Überblick behalten

Komfortabler Feed Reader

13.07.2012
Der RSS-Feed-Reader RSSOwl bringt zahlreiche Elemente mit, die dafür sorgen, dass Sie in der täglichen Nachrichtenflut nicht den Überblick verlieren.

Einige Menschen nutzen inzwischen ausschließlich Twitter und Facebook, um sich zu informieren. Da entgeht ihnen jedoch einiges: Noch immer werden viele Themen nur in Blogs und auf News-Seiten diskutiert. RSS-Feeds bleiben daher die Technologie der Wahl, wenn Sie die aktuellsten Informationen zu einem speziellen Thema suchen. In früheren Ausgaben von EasyLinux haben wir uns bereits ausführlich mit RSS-Feeds selbst beschäftigt [1], diesmal soll es um eine konkrete Software gehen, die den Namen RSSOwl trägt und die bei Bedarf tausende solcher Feeds verwaltet.

Meist versammelt ein PHP-Skript die wichtigsten Nachrichten einer Webseite in einer Textdatei im XML-Format und bietet diese zum Herunterladen an. Erscheint eine neue Nachricht auf der Webseite, aktualisiert das Skript auch die Textdatei.

Mit Hilfe eines Feed Readers abonnieren Sie einen solchen Feed. Es genügt, den Feed Reader aufzurufen, um zu erfahren, was es neues auf der Webseite gibt und ob sich ein Besuch lohnt. Nach dem Start prüft der Reader zuerst, ob die XML-Datei aktualisiert wurde. Anstatt also 30 verschiedene Webseiten im Browser aufzurufen, überfliegen Sie die Artikel der 30 Webseiten im Feed Reader in Form einer langen Liste. Dann rufen Sie gezielt nur die Artikel im Browser auf, die Sie ansprechen.

Die Eule bringt's

RSSOwl ist ein Feed Reader und wird seit 2003 entwickelt. Die Software funktioniert dank ihrer Java-Basis plattformübergreifend (Abbildung 1). Sie steckt allerdings (noch) nicht in den Standardpaketquellen, zudem streikte sie unter der 64-Bit-Version von Kubuntu 12.04. Die Installation ist jedoch simpel:

Abbildung 1: RSSOwl ist ein plattformübergreifender Feed Reader, der viele nützliche Funktionen an Bord hat, die Sie von einem RSS-Feed-Reader erwarten.
  1. Zunächst rufen Sie den Paketmanager von Kubuntu 12.04 auf, um Java – die Plattform für RSSOwl – zu installieren. OpenSuse 11.4 und 12.1 haben Java bereits an Bord. Dazu klicken Sie auf das K-Menü und wählen Anwendungen / System / Paketverwaltung.
  2. In die Suchzeile von Muon geben Sie openjdk-6-jdk ein, wählen das Paket aus, klicken unten rechts auf Installieren und dann oben auf Änderungen anwenden. Nach einer Passwortabfrage beginnt die Installation.
  3. Nun kopieren Sie das RSSOwl-Archiv von der Heft-DVD auf Ihren Rechner mit Kubuntu bzw. OpenSuse. Wählen Sie dazu die zu Ihrer PC-Architektur passende ZIP-Datei aus – also x86 (32-Bit) oder x86_64 (64 Bit). Alternativ laden Sie das RSSOwl-Paket von der Webseite [2] herunter. Als Sprache sollte german im Dateinamen stehen, also etwa rssowl-2.1.2-german.linux.x86_64.zip.
  4. Im Dateimanager Dolphin entpacken Sie das Archiv per Rechtsklick auf dieses oder per Linksklick auf die ZIP-Datei und die Wahl von Entpacken. Das erzeugt ein neues Verzeichnis namens rssowl, in dem Sie die Datei RSSOwl finden, die Sie doppelt anklicken, um den Feed Reader zu starten

Da es sich nicht um eine Installation im herkömmlichen Sinn handelt, müssen Sie das Programm jedes Mal aus diesem Verzeichnis heraus aufrufen oder einen Link dorthin setzen.

Inbetriebnahme

Bei den ersten Schritten in RSSOwl steht Ihnen ein Assistent beim Importieren Ihrer Feeds hilfreich zur Seite (Abbildung 2). Über Zurück landen Sie stets wieder im Ausgangsfenster, das mehrere Optionen anbietet. Als Standard können Sie empfohlene Feeds importieren, die von den Machern der Software selbst stammen. Auf diese Weise zeigt der Feed Reader auch gleich ein paar Feeds an. Als Google-Nutzer synchronisieren Sie RSSOwl bei Bedarf mit Google Reader, indem Sie mit Google Reader synchronisieren wählen, und dann Googles Log-in-Daten angeben. Die Option Feeds aus einer Datei oder Webseite importieren bietet sich an, wenn Sie über ein Backup Ihrer Feeds aus einem anderen RSS-Feed-Reader verfügen. Dieses sollte als OPML- oder XML-Datei vorliegen, das viele Feed Reader beherrschen. Auf diese Weise müssen Sie Ihre Feed-Sammlung nicht neu aufbauen, wenn Sie den Reader wechseln.

Abbildung 2: Die RSS-Eule erlaubt es, vorhandene Feed-Listen zu importieren oder aus einer großen Auswahl an Themengebieten die passenden Feeds auszusuchen.

Die Funktion Feeds importieren, die zu folgenden Themen passen scheint noch recht experimentell zu sein. Hier geben Sie Schlagworte ein, zu denen RSSOwl dann RSS-Feeds finden soll. Im Test funktionierte das eher schlecht, die Software fand lediglich drei irrrelevante Feeds. Nichts zuletzt können Sie auch gar nichts tun, also Feeds nicht importieren.

Wählen Sie die erste Option, zeigt RSSOwl eine ganze Latte von Feeds aus allen möglichen gesellschaftlichen Bereichen an, von Politik über Fußball bis Stricken (Abbildung 3). Sie entfernen am besten das Häkchen neben Feeds und suchen dann zu Fuß nach interessanten Themen – etwa Computers / Linux – und kreuzen diese an. Klicken Sie auf Fertigstellen, importiert die Software die gewählten Feeds und Sie landen auf der grafischen Oberfläche von RSSOwl. Wählen Sie hingegen Weiter, entscheiden Sie noch, ob Sie die Feeds in einem bestehenden Ordner parken oder sie in eine neue Feedsammlung importieren. Der Direktimport packt den Ordner Linux auf die oberste Ebene in der Feed-Ansicht.

Abbildung 3: Verfügen Sie nicht über eine Datei mit genutzten RSS-Feeds, schauen Sie die vorgefertigte Liste durch.

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