Desktop-Alternative: Cinnamon

Die zweite Variante, in der es Mint gibt, nutzt statt Mate den Cinnamon-Desktop. Auch dieser ist eine Eigenentwicklung: Er basiert nicht auf Gnome 2, sondern auf Version 3, verfolgt aber eigentlich genau die gleichen Ziele, die auch Mate hat. Wer Gnome 2 mochte, soll sich auf der Cinnamon-Oberfläche heimisch fühlen. Die Entwickler von Cinnamon, das wie Mate ein eigenes Projekt ist, haben dazu vor einigen Monaten den Gnome-Quelltext genommen und darauf basierend eine eigene Weiterentwicklung gestartet: Mate ist also ein Fork von Gnome 3. Er bietet eine echte Menüleiste mit Task-Switcher und Startmenü (Abbildung 3).

Abbildung 3: Der Cinnamon-Desktop unterscheidet sich auf den ersten Blick von seinem Mate-Kollegen durch die anderen Farben und das veränderte Startmenü.

Bei der Installation unterscheidet sich die Cinnamon-Variante von Mint kaum von der Mate-Version. Auch hier gilt: Nach dem Booten der Installations-CD, die unmittelbar in ein Live-System führt, genügt ein Klick auf Install Linux Mint, um den Installer zu aktivieren. Der ist derselbe wie bei der Mate-Variante. Wie sein Mate-Verwandter lädt auch die Linux Mint Cinnamon Edition nach dem ersten Neustart zahlreiche Sicherheitsupdates aus dem Netz, für langsame Internet-Verbindungen dürften hier einige Minuten an Wartezeit auf den Benutzer zukommen (Abbildung 4). Wenn das System auf dem neuesten Stand ist, steht der Erkundung des Cinnamon-Desktops nichts mehr im Weg.

Abbildung 4: Nach der Installation und dem Reboot ins neue System genehmigt sich Linux Mint erstmal ein umfängliches Sicherheitsupdate.

Von Haus aus Gtk 3

Wie bereits erwähnt verfolgt Cinnamon das gleiche Ziel wie Mate, jedoch unterscheidet es sich in der Vorgehensweise deutlich. Weil es sich um einen Fork von Gnome 3 im frühen Stadium handelt, sind alle Gnome-3-Anwendungen in Cinnamon bereits vorhanden. Im Vergleich zu einem "echten" Gnome 3 ist die auffälligste Änderung die schon genannte Taskleiste am unteren Bildschirmrand samt Startmenü, außerdem fehlt die Schnellübersicht der Gnome-Shell, die entfernt an die Exposé-Funktion von Mac OS erinnert, aber deutlich komplexer zu bedienen ist. Im direkten Vergleich zwischen Mate und Cinnamon ist es schwierig, die beiden Desktops überhaupt auseinander zu halten; Cinnamon verrät sich allerdings durch die dunkle Farbe der Taskbar und der Menüeinträge. Das Cinnamon-eigene Menü ist deutlich unübersichtlicher als das Mate-Menü, was aber auch Geschmackssache ist: Wer kleine Menüs lieber mag als die bildschirmfüllende Mate-Version, wird die Cinnamon-Variante vorziehen.

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