OpenSuse und Kubuntu

Die Vorgehensweise ist für OpenSuse und Kubuntu identisch, sofern Sie unter KDE arbeiten. Der Ubuntu-eigene Desktop Unity hat ein eigenes Tool für die Einrichtung (siehe Kasten Unity unter Ubuntu).

Schließen Sie an ein laufendes KDE-System einen zweiten Monitor an, erscheint ein kleiner Dialog, der darüber informiert und Sie fragt, ob Sie das Gerät konfigurieren möchten (Abbildung 1). Ein Klick auf Einrichten öffnet dann ein Konfigurationsfenster (Abbildung 2), in dem Sie die Einstellungen für die beiden Monitore sehen – der neue steht zunächst auf Deaktiviert (oben, VGA-1). (Wenn Sie das Hinweisfenster nicht erhalten, öffnen Sie die KDE-Systemeinstellungen über den Menüpunkt Systemeinstellungen im KDE-Startmenü und klicken dann unter Hardware auf Anzeige und Monitor – damit erreichen Sie denselben Dialog.)

Abbildung 1: KDE hat einen neuen Monitor entdeckt, mit einem Klick auf "Einrichten" können Sie ihn konfigurieren.
Abbildung 2: Der neue Monitor ist zunächst deaktivert, und seine Anzeige bleibt schwarz. In den "Anzeige"-Einstellungen ändern Sie das.

Um den zweiten Monitor zu aktivieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Beim deaktivierten Monitor stellen Sie die Größe in der Drop-down-Box von Deaktiviert auf den gewünschten Wert (die native Auflösung Ihres Displays), im Beispiel auf 1600 x 1200 Pixel (Abbildung 3). Die native Auflösung ist in der Liste durch den zusätzlichen Text (Auto) gekennzeichnet.

    Abbildung 3: Geben Sie die gewünschte Auflösung für den zweiten Monitor ein und legen Sie fest, wie die Geräte auf dem Schreibtisch angeordnet sind.
  2. Jetzt können Sie festlegen, wie die Monitore neben- oder übereinander stehen. Falls der Hauptmonitor (am DVI-Eingang) links steht, wählen Sie bei den Angaben zum DVI-Monitor unter Position die Option Links von.
  3. Sind Sie nicht sicher, welcher Monitor an welchem Anschluss steckt, können Sie jederzeit auf Bildschirme identifizieren klicken – das Konfigurationstool blendet dann in großer Schrift auf jedem Bildschirm seine interne Bezeichnung ein (Abbildung 4), im Beispiel DVI-I-1 und VGA-1; je nach Grafikkarte können die Bezeichnungen variieren.

    Abbildung 4: Vor allem beim Einsatz von zwei baugleichen Monitoren vergisst man manchmal, welcher wo angeschlossen wurde. Die KDE-Einstellungen zeigen deutlich die Anschlussart an.
  4. Wählen Sie weiter unten im Dialog neben Hauptbildschirm im Drop-down-Menü die Anzeige aus, auf welcher das KDE-Startmenü sichtbar bleiben soll.
  5. Haben Sie alles so eingestellt, wie Sie es wünschen, klicken Sie rechts unten auf Anwenden.
  6. KDE aktiviert die neuen Einstellungen – aber zunächst nur für 15 Sekunden. Innerhalb dieser Zeit sollten Sie in einem Dialogfenster (Abbildung 5) die Änderungen bestätigen, indem Sie auf Einrichtung beibehalten klicken, ansonsten geht es zurück zu den alten Vorgaben. Das ist ein Sicherheitsmechanismus, der verhindert, dass Sie nach Auswahl von ungeeigneten Einstellungen Ihr System nicht mehr bedienen können. Werden beim Anwenden der neuen Einstellungen also die Bildschirme schwarz, warten Sie einfach 15 Sekunden ab.

    Abbildung 5: Wenn alles passt, bestätigen Sie hier die Änderung der Bildschirmeinstellungen.

Unity unter Ubuntu

Schließen Sie im laufenden Unity-Betrieb einen zweiten Monitor an, dehnt das System den aktuellen Desktop automatisch (nach rechts) auf den zweiten Bildschirm aus. Falls die Einstellungen (z. B. die Positionen der Geräte) nicht passen, klicken Sie das Zahnradsymbol rechts oben in der Statusleiste an und wählen daraus den Menüpunkt Anzeigegeräte. Dann erscheint ein Einstellungsfenster, in dem Sie (sogar durch einfaches Ziehen der Monitor-Rechtecke) die Bildschirmpositionen korrigieren oder in den Modus schalten können, in dem beide Displays dieselben Inhalte anzeigen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Unity aktiviert einen Zweitmonitor sofort. Der Einstellungsdialog ist etwas komfortabler als der von KDE.

