MediaTomb auf die Platte

Zunächst zur Installation von MediaTomb: Unter OpenSuse 11.4/12.1 (und vermutlich auch unter OpenSuse 11.3) finden Sie den UPnP-Server MediaTomb in der externen Paketquelle von Packman – oder auf unserer Heft-DVD. Binden Sie die DVD als Paketquelle ein und installieren Sie die Pakete. Dazu geben Sie in der Paketsuche mediatomb in die Suchzeile ein. Kreuzen Sie dann mediatomb und mediatomb-mysql an und wählen Sie Akzeptieren (Abbildung 3). Nun erscheint ein Fenster mit Software, die OpenSuse zusätzlich installieren will: Klicken Sie auf Fortfahren, landen eine ganze Reihe von Softwarepaketen auf Ihrem Rechner.

Abbildung 3: Über unsere Heft-DVD installieren Sie MediaTomb auch unter OpenSuse 11.4/12.1, ohne zusätzliche Paketquellen zu benötigen.

Unter OpenSuse verhindert nun noch die Firewall, dass Sie von einem externen Rechner auf die Freigaben zugreifen dürfen. Um die Regeln für diese anzupassen, sind noch weitere Handgriffe nötig.

  1. Rufen Sie im K-Menü den Eintrag Rechner / YaST auf. Im Fenster der Systemverwaltung wählen Sie dann links den Punkt Sicherheit und Benutzer und klicken rechts auf Firewall.
  2. Bevor Sie Parameter der Brandmauer ändern, klicken Sie auf Firewall jetzt stoppen. Im linken Bereich wählen Sie nun den Eintrag Erlaubte Dienste aus und auf der rechten Seite den Button Erweitert
  3. In das kleine Fenster, das sich nun öffnet (Abbildung), tragen Sie in die Zeile TCP-Ports die Ports 49152 49153 49154 ein und trennen diese durch ein Leerzeichen. Über diese Ports kündigt MediaTomb die eigenen Multimediadateien im Netzwerk an.

  4. Nach einem Klick auf OK landen Sie wieder im Übersichtsfenster und wählen nun links Start, rechts Firewall jetzt starten und dann rechts unten Weiter.
  5. Das bringt Sie zu einem Übersichtsfenster. Hier sollte stehen, dass die Firewall nun die drei eingetragenen Ports freigibt. Über Beenden schließen Sie die Konfiguration ab.

Nutzer von Kubuntu 11.10 haben es wesentlich leichter: Sie müssen keine Firewall verändern und installieren den Server bequem über den Paketmanager. Den rufen Sie auch hier über das K-Menü auf – der gesuchte Eintrag lautet Rechner / Muon-Programmverwaltung. In die Suchzeile geben Sie mediatomb ein und installieren die Software dann über einen Klick auf Installieren. Das war es schon.

MediaTomb einrichten

Das Schöne an MediaTomb ist: Die Software kann – im Gegensatz zum ebenfalls freien Ushare – auch Flash-Dateien streamen. Das kann man nicht genug betonen, bietet es Ihnen doch die Möglichkeit, Ihre gesammelten YouTube-Videos zu streamen. Zudem verfügt MediaTomb über eine grafische Oberfläche, die in einem Browserfenster läuft. Dadurch funktioniert sie plattformübergreifend und sieht überall gleich aus. Starten müssen Sie MediaTomb über die Kommandozeile: Dazu klicken Sie unter Kubuntu 11.10 oder OpenSuse 11.4/12.1 auf das K-Menü-Icon und geben in die Suchzeile im Menü konsole ein. Nun sollte ein Icon erscheinen, über das Sie das Terminalprogramm aufrufen.

Geben Sie dann im Terminalfenster mediatomb ein, um den UPnP-Dienst zu starten. Gewöhnlich rollt eine ganze Latte von Textbefehlen an Ihnen vorbei, bevor am Ende die Aufforderung steht, eine bestimmte IP-Adresse mitsamt Port-Nummer im Browser aufzurufen (Abbildung 4). Im Beispiel lautete die angezeigte Adresse http://192.168.111.143:49152, bei Ihnen kann die Adresse vor und nach dem Doppelpunkt anders lauten. Kopieren Sie die Adresse und fügen Sie diese in die URL-Leiste des Browsers ein, gelangen Sie zum Interface von MediaTomb (Abbildung 5).

Abbildung 4: Die nach dem Start von MediaTomb angezeigte IP-Adresse geben Sie in den Browser ein, um an das Interface zu gelangen. Der Port spielt beim Konfigurieren der Firewall eine Rolle.
Abbildung 5: Über die MediaTomb-Oberfläche verwalten Sie Ihre freigegebenen Verzeichnisse, sie läuft in einem Browserfenster.

Die grafische Oberfläche von MediaTomb ist sehr einfach gestrickt und besteht aus den Einträgen Database und Filesystem sowie – ganz rechts – aus einigen Icons, über die Sie bestimmte Aktionen starten. Zunächst gilt es, MediaTomb mit Ihrer Mediensammlung bekannt zu machen. Dafür wechseln Sie zum Eintrag Filesystem und rufen zum Beispiel den Ordner mit Ihren Videos auf, den Sie meist unter /home/benutzer/Videos finden, wobei Sie benutzer durch Ihren Benutzernamen ersetzen. Da MediaTomb eine rekursive Suchfunktion anbietet, genügt es auch, ein übergeordnetes Verzeichnis zu wählen.

Haben Sie Ihr Wunschverzeichnis markiert, klicken Sie ganz rechts auf das Icon mit dem Pluszeichen und dem Kreis drum herum. Es bringt Sie in ein Konfigurationsfenster, in dem Sie verschiedene Parameter für die Freigabe einstellen (Abbildung 6). Wählen Sie in der Zeile Scan Mode den Eintrag Timed. Auf diese Weise schaut MediaTomb regelmäßig in das freigegebene Verzeichnis und sucht darin nach neuen Dateien. In der Zeile Scan Level gibt es zwei Optionen: Basic und Full. Wählen Sie die erste Option, durchforstet MediaTomb ein Verzeichnis zwar nach neuen und entfernten Dateien, bemerkt aber – im Gegensatz zur Suche mit dem Parameter Full – keine Veränderungen, die Sie an den Metadaten der Dateien vornehmen. Die Option Recursive wählen Sie nur dann, wenn das Verzeichnis mit den Multimediadateien mehrere Unterordner enthält. Über die letzten beiden Optionen stellen Sie ein, ob MediaTomb auch versteckte Verzeichnisse und Dateien aufspürt, die einen Punkt vor dem Namen tragen (Include hidden...), und wie häufig die Software den Quellordner neu durchsucht (Scan Interval...). Wenn Sie den Ordner nicht ständig mit neuen Dateien füttern, sollte die voreingestellte halbe Stunde (1800 Sekunden) als Update-Rhythmus genügen. Ein Klick auf Set speichert die von Ihnen vorgenommenen Änderungen.

Abbildung 6: Für jede Freigabe legen Sie den Umfang und den Aktualisierungsintervall gezielt fest.

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