AA_wdfWDTV_LivePlus.jpg

Videos vom Linux-PC

Wohnzimmertauglicher Mini-Mediaplayer

22.05.2012
Western Digitals WD TV HD Live kommt ab Werk mit Linux, doch lässt sich das Gerät mit einer Community-Firmware weiter aufbohren. In Kombination mit einem PC und Linux wird aus dem Kästchen so ein echter Alleskönner.

Die Zeiten, in denen klobige und laute Computer unter dem Fernseher nötig waren, um Filme vom eigenen Rechner oder aus dem Netz wiederzugeben, sind endgültig vorbei. Kaum ein anderes Gerät verkörpert diese Tatsache so sehr wie Western Digitals WD TV HD Live [1]. Das Kästchen ist kaum größer als eine Brotdose und kommt ohne lärmende Lüfter aus. Dafür verfügt es über alle Anschlüsse, um Multimedia-Enthusiasten ins Schwärmen geraten zu lassen. Im Grunde handelt es sich um einen kleinen Computer, auf dem ab Werk obendrein Linux läuft.

Wer auf dem Gerät WDLXTV [2] installiert, zieht noch mehr Nutzen aus ihm. WDLXTV ist eine Firmware, die auf dem Original von Western Digital aufbaut, aber diverse nützliche Zusatzfunktionen integriert. So erweitert WDLXTV das Spektrum der unterstützten Formate beträchtlich, und auch die Optik der Menüs des WD TV HD Live lässt sich mit der Firmware aus der Community verbessern. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie aus dem Medienspieler und einem Linux-PC das perfekte Multimedia-Zentrum für Ihr Wohnzimmer machen.

Die Voraussetzungen schaffen

Zunächst steht die Anschaffung des WD TV HD Live an. Das Gerät findet sich im Elektrohandel zu Preisen ab rund 70 Euro. Mit in den Warenkorb gehört auch ein USB-Stick mit mindestens 256 MByte Speicherplatz – dieser ist nötig, um dem Gerät die neue Firmware unterzujubeln. Wer schon einen USB-Stick hat, kann diesen verwenden, wenn er mit dem VFAT-Dateisystem formatiert ist.

Der Minirechner hat einen HDMI-Ausgang, der mit dem Wiedergabegerät – dem Fernseher oder einem HDMI-fähigen Monitor – zu verbinden ist. Die Box kommt ab Werk ohne HDMI-Kabel, so dass dieses ebenfalls zu kaufen ist. Wer digitalen Sound haben will, verbindet den WD TV entweder über den optischen Ausgang mit einem Hifi-Verstärker oder nutzt die Audio-Features von HDMI, sollte der Fernseher selbst bereits an einen Verstärker angeschlossen sein. Unumgänglich ist eine Netzwerkanbindung des WD TV an das lokale Netz inklusive dem Linux-Rechner, von dem später die Multimedia-Inhalte kommen. Gigabit-Netzwerk ist aber nicht nötig, denn der WD-TV-Netzwerkchip beherrscht selbst nur 100 Mbit/s.

Wenn der WDTV HD Live mit allen notwendigen Kabeln an Fernseher und Netz hängt, ist der nächste Schritt der Austausch der Firmware. Beachten Sie: Durch die Installation der Austauschfirmware erlischt eine eventuell vorhandene Garantie des Geräts. Führen Sie diesen Schritt also nur aus, wenn Sie damit einverstanden sind.

