Know-how für die Kommandozeile

Shell-Tipps

Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Manpages formatiert ausdrucken

Ihr Linux-System steht mit Rat und Tat zur Seite, falls Sie Hilfe zur Funktion und den Optionen eines Kommandozeilentools suchen. Die so genannten Manpages betrachten Sie im Terminalfenster und auf der Konsole mit dem Kommando man. Um also beispielsweise die Hilfeseite zum Befehl ls (listet Verzeichnisinhalte auf) zu betrachten, tippen Sie:

man ls

Mit den Pfeiltasten und Bildlauftasten blättern Sie hoch und runter, mit [Umschalt]+[7] (also /) suchen Sie nach einem Begriff, und [Q] beendet das Programm.

Um eine Manpage auszudrucken, müssen Sie nicht groß in die Trickkiste greifen und nach Konvertierungsprogrammen suchen – man hat eine solche Funktion bereits eingebaut. Der Parameter -t erzeugt eine PostScript-Datei. In der Voreinstellung landet diese auf der Standardausgabe, scrollt also durch das Terminal. Sie können das Ganze daher mit dem Umleitungsoperator > in einer Datei ablegen. Um eine PostScript-Version der ls-Manpage zu erzeugen, geben Sie also Folgendes ein:

man -t ls > ls.ps

Das neu erzeugte PostScript-Dokument können Sie nun mit einem Betrachter wie Evince oder Okular am Bildschirm bewundern (Abbildung 1) oder über das Kommando lp (siehe Tipp ##) an den Drucker schicken.

Abbildung 1: Das Kommando "man" zeigt nicht nur die Hilfeseiten im Terminal an, sondern wandelt diese mit dem Parameter "-t" in hübsch formatierte PostScript-Dokumente um.

Tipp: Drucken auf der Shell mit "lp"

Das Programm lp druckt auf der Shell und nimmt mehrere Dateitypen entgegen, darunter PostScript-/PDF-Dokumente und verschiedene Bildformate. Als Option übergeben Sie beim Aufruf mindestens einen Dateinamen:

lp datei.ps

In der Voreinstellung schickt das Kommando die Daten an den Standarddrucker – haben Sie mehr als einen Drucker konfiguriert, lesen Sie im nächsten Tipp, wie Sie mittels lpstat die Statusinformation ausgeben und erfahren, wie das Standardziel heißt.

Um gleich mehrere Kopien einer Datei zu drucken, können Sie über die Option -n die Anzahl der Exemplare definieren, zum Beispiel lp -n 5 datei.ps. Auch die Papiergröße (zum Beispiel -o media=a4), die Ausrichtung (-o landscape für Querformat) oder einzelne Seiten eines längeren Dokuments (-P 2-4,16) können Sie über Parameter beim Start definieren.

lp liest auf Wunsch auch direkt von der Standardeingabe. Dazu geben Sie statt eines Dateinamens das Minuszeichen an. Um die PostScript-Manpage aus dem vorigen Tipp nicht in einer Datei abzulegen, sondern diese direkt an den Drucker zu schicken, geben Sie Folgendes ein:

man -t ls | lp -

Anstelle des Umleitungsoperators leiten Sie hier die Ausgabe des man-Befehls über eine Pipe (Tastenkombination [AltGr]+[<]) an das lp-Kommando weiter, das die Daten aus der Standardeingabe liest und direkt an den Standarddrucker schickt.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Schöner drucken
    Linux setzt beim Thema Drucken auf das Common Unix Printing System (CUPS) und auf das Dateiformat PostScript. Darüber mehr zu erfahren, kann nützlich sein und für mehr Komfort beim Drucken sorgen.
  • Drucken auf Kommando
    Ein Raspberry Pi eignet sich bestens als Druckserver für kleine Netze, zumal sich der Server-Dienst Cups auch abseits von Web- und GUI-Oberflächen via Terminal verwalten lässt.
  • Shell-Tipps
    Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.
  • Handarbeit
    Die meisten Nutzer drucken Dokumente aus einer Anwendung mit grafischer Oberfläche heraus. In einigen Situationen erweist es sich aber als sinnvoller, den Printserver Cups per Kommandozeile zu bedienen.
  • Gnome-Tipps
    Gnome ist neben KDE die zweite große Desktopumgebung für Linux. Wir stellen regelmäßig Nützliches und Praktisches für die alternative grafische Oberfläche vor. In dieser Ausgabe lesen Sie Tipps zu Gnome Do, Gnome Schedule und Baobab, zu Netzwerkdruckern und zur Arbeit mit Fenstern.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...