Zugriff auf die Server-Shell

Um überhaupt in den Verzeichnissen auf dem Server navigieren und Shell-Befehle eingeben zu können, müssen Sie sich zunächst auf dieser Maschine einloggen. Dazu nutzen Sie auf Ihrem heimischen Rechner das Secure-Shell-Kommando ssh. Sie können sich damit als Administrator auf dem Root-/V-Server einloggen, indem Sie

ssh root@12.34.56.78

eingeben. Dabei müssen Sie 12.34.56.78 durch die IP-Adresse der Servers ersetzen, die Ihnen Ihr Provier mitteilt. Haben Sie mit dem Server auch eine Domain mitgebucht (z. B. meinedomain.de), können Sie auch

ssh root@meinedomain.de

schreiben. Während des Verbindungsaufbaus fragt ssh nach dem Root-Passwort des Servers, das Sie blind eingeben; danach sind Sie auf der Maschine eingeloggt und geben nun Shell-Befehle ein, die direkt auf dem Server ausgeführt werden. Mit [Strg]+[D] (oder durch Eingabe von exit) beenden Sie die Verbindung mit dem Server.

Am geänderten Shell-Prompt (der Eingabeaufforderung) können Sie immer sehen, ob Sie lokal oder auf dem Server arbeiten; Abbildung 3 zeigt ein Beispiel für einen Login-Vorgang und die Abmeldung.

Abbildung 3: Beim Einloggen auf dem V-Server (hier mit der IP-Adresse 11.22.33.44) ändert sich der Prompt der Shell.

Mit screen (siehe Artikel ab Seite 116) können Sie Sitzungen auf dem Root- oder V-Server aufrecht erhalten, obwohl Sie sich abmelden. Damit ist auch die übliche alle 24 Stunden erfolgende Zwangstrennung durch Ihren Internetprovider unproblematisch – ohne screen werden bei einer Trennung der SSH-Verbindung alle auf dem Server (in dieser Shell) laufenden Programme abgebrochen.

Backup

V-Server bieten oft eine integrierte Datensicherung, denn der Hostinganbieter hat Zugriff auf Ihre Daten, die sich in einer virtuellen Festplatte befinden – also kann er diese Daten auch sichern (Abbildung 4). Bei einem echten Root-Server ist das nicht der Fall: Spätestens nachdem Sie das anfangs vom Provider gesetzte Root-Passwort geändert haben, haben Sie ihn wirkungsvoll ausgesperrt. Bei Root-Servern müssen Sie also selbst für eine Datensicherung sorgen.

Abbildung 4: Plesk zeigt hier die Liste der automatisch erzeugten Backups eines V-Servers an.

Umgekehrt können Sie Ihren Server auch zur Sicherung Ihrer privaten Daten vom heimischen PC nutzen, indem Sie regelmäßig Dateien über eine sichere Verbindung auf den Root-/V-Server kopieren oder ein Tool einrichten, das einen Ordner daheim mit einem Ordner auf dem Root-/V-Server synchronisiert. Dabei sollten Sie aber beachten, dass der Root-/V-Server permanent unter der immer gleichen IP-Adresse aus dem ganzen Internet erreichbar und damit Angriffsversuchen stärker als Ihr privater PC daheim ausgesetzt ist. Vertrauliche Daten sollten Sie daher vor dem Kopieren auf den Server zunächst verschlüsseln, z. B. mit TruPax (siehe Artikel Neue Software in dieser Ausgabe).

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