Nachrichten

EasyLinux-News

13.07.2012

Google Chromebook und Chromebox

Google hat neue Hardware für sein browserzentriertes Betriebssystem Chrome OS vorgestellt: Es gibt einen Nachfolger für das Notebook Chromebook sowie mit der Chromebox einen neuen stationären Rechner.

Die beiden von Samsung gebauten Geräte [1] bewirbt Google als "the (always) new computer" (der immer neue Computer). Der Slogan soll die automatische Aktualisierung der auf das Internet und die Cloud fixierten Geräte unterstreichen. Das Chromebook ist mit einem 12,1-Zoll-Display ausgestattet und bringt integrierten Virenschutz mit, ist mit Apps vorbestückt und nutzt als Speicherplatz Googles Cloudlösung. Ausgestattet mit einem Celeron 867 mit 1,3 GHz, 4 GByte RAM, einer 16-GByte-SSD-Platte und WLAN kostet das "Samsung Series 5 550 Chromebook" bei Amazon.com 450 Dollar [2]. Die Chromebox ist mit 330 Dollar bei Amazon.com gelistet [3]. Sie arbeitet mit einem Dual-Core-Celeron B840 mit 1,9 GHz, Intels HD-Grafiklösung, 4 GByte RAM und 16 GByte SSD-Speicherplatz. Preise für den deutschen Markt sind nicht bekannt. (Mathias Huber/hge)

[1] http://www.google.com/intl/en/chrome/devices/features-devices.html

[2] http://www.amazon.com/dp/B007Y8DJ22

[3] http://www.amazon.com/dp/B007Y8DJEA

Handbuch für neue LPI-Prüfung

Die Linup Front GmbH hat kostenlose Lernunterlagen für die vom Linux Professional Institute neu eingeführte Zertifizierung Linux Essentials [1] veröffentlicht.

Das Handbuch ist als PDF-Datei im Webshop von Linup Front erhältlich [2]. Zudem stehen die Unterlagen auch in Form einer Android-App zur Verfügung und lassen sich im Google-Play-Store finden. Das Material gibt es in Deutsch und Englisch.

Mit dem Essentials-Programm möchte das LPI besonders Schüler und Studenten ansprechen. Diese Zielgruppe kann sich Grundlagenkenntnisse zu Linux und Open-Source-Software attestieren lassen. Mit Abschluss der Betaphase wird die Prüfung Linux Essentials seit dem Juni angeboten. (Ulrich Bantle/hge)

[1] http://www.lpice.eu/de/lpi-zertifizierungsinhalte/linux-essentials-lernziele.html

[2] http://shop.linupfront.de/product/lxes/

Aus für Linux-Version von Google Picasa

Wie Google im offiziellen Blog [1] bekannt gibt, wird die Wine-basierte Linux-Version von Picasa nicht mehr weiter gepflegt. Linux-Nutzer der Software könnten die installierte Version zwar weiterhin betreiben, es gäbe aber keine Updates mehr, heißt es im Beitrag.

Die seit 2006 erhältliche Linux-Ausgabe der Fotosoftware ist damit ab sofort obsolet, schreibt Matthias Schwab, Googles Director Cloud Services. Es sei mit dem zunehmenden Ausbau der Software schwierig geworden, die Features in die Linux-Ausgabe zu bringen, so Schwab. In seinem mit "Frühjahrsputz" überschriebenen Beitrag kündigt der Manager das Ende für weitere Google-Services an. Betroffen sind demnach auch der Picasa Web Albums Uploader für Mac OS X und das Picasa Web Album Plug-in für iPhoto. Unter den weiteren Kandidaten, denen das Aus beschieden ist, finden sich Google Sync für Blackberrys sowie die mobile Web-App für Google Talk. (Ulrich Bantle/hge)

[1] http://googleblog.blogspot.co.uk/2012/04/spring-cleaning-in-spring.html

Linus Torvalds über Nvidia

In einem YouTube-Video, das Linus Torvalds beim Aalto Center for Entrepreneurship (ACE) in Otaniemi zeigt, findet der Linux-Gründer deutliche Worte für die mangelhafte Kooperationsbereitschaft des Grafikchipherstellers Nvidia [1]. Gut eine Stunde dauert das Videointerview, das Gastgeber Will Caldwell mit Torvalds führte. Nach dem üblichen Frage- und Antwortspiel rund um die Anfänge von Linux vor mehr als 20 Jahren und seine Erfahrungen an der Universität Helsinki bezieht der Linux-Gründer deutlich Stellung zur Firmenpolitik von Nvidia bezüglich Open Source.

