt auf Plasmoiden, um die Arbeit mit der Oberfläche komfortabel zu gestalten. Das sind kleine Hilfsprogramme, die Sie auf dem Desktop verankern und damit ständig zur Verfügung haben. Wir stellen eine Auswahl nützlicher Plasmoiden vor.

Applets, Gadgets, Widgets, Desklets: Die Bezeichnungen sind variantenreich und je nach Betriebssystem mehr oder weniger phantasievoll, doch sie meinen alle das Gleiche. Bei KDE SC 4 heißen Applets auch Plasmoiden oder schlicht Miniprogramme und sind im Gegensatz zu anderen Betriebssystemen bei Plasma ein zentraler Bestandteil der Benutzerphilosophie.

Was Applets letztlich tun, ist so verschieden und facettenreich wie bei normalen Programmen, obwohl viele Nutzer mit Miniprogrammen vorrangig "Eyecandy", wie Uhren, digitale Bilderrahmen, Wetterberichte, Mondkalender etc. in Verbindung bringen. Als KDE SC 4 im August 2006 das Licht der Welt erblickte, sorgte dessen revolutionäres Plasma-Konzept auch für Irritation bei den Anwendern, die an Oberflächen wie Windows 95, KDE und Gnome 2 gewohnt waren.

Es ist wichtig, die Begriffe Desktop-Hintergrund und Arbeitsfläche im Sinne der KDE-Philosophie richtig einzuordnen, denn Plasmoiden sind nicht einfach nur irgendwelche Programme, die auf dem Desktop laufen, sondern ein Teil der Oberfläche.

Alles ist ein Applet

KDEs Plasma erlaubt die Nutzung ganz unterschiedlicher Geräte; wir gehen in diesem Artikel nur auf Plasma Desktop für normale PCs ein, nicht auf die Tablet-Variante (Plasma Active) oder die Netbook-Version.

Bei der Einführung von KDE 4 gab es unterschiedliche Vorstellungen zum Thema Datei- und Programm-Verknüpfungen auf dem Desktop. Traditionelle Desktops wie KDE 3.x und Windows 95 stellen Dateien, die in einem speziellen Desktop-Ordner der Festplatte liegen, in Form frei platzierbarer Desktop-Symbole dar, sind also klassische Verknüpfungen. Eine solche Funktionalität wurde von den KDE-4-Entwicklern allerdings wegen schlechter Erfahrungen mit unübersichtlichen Desktops anderer Betriebssysteme gar nicht mehr vorgesehen bzw. mit KDE 4.1 ersatzlos gestrichen, ab KDE 4.2 aber zunächst übergangsweise und später über die Funktion Ordner-Ansicht wieder eingeführt.

Dazu muss man wissen, dass bei Plasma die gesamte Oberfläche aus Applets besteht. Die Position der Applets auf der Oberfläche wird durch spezielle übergeordnete Applets, die bei KDE SC4 "Containments" heißen, bestimmt. So können Applets etwa auf dem Desktop-Hintergrund frei schweben und dabei eine beliebige vom Benutzer einstellbare Größe haben. Platzieren Sie ein Applet dagegen in der Kontrollleiste, ist es in der Höhe eingeschränkt. Unter KDE passen daher die meisten Applets Ihre Form dem äußeren Formfaktor an. So zeigt z. B. das KickOff-Applet für das Startmenü auf dem Desktop stets das vollständige Startmenü, während es sich in der Kontrollleiste auf das K-Symbol reduziert, das Sie zuerst anklicken müssen.

KDE Plasma trennt zudem strikt zwischen Darstellung und Daten. Im Normalfall kümmert sich ein Applet ausschließlich um das Darstellen von Daten, während das Beschaffen und Aufbereiten von Daten die zuständige Data-Engine übernimmt. Weitere Informationen zu Plasma und Applets, vor allem technischer Natur, finden Sie in der KDE Userbase [1].

Plasmoiden installieren

Sie können jedes KDE-Miniprogramm wahlweise auf dem Desktop oder in der Kontrollleiste platzieren: Die Dialoge für die Applet-Auswahl sind identisch. Wie beschrieben, unterscheiden sich Größe und Erscheinungsbild eines Applets in Abhängigkeit davon, wo Sie es unterbringen.

  • Um ein Applet auf den Desktop zu bringen, klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen freien Bereich des Desktops und wählen aus dem sich öffnenden Kontextmenü den Eintrag Miniprogramm hinzufügen.
  • Soll das Applet in die Kontrollleiste, klicken Sie ganz rechts (sofern Sie eine waagerechte Kontrollleiste am unteren Bildschirmrand nutzen) auf das Konfigurationssymbol der Kontrollleiste und dann im aufklappenden Dialog auf Miniprogramme hinzufügen.

Was die Herkunft und Verfügbarkeit von Miniprogrammen angeht, könnte man unterscheiden zwischen

  • Applets, die standardmäßig installiert und aktiviert sind (z. B. die Geräteüberwachung im Systemabschnitt der Kontrollleiste),
  • den installierten aber nicht aktivierten Plasmoiden aus den Standardpaketquellen,
  • den mitgelieferten und installierbaren Miniprogrammen (in der Paketverwaltung meist am Präfix plasma-widget... zu erkennen)
  • und schließlich denjenigen Applets, die Sie direkt aus dem Miniprogramme-Dialog heraus aus dem Internet von kde-look.org holen können.

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