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Erkundung ohne Explorer

Einstieg in den Webbrowser Firefox

13.07.2012
Wer aus der Windows-Welt kommt, setzt häufig den Internet Explorer als Webbrowser ein. Nicht nur aus Sicherheitsgründen ist das aber wenig ratsam; die Alternative Firefox kann vieles besser und läuft auf allen großen Betriebssystemen.

Mit welchem Browser Sie Webseiten abrufen und anzeigen, sollte eigentlich egal sein: Standards definieren genau, wie eine Seite ihre Inhalte formatieren kann und wie diese dann beim Anwender anzuzeigen sind. Tatsächlich unterscheiden sich die verschiedenen Webbrowser sehr stark, und das gleich in mehreren Kategorien:

  • Kompatibilität: Im Idealfall sieht eine Webseite auf jedem Browser gleich aus – nämlich so, wie die Inhalteanbieter sich das vorstellen. Die Realität kommt diesem Ideal nur nahe, in der Tat zeigen die großen Browser, also Internet Explorer, Firefox, Google Chrome, Opera und Apples Safari, viele Webseiten in vergleichbarer Form an, solange es sich um einfache HTML-Dokumente handelt. Standard ist aber heute, diverse aktive Elemente zu integrieren, und dafür sind oft Plug-ins erforderlich, z. B. für die Darstellung von Flash-Inhalten. Hier arbeitet nicht jeder Browser (bzw. jedes nötige Plug-in) perfekt, und einige weniger gebräuchliche Plug-ins gibt es gar nicht für Linux-Browser.
  • Sicherheit und Datenschutz: Der Umgang mit Cookies und Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) von Webseiten sowie Schutz vor Phishing sind einige der Punkte, die hier eine Rolle spielen. Firefox bietet dazu komfortable Lösungen, und der Browser erlaubt es auch, aktive Inhalte (JavaScript) zu deaktivieren und Pop-ups zu unterdrücken.
  • Stabilität: Was früher der klassische Programmabsturz war, ist heute der Browserabsturz – während Anwendungen inzwischen meist stabil arbeiten, ist es die Regel, dass fehlerhaft programmierte Webanwendungen und Plug-ins den Browser einfrieren lassen oder gleich ganz abschießen. Firefox bietet hier zumindest Hilfe bei kaputten Plug-ins, welche bei Problemen nicht das ganze Programm (mit allen Reitern) beenden.
  • Komfort: In diese Kategorie fallen zahlreiche Features, welche das Surfen im Netz angenehmer machen: Mehrere Tabs in einem Browser-Fenster, intelligente Bookmark-Verwaltung, Speichern von Logindaten für Webseiten und vieles mehr. Auch die Geschwindigkeit beim Seitenaufbau gehört dazu, weil ewiges Warten auf eine Seite lästig ist.
  • Erweiterbarkeit: Zusatzmodule für Webbrowser fügen Features hinzu, an welche die Browser-Entwickler nie gedacht hätten. Für Firefox gibt es etliche Module (die hier Add-ons heißen), und Suche und Installation sind komfortabel gelöst.

Surfen und Googeln

Firefox ist unter vielen Linux-Distributionen der Standard-Browser und darum auch schon vorinstalliert. Nach dem Start geben Sie einfach eine URL in die Adresszeile ein und drücken [Eingabe], damit der Browser die Seite lädt. Wie die meisten aktuellen Browser unterstützt Firefox "Tabbed Browsing", also die Darstellung mehrerer Webseiten innerhalb von Registerreitern (Tabs) im Browser-Fenster (Abbildung 1). Einen neuen (leeren) Tab erhalten Sie über [Strg]+[T].

Abbildung 1: Firefox kann mehrere Tabs verwalten. Einen neuen, leeren Tab erzeugen Sie per Klick auf das "+" oder mit Strg+T.

Durch mehrere Tabs navigieren Sie bequem mit [Strg]+[Bild hoch] (nach links) und [Strg]+[Bild runter] (nach rechts), über [Alt]+[1] bis [Alt]+[8] erreichen Sie besonders schnell die ersten acht Tabs, über [Alt]+[9] nicht etwa den neunten, sondern den letzten Reiter. Einen nicht länger benötigten Tab schließen Sie mit [Strg]+[W], falls er gerade angezeigt wird – ansonsten klicken Sie auf das X-Icon des Reiters, den Sie los werden möchten.

Sie können die Reihenfolge der Tabs auch ändern: Dazu klicken Sie einen Tab mit der Maus an, halten die Maustaste gedrückt und ziehen den Tab an die neue Wunschposition; ein kleiner Pfeil zeigt dabei an, an welcher Position der Tab landet, wenn Sie die Maustaste loslassen.

Besonders praktisch ist das Eingabefeld neben der Adresszeile mit dem Google-Icon (rechts oben in Abbildung 1): Geben Sie hier einen oder mehrere Begriffe ein, leitet Firefox diese an Google weiter und startet eine Suche nach den Wörtern. Übrigens müssen Sie nicht extra in das Suchfeld klicken, um eine Google-Suche zu starten: Mit [Strg]+[K] aktivieren Sie das Eingabefeld, können Ihren Suchbegriff eingeben und [Eingabe] drücken. Genauso leicht gelangen Sie mit [Strg]+[L] in die Adresszeile, um eine neue Webadresse einzugeben.

Klicken Sie auf den Pfeil in dem Eingabefeld, klappt eine Liste mit weiteren Online-Suchdiensten aus, die Sie so bequem erreichen, ohne erst deren Startseite ansurfen zu müssen. So schlagen Sie beispielsweise über den Eintrag Wikipedia einen Begriff in der deutschsprachigen Online-Enzyklopädie nach. Enthält die Liste nicht Ihre Wunschsuchmaschine, wählen Sie ganz unten den Eintrag Suchmaschinen verwalten aus und haben dann Gelegenheit, weitere Anbieter hinzuzufügen.

Add-on "Add to Search Bar"

Unter den Angeboten ist das Add-on Add to Search Bar besonders interessant: Wenn Sie es installieren und Firefox neu starten, können Sie anschließend auf jeder Webseite, die eine eigene Suchmaske anbietet, mit der rechten Maustaste in das Suchfeld klicken und aus dem Kontextmenü Zur Suchleiste hinzufügen auswählen. Danach vergeben Sie noch einen Namen für die Suche auf dieser Seite und können künftig direkt über den Suchdialog die seiteninterne Suchfunktion aufrufen (Abbildung 2).

Abbildung 2: Suchen auf "easylinux.de"? Kein Problem mit der Erweiterung "Add to Search Bar".

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