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Volle Saugkraft voraus!

KGet, KTorrent, ScrapBook und Co.

22.05.2012
Von KGet und KTorrent über ScrapBook bis zu DownThemAll: Verschiedene Tools helfen Ihnen beim Herunterladen von Dateien aus dem Internet. Wir zeigen, wann Sie welches Tool am besten einsetzen.

Das Herunterladen von Webseiteninhalten erscheint auf den ersten Blick wie ein triviales Problem, ist aber im konkreten Einzelfall nicht immer einfach zu lösen. Wollen Sie zum Beispiel hunderte Fotos aus einer riesigen Bildergalerie oder die Befehlsreferenz von Processingjs.org, die etwa 700 Unterseiten umfasst, herunterladen, stehen Sie vor einer Sisyphusarbeit (Abbildung 1). Auch viele Videos lassen sich nicht ohne weiteres auf die Festplatte bannen: Auf den meisten Webseiten suchen Sie vergeblich nach einem Download-Button. Mit den richtigen Firefox-Erweiterungen kommen Sie hingegen schnell an das gewünschte Video und kopieren ausufernde Handbücher in Minuten auf den Rechner (Abbildung 2).

Abbildung 1: Die Befehlsreferenz von "Projessingjs.org" besteht aus etwa 700 Unterseiten. Wollen Sie die manuell herunterladen, müssen Sie viel Zeit mitbringen.
Abbildung 2: Die ScrapBook-Erweiterung von Firefox lädt die Dateien von Processingjs.org innerhalb von ein paar Minuten auf den Rechner.

Andere Probleme bereiten große bis riesige Dateien, deren Download sehr lange dauert. Hier helfen Downloadmanager wie KGet beim Herunterladen. Diese nehmen einen Download nach dem Abbruch der Verbindung automatisch wieder auf und beschleunigen ihn, indem sie eine Datei stückchenweise und parallel aus mehreren Quellen herunterladen. Daneben gibt es Alternativen zu den "traditionellen" Downloadmethoden, die über die Protokolle FTP und HTTP ablaufen. Das BitTorrent-Protokoll verzichtet etwa auf den Einsatz zentraler Server, die gern zum Flaschenhals werden, sobald mehrere Anwender zugleich auf eine Datei zugreifen. Es ermöglicht den simultanen Download dieser Datei von verschiedenen Benutzern, die sie besitzen und über eigene BitTorrent-Clients im Internet anbieten. Bei beliebten Dateien mit vielen Anbietern steigt so die Downloadrate enorm.

Klassiker

Klassisch bieten Webseiten ihre Inhalte über Links auf Dateien an. In Firefox (auf den wir uns im Artikel beschränken) genügt ein Klick auf einen Link, und der Browser schlägt vor, die verlinkte Software herunterzuladen. Alternativ stoßen Sie den Download an, indem Sie mit der rechten Maustaste auf den Link klicken und im Kontextmenü Ziel speichern unter wählen. Haben Sie es mit einem Bild zu tun, wählen Sie den Eintrag Grafik anzeigen aus dem Kontextmenü und im nächsten Bild Grafik speichern unter, wodurch die Grafik auf der lokalen Festplatte landet.

Beim Herunterladen hilft ein in Firefox eingebauter Downloadmanager, der die Dateien namentlich anzeigt. Mit seiner Hilfe unterbrechen Sie einen oder mehrere Downloads und starten diese neu, wobei unterbrochene Downloads einen Neustart des Browsers nicht überleben – hier kommen dann externe Downloadmanager ins Spiel. Wollen Sie wissen, in welchem Ordner der Downloadmanager eine Datei ablegt, klicken Sie diese im Fenster mit der rechten Maustaste and und wählen Beinhaltenden Zielordner anzeigen.

Seltener bis gar nicht greifen Sie heute noch zu einem FTP-Server. Lediglich Betreiber von Webseiten benötigen solche Server, um Dateien auf entfernte Server oder in den Web-Space hochzuladen (Upload). Beim Download rufen Sie hingegen eine FTP-Adresse einfach im Browser auf und laden die Dateien wie gewohnt herunter (Abbildung 3).

Abbildung 3: Dateien von FTP-Servern laden Sie mittlerweile einfach über den Browser herunter.