Gegen Ende der Veranstaltung schildert ihm eine enttäuschte Zuschauerin ihre Probleme mit einem Notebook mit Dualgrafik und berichtet, Nvidia habe sie einfach abgewiesen und keinerlei Kooperationsbereitschaft gezeigt. Die Dame fragt Torvalds, was sein Kommentar zu solch Open-Source-feindlichem Verhalten sei. Torvalds dazu: "Ich weiß genau, worüber sie sprechen. Aber ich bin sehr froh, dass das eher die Ausnahme als die Regel ist. Und ich bin auch sehr froh, dass ich hier öffentlich sagen darf, dass Nvidia einer der schlimmsten Brennpunkte in Sachen Hardwarehersteller ist, die wir je hatten. Und das ist umso trauriger, weil Nvidia versucht, sehr, sehr viele Chips auf dem Android-Markt zu verkaufen. Nvidia ist die schlimmste Firma, mit der wir je zu tun hatten." (Markus Feilner/hge)

[1] http://www.youtube.com/watch?v=MShbP3OpASA

LibreOffice bald mit Corel-Draw-Filter

Der LibreOffice-Entwickler Fridrich Strba meldet, er habe erstmals Text aus Corel-Draw-Dokumenten in die freie Bürosuite importiert. Die Unterstützung sei zwar noch rudimentär, schreibt Strba in seinem Blog, aber dennoch einmalig in der Open-Source-Welt. Dank der nun veröffentlichten Bibliothek libcdr 0.0.8 [1] kann eine Entwicklerversion von LibreOffice Texte aus Corel Draw 7 importieren.

Derzeit unterstützt die Bibliothek einige Parameter wie Schriftart und -größe, kann den Zeichensatz erkennen und stellt den Text als UTF-8-Zeichenkette dar. Viele weitere Schrifteigenschaften wie z. B. die Farbe fehlen aber noch. Strba zeigt in seinem Blogeintrag [2] ein Originaldokument und die importierte Version im Vergleich. (Mathias Huber/hge)

[1] http://cgit.freedesktop.org/libreoffice/libcdr/

[2] http://fridrich.blogspot.de/2012/06/libreoffice-coreldraw-import-filter.html

Samsung in Linux Foundation

Die Linux Foundation kann sich über einen weiteren Sponsor ihrer Aktivitäten rund um das freie Betriebssystem freuen. Samsung Electronics hat sich als so genanntes Platin-Mitglied beworben [1]. Das Unternehmen, das auch mit seinen Android- und sonstigen Linux-basierten Geräten zu einem der erfolgreichsten Hersteller weltweit wurde, möchte mit der Mitgliedschaft einen Beitrag für die Weiterentwicklung von Linux leisten. Der koreanische Konzern will sich auch an der Kernel-Entwicklung beteiligen.

Jim Zemlin, Direktor der Linux Foundation sieht eine Win-Win-Situation, Samsung festige damit seine Erfolgsstrategie im Bereich Linux, und gleichzeitig erfahre das freie Betriebssystem einen Entwicklungsschub.

Die Linux Foundation bietet drei Arten der Mitgliedschaft an [2], Platin ist die höchste Stufe. Die mittlerweile sieben Platin-Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag von jeweils 500.000 US-Dollar und bekommen einen Sitz im Board of Directors der Stiftung. (Ulrich Bantle/hge)

[1] http://www.linuxfoundation.org/news-media/announcements/2012/06/samsung-electronics-joins-linux-foundation-platinum-level

[2] http://www.linuxfoundation.org/about/members

EA-Spiele für Ubuntu

Mit zwei Spieletiteln für den Browser betritt der prominente Spielehersteller Electronic Arts, kurz EA, den bei Ubuntu-Distributionen angeschlossenen Software-Shop.

