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© Karen Winton, sxc.hu

Jukebox fürs Heimnetz

Sockso als heimischer Musik-Server

22.05.2012
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Wenn Sie daheim mehrere Desktop-Rechner, Notebooks, Tablet-PCs und andere Computer betreiben, kopieren Sie die beste Musik auf jede dieser Maschinen – mit Sockso können Sie darauf verzichten und alle Platten an einem Ort sammeln.

Mit Sockso mixen und verteilen Sie digitale Musikstücke im Netz. Das Programm ist eine Serveranwendung, die mit einer schicken Weboberfläche einen bequemen Zugriff auf die Audiodaten erlaubt. Sockso installieren Sie einfach auf dem Computer, der Ihre MP3-Sammlung enthält, und zum Musikhören nutzen Sie einen Browser. Dabei unterstützt die Software neben MP3 auch die Audioformate Ogg Vorbis und WMA.

Zum Konfigurieren und Verwalten der Musikstücke bringt Sockso eine übersichtliche grafische Benutzeroberfläche namens Collection Manager mit. Sie ist in Java programmiert und lauft daher unter Linux, Mac OS und Windows gleichermaßen.

Konfiguration

Sockso setzt eine Sun-Java-Runtime-Engine sowie einen Netzwerkanschluss voraus. Auf einem frischen OpenSuse-12.1-System und auf einer Ubuntu-11.10-Installation funktionierte das Programm ohne weitere Vorarbeiten. Möchten Sie die Musikstücke für Freunde via Internet zur Verfügung stellen, braucht der PC darüber hinaus eine Internetanbindung.

Sockso selbst brauchen Sie nicht zu installieren: Im Web [1] finden Sie komprimierte Archive, die Sie herunterladen und lediglich entpacken, die Heft-DVD enthält im Verzeichnis programme/andere/sockso/ die Datei sockso-1.5.zip. Beim Entpacken entsteht ein neues Unterverzeichnis namens sockso-1.5. Öffnen Sie dieses Verzeichnis im Dateimanager und klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Datei linux.sh. Aus dem Kontextmenü wählen Sie dann den Eintrag Eigenschaften und machen anschließend die Datei ausführbar:

  • In Dolphin setzen Sie im Reiter Berechtigungen das Häkchen vor Ausführbar.
  • Falls Sie Gnomes Dateimanager Nautilus benutzen, setzen Sie im Reiter Zugriffsrechte das Häkchen vor Datei als Programm ausführen.

Danach schließen Sie den Dateieigenschaftendialog. Mit einem Klick (Dolphin) bzw. Doppelklick (Nautilus) auf die Datei linux.sh starten Sie Sockso. Daraufhin präsentiert sich der bereits erwähnte Collection Manager mit einer übersichtlichen Oberfläche (Abbildung 1). Zurzeit gibt es keine deutsche Übersetzungen – das stellt aber selbst Benutzer mit weniger guten Englischkenntnissen vor keine unlösbaren Probleme; auf der Anwendungsoberfläche findet sich ohnehin kein unnötiger Text.

Abbildung 1: Der Collection Manager hilft beim Verwalten und Konfigurieren des Musikservers.

Die wichtigsten Elemente des Collection Managers finden sich in den fünf Reitern Music, Collection (Sammlung), Users (Benutzer), General (algemein) und Encoders, über die Sie alle Parameter konfigurieren. Der erste Schritt unter Sockso besteht darin, Verzeichnisse mit Musikdateien auszuwählen, die Sie freigeben möchten. Dazu wechseln Sie auf den Reiter Collection und klicken dort auf Add Folder, um den Dateiauswahldialog zu öffnen. Anschließend wählen Sie das gewünschte Verzeichnis aus.

Über Öffnen wechseln Sie in den entsprechenden Ordner, und die Software liest sämtliche Musikdateien im Verzeichnis und den Unterverzeichnissen ein. Bei großen Musiksammlungen dauert dieser Prozess einige Minuten, auch bei schneller Hardware. Daher empfiehlt es sich für den Anfang, lediglich Verzeichnisse kleineren Umfangs und nicht zu viele gleichzeitig einzulesen.

Die Musikdateien tauchen anschließend im Reiter Music unter Tracks auf. Alle Stücke in der Liste können Sie auch zum Erstellen von Abspiellisten (Playlists) verwenden. Ziehen Sie dazu die gewünschten Titel, Alben oder Künstler mit gedrückter linker Maustaste in den rechten Bereich des Reiters Music. Haben Sie die Auswahl komplettiert, speichern Sie die Abspielliste über die Schaltfläche Save Playlist und vergeben dabei gleich einen passenden Namen für den neuen Eintrag. Gespeicherte Listen finden Sie unter Playlists, wo Sie diese bei Bedarf auch wieder löschen.

Webinterface

Haben Sie eine Playlist eingerichtet, bietet es sich an, die Funktionen der Weboberfläche im Browser zu testen. Dazu klicken Sie einmal auf Your address am unteren Fensterrand des Collection Managers. Es erscheint ein Kontextmenü, aus dem Sie My Computer auswählen. Sockso startet daraufhin das Webfrontend im Browser (Abbildung 2). Über eine Menüleiste stöbern Sie nun in der Musiksammlung nach interessanten Titeln.

Abbildung 2: Die Startseite des Musikservers zeigt neben zuletzt abgespielten Titeln auch häufig gehörte Künstler an.

Optisch besonders gelungen fällt das Blättern durch die Musiksammlung über Plattencover aus. Sockso lädt die Bilddateien zu den einzelnen Alben automatisch aus dem Internet nach und integriert sie in die Suchfunktion. Etwas unschön fällt auf, dass das Programm versucht, die Coverbilder trotz niedriger Auflösung groß darzustellen, was zu einem pixeligen Ergebnis führt.

Bei wenig verbreiteten, aber dennoch im Handel erhältlichen Alben findet das Programm die Plattencover mitunter nicht. Selbst bei verbreiteten Interpreten funktioniert die Erkennung noch nicht immer zuverlässig, so dass sich bei verschiedenen Alben desselben Interpreten die gleichen Cover wiederfinden.

Auch ohne ein Cover haben Sie die Möglichkeit, einen Titel abzuspielen oder herunterzuladen. Darüber hinaus erlaubt es Sockso, über das Webinterface eigene Abspiellisten zusammenzustellen und zu verwalten, sofern Sie sich als Benutzer registriert haben. Nach der Anmeldung finden Sie Ihre Abspiellisten unter dem Menüpunkt Playlists.

Für das Abspielen am lokalen Rechner stehen ein in die Webseite eingebundener Player sowie ein Pop-up-Flash-Player (Abbildung 3) bereit. Alternativ verwenden Sie über den zugeordneten Dateityp ein Player-Programm auf dem lokalen System.

Abbildung 3: Der Pop-up-Flashplayer bietet Standardfunktionen zum Abspielen von Musik.

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