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Linux Mint 13

Klassisches Gnome

Rund einen Monat nach Ubuntu 12.04 ist Linux Mint 13 erschienen, das auf der aktuellen Ubuntu-Version basiert. Es verspricht einen Gnome-Desktop nach alter Bauart und hinterlässt einen guten Eindruck.

Windows- und Linux-Benutzer haben manchmal mehr gemeinsam, als ihnen lieb ist. So betrachten passionierte Windows-User im Augenblick sehr misstrauisch Microsofts Pläne, die bekannte Oberfläche in Windows 8 durch einen komplett neuen Desktop mit Kacheloberfläche zu ersetzen. Weil der Desktop die zentrale Schnittstelle zwischen Benutzer und System ist, wirken sich radikale Änderungen hier entsprechend stark aus – gewohnte Funktionen sind woanders oder fehlen ganz, insgesamt ist einiges an Eingewöhnung notwendig, für die im Stress des Alltags selten Zeit ist.

Was den Windows-Benutzern noch bevorsteht, haben Gnome-Anwender schon hinter sich: Gnome 3 war keine Weiterentwicklung der Vorgängerversion, sondern ein kompletter Neuentwurf, und das Ergebnis hat mit Gnome 2 bloß noch entfernt zu tun. Wichtige Bedienelemente wie die Task- und Startleisten fehlen, andere Funktionen wie die Gnome-Shell sind neu und zweifellos sehr effizient – wenn man den Umgang mit ihnen beherrscht. Ubuntu-Anwender hat es noch schlimmer erwischt: Weil Mark Shuttleworth sich mit Gnome 3 partout nicht anfreunden wollte, schuf Ubuntu den Unity-Desktop, den viele Anwender nur für Netbooks und andere Geräte mit kleinem Display geeignet halten.

Linux Mint hilft

Aber welche Distribution sollen sich verprellte Gnome-2-Fans anschauen? Das alte Gnome wird nicht mehr weiter entwickelt. Darum findet sich Gnome 2 auch bei keiner aktuellen Distribution mehr. Die Entwickler von Linux Mint hat dieser Zustand offensichtlich so aufgeregt, dass sie einen eigenen Gnome-2-Fork gestartet haben.

Ursprünglich hatte Linux Mint ein anders Ziel: Das System trat anfangs mit dem Ziel an, Benutzern ein Ubuntu-System anzubieten, das um verschiedene Multimedia-Komponenten erweitert war. Verschiedene Video- und Audio-Codecs lieferte Mint ab Werk mit, während unter Ubuntu viel Handarbeit notwendig war, um Musik und Videos wiederzugeben. Die Mint-Version 13, welche die Entwickler Anfang Juni freigaben, enthält noch immer das volle Multimedia-Paket, aber sie bietet im Vergleich zu Ubuntu 12.04 ("Precise Pangolin") ein weiteres Plus: Gleich zwei Desktop-Umgebungen buhlen um die Gunst der ehemaligen Gnome-2-Nutzer. Der Erfolg gibt der Distribution recht; auf der Website DistroWatch [3], die einen Überblick über aktuelle Linux-Systeme bietet, ist die Mint-Seite mittlerweile die am häufigsten angesehene. Taugt Mint also tatsächlich als neue Heimat für Anwender mit Gnome-3-Allergie? Dieser Test beantwortet die wichtigsten Fragen.

Zwei Versionen

Mint basiert auf Ubuntu 12.04 und stellt Benutzer schon bei der Installation vor die Wahl, ob sie lieber ein aufgepepptes Gnome 2 verwenden wollen (der Desktop heißt dann "Mate") oder ob es ein Gnome 3 sein soll, das auf Gnome 2 gebürstet ist ("Cinnamon"). Für beide Varianten gibt es separate ISO-Images; die Cinnamon-Version finden Sie auf der Heft-DVD. Beide Images sind zu groß, um auf eine einzelne CD zu passen, so dass ein DVD-Rohling Voraussetzung ist. Wieso die Mint-Entwickler nicht ein großes Image anbieten, das beide Desktops enthält und den Nutzern bei der Installation die Wahl lässt, ist unverständlich.

Neben den vollständigen Mint-Images stehen auf der Download-Seite des Projekts [1] noch Images zur Verfügung, denen die kommerziellen Codecs fehlen; diese sind vorrangig für Länder gedacht, in denen das Verteilen von patentierter Software verboten ist. Diese Images sind etwas kleiner. Praktisch: Wer Mint über eine solche CD installiert, kann im fertigen System die fehlenden Codecs per Mausklick nachinstallieren.

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