Ein Spiel aus der Serie Command and Conquer [1] und ein weiteres namens Lord of Ultima sind kostenlos zu haben, allerdings nur als Browserspiele. Ubuntus Community-Manager Jono Bacon lässt sich von diesen Abstrichen nicht beirren und sieht darin erste Zeichen, dass Linux von der Spielebranche nicht weiter gänzlich als Stiefmütterchen behandelt wird. Beim Ubuntu Developer Summit zeigte sich Bacon erfreut über den Schritt von EA. (Ulrich Bantle/hge)

[1] http://alliances.commandandconquer.com/intro/index

[2] http://www.lordofultima.com/de/

Gimp 2.8 mit Ein-Fenster-Modus

Nach drei Jahren Entwicklungszeit können die Entwickler um Gimp-Kopf Martin Nordholts die Veröffentlichung der Version 2.8 melden. In dieser Zeit hat das freie Grafikprogramm umfangreiche Änderungen erfahren. Die auffälligste ist der Ein-Fenster-Modus, der sich optional statt der gewohnten Mehrfensteransicht wählen lässt. Mehrspaltige Andockmenüs nennen die Macher ebenfalls als Highlight ihrer Arbeit. Auch sonst haben die Menüs Überarbeitungen erfahren, die sie platzsparender und komfortabler machen.

Mit der klaren Trennung der Dialoge Speichern und Exportieren soll Gimp dem Nutzer nun Verwirrung ersparen. Gespeichert wird immer im Gimp-nativen XCF-Format. Der Export dient für andere Bildformate. Neuerungen birgt auch der Texteditor, der nun ebenfalls auf ein eigenes Fenster verzichtet, im Bildrahmen erscheint und neue Editierfunktionen mitbringt. Die Release Notes [1] führen den Nutzer mit bebilderten Übersichten in die Neuerungen ein. (Ulrich Bantle/hge)

[1] http://www.gimp.org/release-notes/gimp-2.8.html

Secure Boot und Linux

PCs werden demnächst das klassische BIOS durch eine neue Firmware ersetzen: UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) bietet ein "Secure Boot" genanntes Feature, welches nur das Booten von als sicher erkannten Betriebssystemen erlaubt [1]. Microsoft-zertifierte PCs werden dieses Feature verwenden müssen. Dazu werden solche Rechner mit einem von Microsoft generierten Schlüssel ausgestattet, über den sich ein installiertes Windows 8 erkennen und der Start anderer Systeme verhindern lässt. Das wird vermutlich Probleme für zahlreiche Linux-Distributionen verursachen, deren Start dann von der PC-Firmware abgelehnt wird. Einige Distributoren suchen nun nach Lösungen:

Red Hat lässt Fedoras Boot-Manager von Microsoft signieren [2] – diese Lösung verspricht maximale Unterstützung für alle Rechner, auf denen auch die neuen Windows-Versionen laufen. Damit macht sich Red Hat aber von Microsoft abhängig.

Canonical hat sich für einen anderen Ansatz entschieden [3] und wird einen eigenen Schlüssel für Secure Boot erzeugen – der dann auf möglichst vielen Secure-Boot-Geräten installiert sein muss.

Alle Lösungen haben aber mit dem Problem zu kämpfen, dass sich auch damit nur ausgewählte (und signierte) Kernel-Versionen starten lassen; wer einen eigenen Kernel bauen möchte, kommt damit nicht weiter. Dann hilft nur, Secure Boot zu deaktivieren – falls die Firmware das zulässt. (Hans-Georg Eßer/hge)

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Windows_8#Secure_boot

[2] http://mjg59.dreamwidth.org/12368.html

[3] http://blog.canonical.com/2012/06/22/an-update-on-ubuntu-and-secure-boot/

Diesen Artikel als PDF kaufen

Express-Kauf als PDF

Umfang: 3 Heftseiten

Preis € 0,99
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_03

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

Server antwortet mit falschem Namen
oin notna, 21.07.2014 19:13, 1 Antworten
Hallo liebe Community, Ich habe mit Apache einen Server aufgesetzt. Soweit, so gut. Im Heimnet...
o2 surfstick software für ubuntu?
daniel soltek, 15.07.2014 18:27, 1 Antworten
hallo zusammen, habe mir einen o2 surfstick huawei bestellt und gerade festgestellt, das der nic...
Öhm - wozu Benutzername, wenn man dann hier mit Klarnamen angezeigt wird?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:30, 1 Antworten
Hallo Team von Linux-Community, kleine Zwischenfrage: warum muß man beim Registrieren einen Us...
openSUSE 13.1 - Login-Problem wg. Fehler im Intel-Grafiktreiber?
Thomas Kallay, 03.07.2014 20:26, 8 Antworten
Hallo Linux-Community, habe hier ein sogenanntes Hybrid-Notebook laufen, mit einer Intel-HD460...
Fernwartung für Linux?
Alfred Böllmann, 20.06.2014 15:30, 7 Antworten
Hi liebe Linux-Freunde, bin beim klassischen Probleme googeln auf www.expertiger.de gestoßen, ei...