KRandRTray

Sie müssen nicht für jede Einstellungsänderung die Bildschirmverwaltung starten: Wenn Sie nur die Auflösung an einem der Monitore verändern oder zwischen Spiegelung und getrennten Inhalten wechseln möchten, geht das auch über ein Icon im Systemabschnitt der KDE-Startleiste – das müssen Sie dort aber erst erzeugen. Dazu starten Sie das Programm KRandRTray, indem Sie mit [Alt]+[F2] ein Schnellstartfenster öffnen und darin krandrtray eingeben.

Klicken Sie mit links auf das neue Icon, das einen Monitor darstellt, öffnet sich der bereits bekannte komplexe Konfigurationsdialog von KDE. Für das schnelle Umschalten klicken Sie das Icon mit der rechten Maustaste an, dann klappt ein Menü heraus, aus dem Sie zunächst einen der beiden Monitore und dann die für dieses Gerät gewünschte Bildschirmauflösung auswählen (Abbildung 7). Alternativ rufen Sie aus diesem Menü Ausgaben vereinheitlichen auf, um auf beiden Bildschirmen dasselbe anzuzeigen. Das Tool ist auch für Anwender nützlich, die nur einen einzelnen Monitor betreiben möchten, weil es die schnelle Änderung der Auflösung erlaubt.

Abbildung 7: Über das Monitor-Icon in der Startleiste ändern Sie schnell die Auflösungen der angeschlossenen Monitore – wenn das Programm "krandrtray" läuft.

Um KRandRTray künftig automatisch zu starten, rufen Sie die Systemverwaltung über das KDE-Menü auf und wählen darin den Eintrag Systemverwaltung / Starten und Beenden aus. Im Bereich Autostart klicken Sie dann auf Programm hinzufügen. Es öffnet sich ein Programmauswahldialog, in dem Sie oben im Textfeld krandrtray eingeben. Bestätigen Sie Ihre Eingabe mit OK und klicken Sie im sich öffnenden Fenster nochmals auf OK. Jetzt können Sie sich probeweise vom System ab- und wieder anmelden, das Monitor-Icon sollte automatisch in der Startleiste erscheinen.

xrandr auf der Konsole

Wer lieber mit der Konsole arbeitet, kann einen neuen Monitor auch mit xrandr in Betrieb nehmen: Wenn Sie

xrandr --auto

eingeben, sucht das Tool nach angeschlossenen Bildschirmen und aktiviert sie. Das Resultat ist meist eine Spiegelung, so dass beide Monitore denselben Inhalt zeigen. xrandr besitzt zahlreiche Optionen, mit denen Sie auch dafür sorgen können, dass der Desktop auf den zweiten Monitor erweitert wird; Details dazu verrät die Manpage zu xrandr, weitere Informationen gibt es auch im UbuntuUsers-Wiki [2].

Rufen Sie xrandr ohne Parameter auf, zeigt es alle erkannten Monitore und die jeweils unterstützten Bildschirmauflösungen an (Abbildung 8).

Abbildung 8: "xrandr" zeigt in der Shell die aktuellen Einstellungen für alle Monitore an.

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Kommentare
geht doch
FK (unangemeldet), Mittwoch, 23. Mai 2012 06:00:07
Ein/Ausklappen

"Den zweiten Monitor schalten Sie lediglich bei Bedarf hinzu; das Ziel wäre, dass Linux selbständig erkennt, wann der zweite Monitor vorhanden ist, und in dem Fall den Desktop erweitert. Schalten Sie das Gerät wieder aus, sollte das idealerweise rückgängig gemacht werden. Diese Maximalanforderungen lassen sich leider nicht umsetzen, beim An- und Abstöpseln ist unter Linux fast immer Handarbeit nötig."

ich hab das ganze neulich noch ausprobiert, arch linux mit gnome 3.4.2 hier auf einem thinkpad t400 mit intel grafik und war baff - es läuft ohne probleme. einmal eingestellt kann ich jetzt munter ein und aus stöpseln, er stellt das gewünschte 2-monitor layout wieder her und bei bedarf wieder aus.


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