DownloadManager

KGet und KTorrent helfen vor allem beim Download großer Dateien, gehen dabei aber verschiedene Wege. KGet lässt sich zwar in den Konqueror einbinden, aber eine native Firefox-Integration fehlt bisher. Über den FlashGot-Umweg binden Sie KGet aber auch in Firefox ein (Abbildung 4). Der Downloadmanager erlaubt es nicht nur, Downloads zu unterbrechen, sondern auch ihre Prioritäten zu ändern. Er setzt dabei auf die klassischen Protokolle HTTP und FTP. Über Einstellungen / KGet einrichten rufen Sie ein Konfigurationsfenster auf. Hier regeln Sie u. a., wie viele Downloads KGet parallel startet, wo der Zielordner liegt und viele weitere Details (Abbildung 5). Fortgeschrittene Anwender verwenden die Software auch über ein Browser-Interface, was aber voraussetzt, dass die OpenSuse-Installation über das Internet erreichbar ist. Über das Datei-Menü erhalten Sie zudem die Möglichkeit, Dateien an KGet zu übergeben, die verschiedene Download-Links enthalten – ebenfalls ein Feature für fortgeschrittene Benutzer.

Abbildung 4: Die Firefox-Erweiterung FlashGot kennt mehrere Downloadmanager, darunter KGet, der den Job auf dem KDE-Desktop übernimmt.
Abbildung 5: Über die Einstellungen konfigurieren Sie den KDE-Downloadmanager.

KTorrent ist der BitTorrent-Client für KDE. Mit dieser Software laden Sie Dateien nicht von einem Server herunter, sondern von den Rechnern zahlreicher anderer Benutzer. Diese müssen die Datei dafür natürlich zum Download anbieten, was die meisten handelsüblichen BitTorrent-Clients automatisch erledigen. BitTorrent ist also oft schneller als andere Downloadverfahren, weil Sie eine große Datei asynchron und parallel von zahlreichen Clients herunterladen – lediglich Ihre DSL-Bandbreite und die Zahl der angebotenen Dateien schränken die Geschwindigkeit ein. Sind alle Teile auf dem Rechner angekommen, setzt der Client das Puzzle wieder zur Originaldatei zusammen. Damit das klappt, müssen bestimmte Ports über das Internet erreichbar sein (siehe Kasten Ports freigeben).

Ports freigeben

Unter OpenSuse 11.4/12.1 müssen Sie zunächst die Firewall konfigurieren. Dazu klicken Sie im K-Menü auf Rechner / YaST und dort auf Sicherheit und Benutzer / Firewall. Stoppen Sie die Firewall und klicken Sie links auf Erlaubte Dienste, anschließend rechts unten auf Erweitert. Tragen Sie 7881 8881 in die Zeile UDP-Ports ein, in die Zeile TCP-Ports gehört die 6881. Die Einträge besiegeln Sie nun über Ok und Weiter. Geben Sie die genannten Ports dann auch auf dem lokalen Router frei. Weil es viele verschiedene Router gibt, fehlt hier leider der Platz, dieses Vorgehen explizit zu beschreiben. Stellvertretend finden Sie für eine FritzBox hier [1] eine schöne Konfigurationsanleitung, bei anderen Routern hilft das Handbuch weiter.

Wollen Sie eine Torrent-Datei herunterladen, müssen Sie nicht zwangsweise eine Webseite besuchen, aber es hilft. Die integrierte Suchfunktion von KTorrent kennt zwar eine Reihe von Torrent-Suchmaschinen, doch viele davon funktionieren nicht mehr. Geben Sie in die Suchzeile ein Schlagwort ein und wählen Sie im Aufklappmenü am besten Mininova, Isohunt oder The Pirate Bay aus, um erfolgreich Ergebnisse aufzuspüren. Nicht immer lassen sich die Torrents hinter den Links problemlos herunterladen, da einige Seiten (wie etwa The Pirate Bay) ihre Torrents nur noch in Form von Magnetlinks anbieten (siehe Kasten Magnetlinks).

Magnetlinks

Magnetlinks identifizieren eine Datei, ohne genau zu wissen, wo sich diese aktuell befindet. Das ermöglicht es, Dateien sehr dezentral zu verteilen, hat aber auch Nachteile. Mitunter dauert es ein Weilchen, bis der Client eine ausreichende Menge an Downloadquellen aufspürt. KTorrent kommt mit solchen Magnetlinks zurecht, wenn Sie Einstellungen / KTorrent einrichten wählen und im Register BitTorrent den Eintrag VHT verwenden ankreuzen (Abbildung 6).

Abbildung 6: Wollen Sie mit KTorrent auch Magnetlinks verwenden, müssen Sie eine Voreinstellung ändern.

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