Shell-Tipps

Know-how für die Kommandozeile

22.05.2012
Erfahrene Linux-Nutzer schwören auf flexible Kommandozeilentools, mit denen sich manche Aufgabe schneller bewältigen lässt als in grafischen Programmen. Wir stellen die wichtigsten Anwendungen vor, um auch Einsteiger zu einem Ausflug in die Shell zu ermutigen.

Tipp: Manpages formatiert ausdrucken

Ihr Linux-System steht mit Rat und Tat zur Seite, falls Sie Hilfe zur Funktion und den Optionen eines Kommandozeilentools suchen. Die so genannten Manpages betrachten Sie im Terminalfenster und auf der Konsole mit dem Kommando man. Um also beispielsweise die Hilfeseite zum Befehl ls (listet Verzeichnisinhalte auf) zu betrachten, tippen Sie:

man ls

Mit den Pfeiltasten und Bildlauftasten blättern Sie hoch und runter, mit [Umschalt]+[7] (also /) suchen Sie nach einem Begriff, und [Q] beendet das Programm.

Um eine Manpage auszudrucken, müssen Sie nicht groß in die Trickkiste greifen und nach Konvertierungsprogrammen suchen – man hat eine solche Funktion bereits eingebaut. Der Parameter -t erzeugt eine PostScript-Datei. In der Voreinstellung landet diese auf der Standardausgabe, scrollt also durch das Terminal. Sie können das Ganze daher mit dem Umleitungsoperator > in einer Datei ablegen. Um eine PostScript-Version der ls-Manpage zu erzeugen, geben Sie also Folgendes ein:

man -t ls > ls.ps

Das neu erzeugte PostScript-Dokument können Sie nun mit einem Betrachter wie Evince oder Okular am Bildschirm bewundern (Abbildung 1) oder über das Kommando lp (siehe Tipp ##) an den Drucker schicken.

Abbildung 1: Das Kommando "man" zeigt nicht nur die Hilfeseiten im Terminal an, sondern wandelt diese mit dem Parameter "-t" in hübsch formatierte PostScript-Dokumente um.

Tipp: Drucken auf der Shell mit "lp"

Das Programm lp druckt auf der Shell und nimmt mehrere Dateitypen entgegen, darunter PostScript-/PDF-Dokumente und verschiedene Bildformate. Als Option übergeben Sie beim Aufruf mindestens einen Dateinamen:

lp datei.ps

In der Voreinstellung schickt das Kommando die Daten an den Standarddrucker – haben Sie mehr als einen Drucker konfiguriert, lesen Sie im nächsten Tipp, wie Sie mittels lpstat die Statusinformation ausgeben und erfahren, wie das Standardziel heißt.

Um gleich mehrere Kopien einer Datei zu drucken, können Sie über die Option -n die Anzahl der Exemplare definieren, zum Beispiel lp -n 5 datei.ps. Auch die Papiergröße (zum Beispiel -o media=a4), die Ausrichtung (-o landscape für Querformat) oder einzelne Seiten eines längeren Dokuments (-P 2-4,16) können Sie über Parameter beim Start definieren.

lp liest auf Wunsch auch direkt von der Standardeingabe. Dazu geben Sie statt eines Dateinamens das Minuszeichen an. Um die PostScript-Manpage aus dem vorigen Tipp nicht in einer Datei abzulegen, sondern diese direkt an den Drucker zu schicken, geben Sie Folgendes ein:

man -t ls | lp -

Anstelle des Umleitungsoperators leiten Sie hier die Ausgabe des man-Befehls über eine Pipe (Tastenkombination [AltGr]+[<]) an das lp-Kommando weiter, das die Daten aus der Standardeingabe liest und direkt an den Standarddrucker schickt.

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