Firmware austauschen

Um die mitgelieferte Firmware des WD TV durch WDLXTV zu ersetzen, gehen Sie so vor:

  1. Stecken Sie einen USB-Stick mit mindestens 256 MByte freiem Speicher an Ihren Linux-Computer an und warten Sie, bis die Aktivierung des Sticks abgeschlossen ist.
  2. Legen Sie die Heft-DVD in das DVD-Laufwerk und öffnen Sie den Ordner programme/andere/wdlxtv/ der DVD. Entpacken Sie den Inhalt der Datei 1.05.04_V_WDLXTV.COM_WDLXTV_LIVE-0.5.1.1.zip; dadurch entsteht ein neuer Unterordner 1.05.04_V_WDLXTV.COM_WDLXTV_LIVE-0.5.1.1 in Ihrem Home-Verzeichnis.
  3. Kopieren Sie die Dateien, deren Namen auf .fff, .ver oder .bin enden, auf den USB-Stick. Die Dateien müssen direkt im Wurzelverzeichnis des USB-Sticks liegen und nicht etwa in einem eigenen Ordner.
  4. Hängen Sie den USB-Stick aus und ziehen Sie ihn aus Ihrem Linux-Rechner. Stecken Sie ihn danach in den USB-Port auf der Rückseite des WD TV HD Live und starten Sie das Gerät neu.
  5. Beim Neustart erkennt die vorhandene Firmware auf dem WDTV das "Update" vom USB-Stick. Warten Sie, bis die neue Firmware aufgespielt ist. Falls es hier Probleme gibt und das Gerät die Aktualisierung verweigert, lesen Sie den Kasten Update-Probleme.

Ist das passiert, landen Sie im WDLXTV-Menü. Dieses unterscheidet sich optisch von der Originalversion dadurch, dass den Hintergrund kein knalliges Blau mehr ziert, sondern ein grün-bläulicher Hintergrund. Außerdem sehen Sie während des Starts das WDLXTV-Logo.

Update-Probleme

Manchmal gibt es beim Versuch, WDLXTV zu installieren, ein Problem: Der Installer erkennt die neue Firmware auf dem angeschlossenen USB-Stick zwar, glaubt aber, dass sie älter sei als die bereits installierte Version. In diesem Falle behelfen Sie sich mit einem einfachen aber wirksamen Trick:

  1. Öffnen Sie die auf dem USB-Stick abgelegte Datei wdtvlive.ver in einem Text-Editor, zum Beispiel Kate.
  2. Ändern Sie in der Datei die Versionsangabe von 1.05.04_V.WDLXTV_PLUS-0.5.1.1 auf 2.20.04.WDLXTV_PLUS-0.5.1.1. Schließen Sie den USB-Stick danach wieder an den WD TV Live HD an und starten Sie das Gerät neu. Nun sollte das Update funktionieren.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Medienzentrale
    Als vielseitiger Zuspieler für HD-Fernseher sind HD-fähige Mediaplayer heiß begehrt. Western Digitals Verkaufsschlager WD TV gibt es jetzt in einer Neuauflage mit Netzwerk und mehr Leistung, Konkurrent Seagate hält mit dem FreeAgent Theater+ dagegen.
  • Datenaustausch zwischen Windows und Linux
    Verwenden Sie verschiedene Betriebssysteme in Ihrem Netz, schlägt Samba zum Dateiaustausch eine Brücke zwischen den Welten.
  • Gestatten, Windows! Angenehm, Linux.
    In Netzwerken mit Windows- und Linux-Rechnern gibt Samba den Rhythmus vor. Der Tanz beginnt, wenn Sie bequem Dateien tauschen möchten.
  • Gegenseitiger Dateizugriff von Windows 8 und Linux
    Das Samba-Protokoll hilft dabei, von Rechnern mit Windows 8 auf Dateien zuzugreifen, die auf einem Linux-PC liegen – und umgekehrt. Dieser Artikel verrät, wie es geht.
  • Windows 8 und Linux im Netz
    Der Datenaustausch via LAN zwischen Windows 8 und Linux lässt sich mit wenigen Handgriffen einrichten. Dabei gilt es jedoch die ein oder andere Stolperstelle zu vermeiden.
Kommentare

Infos zur Publikation

title_2014_04

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet EUR 9,80. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der EasyLinux-Homepage.

Das EasyLinux-Jahresabo mit Prämie kostet ab EUR 33,30. Details zum EasyLinux-Jahresabo finden Sie im Medialinx-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...