Installation der Mate-Edition

Den Einstieg im Test macht die Version mit Mate-Desktop. Streng genommen ist Mate ein eigenständiges Projekt, das aber von den Mint-Entwicklern mit angestoßen wurde. Der Desktop besteht aus den alten Komponenten von Gnome 2, die für einen schonenden Umgang mit Rechnerressourcen auf die Version 3 der Grafikbibliothek Gtk portiert wurden. Linux Mint 13 liegt Mate in der aktuellen Version 1.2 bei. Wer sich beim Namen der Umgebung an das Hacker-Getränk Club Mate erinnert fühlt, liegt übrigens richtig, denn es diente dem Desktop als Namensgeber.

Mint kommt ohne eine separate Installations-CD aus. Stattdessen startet nach dem Booten von der CD ein Live-System. Auf dem Desktop findet sich dann ein Icon, über das die Installation des Systems auf die lokale Festplatte zu erreichen ist. Der Installer gibt sich modern und betont unkompliziert; wer auf einem sauberen System zur Tat schreitet und Mint die gesamte Festplatte zuweist, klickt einfach in jedem Dialog auf Weiter und hat nach ein paar Minuten ein fix und fertig installiertes System (Abbildung 1). Während der Installation fragt das Programm nur die üblichen Informationen zu Spracheinstellungen und Tastaturlayout ab; nebenbei legen Sie noch einen Benutzerzugang an, den Sie für den Login am frisch installierten System benötigen. Wollen Sie Mate zusammen mit einem anderen Betriebssystem auf dem Rechner betreiben, bietet Ihnen ein leicht zu bedienender Partitionseditor die notwendigen Funktionen. Nach einem abschließenden Rechnerneustart startet Mint von der Festplatte und sieht dem Live-System sehr ähnlich.

Abbildung 1: Der Linux Mint Installer stellt nicht viele Fragen – die Info, welche Sprache und welches Tastaturlayout zum Einsatz kommen, genügt ihm.

Der Mate-Desktop entspricht in Aufbau und Funktion im Wesentlichen dem, was Gnome-2-Benutzer gewohnt sind: Die Oberfläche nutzt die klassische Aufteilung in Startleiste und Taskbar am unteren Bildschirmrand; lediglich das Desktopmenü unterscheidet sich vom klassischen Gnome-Menü, denn anstelle des normalen Menüs finden Sie in der Mate-Edition von Mint ein umfassenderes Menü, das optisch an das Startmenü von Windows 7 angelehnt ist (Abbildung 2). Auf der ersten Menüebene finden sich dabei lediglich Einträge für die meistgenutzten Programme, während die anderen Menüebenen den Zugriff auf alle Einträge erlauben. Das Standard-Theme des Menüs und des gesamten Desktops kann Anleihen an Mac OS nicht verbergen; es finden sich auffallend viele Oberflächen im "Brushed Metal Look" von Mac OS.

Abbildung 2: Auffällig am Mate-Desktop ist das stark veränderte Start-Menü, das sich in Form und Struktur der Windows-7-Version annähert.

Sprachliches Wirrwarr

In Sachen Performance gibt sich der Mate-Desktop genügsam; die Portierung auf die Gtk-3-Bibliothek führt nicht dazu, dass der Desktop auf langsamen Rechnern lahmt. Im direkten Vergleich mit Unity unter Ubuntu 12.04 ist Mate subjektiv sogar etwas flinker. Insgesamt verrichtet Mate sein Werk zuverlässig und unspektakulär, dennoch gibt es einen Anlass zur Kritik: Obwohl im Test als Spracheinstellung Deutsch vorgegeben war, war der Desktop nach der Installation nicht vollständig ins Deutsche übersetzt. Der Mausklick auf Language Support im Kontrollzentrum führte zur Erkenntnis, dass diverse Pakete mit deutschen Sprachdateien fehlten. Die Installation der fehlenden Pakete wickelte das Kontrollzentrum zwar automatisch ab, aber selbst danach fanden sich in diversen Programmen noch englischsprachige Menüeinträge. Hier gibt es also Nachholbedarf. Daneben kämpft Mate mit einem weiteren Problem: Die Projektentwickler haben noch nicht alle Gnome-2-Komponenten auf die neue Grafikbibliothek portiert, so dass einige Anwendungen aus Gnome 2 für Mate noch nicht zur Verfügung stehen.

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