001_thunderbird.eps

Einstieg in das Mailprogramm Thunderbird

Moderner Postbote

Für Linux gibt es zahlreiche Mailprogramme. Thunderbird sticht aus der Masse durch viele Features, ein Add-on-System und die Verfügbarkeit unter Linux, Windows und OS X hervor. Wir helfen bei der Einrichtung und den ersten Schritten.

Das beliebteste Mailprogramm – nicht nur unter Linux, sondern zunehmend auch unter Windows und Mac OS – ist Thunderbird. Es wird vom Mozilla-Projekt entwickelt und war ursrprünglich zusammen mit dem heute als Firefox bekannten Webbrowser Teil der kombinierten Anwendung Netscape.

Thunderbird bietet schon in der Grundausstattung alle wichtigen Features und lässt sich über Plug-ins noch erweitern. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die elementaren Funktionen vor und helfen bei der Ersteinrichtung.

Wo liegen die Mails?

Für die Einrichtung von Thunderbird müssen Sie zunächst herausfinden, welche Möglichkeiten Ihr E-Mail-Provider für den Zugriff auf die Nachrichten bietet. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Zugriff via POP3 (Post Office Protocol, Version 3),
  • Zugriff via IMAP (Internet Message Access Protocol).

Das POP3-Protokoll ist schon etwas älter und erlaubt nur den Download der E-Mails auf den eigenen Rechner; moderner und leistungsfähiger sind IMAP-Mailserver, die Ihnen die Möglichkeit geben, die Mails auf dem Server zu belassen und dort in verschiedenen Ordnern abzulegen. IMAP hat gegenüber POP3 den großen Vorteil, dass Sie von mehreren Computern (und auch mit verschiedenen Mailprogrammen) auf Ihre E-Mail-Sammlung zugreifen können.

Ihr E-Mail-Provider stellt Ihnen für den Zugriff Zugangsdaten zur Verfügung: Sie benötigen die E-Mail-Adresse, den Benutzernamen (oft identisch mit der Mailadresse), das Passwort und Art und Name zweier Mailserver für den Posteingang (Abholen Ihrer Mails) und den Postausgang (Verschicken von Mails). Der Postausgangsserver ist immer vom Typ SMTP (Simple Mail Transfer Protocol), der Eingangsserver entweder ein POP3- oder ein IMAP-Server. Notieren Sie diese Zugangsdaten, bevor Sie die Einrichtung von Thunderbird starten. Die Namen der Server versucht Thunderbird bei der Einrichtung zu erraten; es schadet aber nicht, diese Daten zu kennen – vor allem, falls es mit der Autoerkennung nicht auf Anhieb klappt.

Thunderbird einrichten

Sie müssen Thunderbird zunächst über die Paketverwaltung nachinstallieren; das Paket heißt bei OpenSuse MozillaThunderbird; Ubuntu-Benutzer richten die Pakete thunderbird und thunderbird-locale-de ein, das zweite der beiden Pakete enthält die Unterstützung für die deutsche Sprache.

Sie können das Programm über das Startmenü aufrufen. Wenn Sie Thunderbird noch nie verwendet haben, erscheint beim ersten Start ein Assistent, der Sie durch die Einrichtung führt. Thunderbird fragt hier nur drei Dinge ab: Ihren Namen, die Mailadresse und das Zugangspasswort für Ihren Mail-Account (Abbildung 1). Über die Mailadresse kennt das Programm Ihren E-Mail-Provider und sucht in einer Datenbank nach Informationen. Gibt es dort keinen Eintrag (weil Sie einen unüblichen E-Mail-Anbieter verwenden), errät das Programm die Servernamen und versucht, Verbindung mit den Servern aufzunehmen.

Abbildung 1: Wenn Thunderbird Ihren Provider kennt, müssen Sie nur Ihre Mailadresse und das Passwort eingeben.

Abbildung 2 zeigt, was der Assistent für eine Google-Mail-Adresse herausgefunden hat. Da Google den Zugang sowohl über IMAP als auch über POP3 unterstützt, lässt Thunderbird Sie hier wählen; voreingestellt ist IMAP, was auch die bessere Wahl ist.

Abbildung 2: In seiner Mail-Anbieter-Datenbank hat Thunderbird die Google-Server für Posteingang und -ausgang gefunden.

Der Assistent fragt dann noch, ob Sie Thunderbird zum Standardprogramm für E-Mail, Newsgroups und RSS-Feeds machen wollen, und schlägt sich dabei selbst als Standard-Mail-Programm vor. Diese Einstellung können Sie übernehmen und bei Bedarf auch die übrigen zwei Häkchen setzen. Newsgroups (im Usenet) haben ihre frühere Popularität verloren, und für RSS-Feeds gibt es auch spezialisierte RSS-Feed-Reader, so dass Sie vielleicht eine andere Anwendung für diese Aufgabe bevorzugen.

Nach Abschluss der Ersteinrichtung füllt sich das Hauptfenster von Thunderbird mit den Mails, die auf dem IMAP-Server gespeichert sind. Sollte die Einrichtung über die automatische Erkennung der Zugangsinformationen nicht funktioniert haben,

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Mails and more
    Mozilla Thunderbird ist bei vielen Linux-Distributionen das Standard-Mailprogramm – nicht aber bei OpenSuse und Kubuntu. Wir empfehlen die Installation und helfen bei den ersten Schritten, außerdem stellen wir das Lightning-Plug-in zur Terminverwaltung vor.
  • Tschüss, Mailchaos!
    Täglich erreichen uns etliche E-Mails – erwünschte und unerwünschte. Dieser Workshop zeigt, wie Sie als Thunderbird-Nutzer Ihre Post filtern und sortieren, gezielt Absender blockieren und das Spam-Aufkommen reduzieren.
  • Brieftaube gelandet
    Das Mailprogramm Thunderbird hat einen großen Versionssprung gemacht: Wir stellen die neuen Features der frisch erschienenen Version 3 vor und helfen bei der Ersteinrichtung.
  • Thunderbird 3 effizient nutzen
    Das E-Mail-Aufkommen wächst täglich. Gegen Unerwünschtes helfen Spamfilter, aber selbst die erwünschten Mails werden immer mehr, je populärer das Internet wird. Thunderbird 3 hält hier praktische Features bereit.
  • Donnervogel im Anflug
    Nach Firefox bereitet sich nun auch die freie E-Mail-Software Thunderbird auf den Versionssprung vor. Welche Neuerungen der Vogel in Version 2 mitbringt, zeigt die Vorschau.
Kommentare

Infos zur Publikation

EL 11/2017-01/2018: Einstieg in Linux

Digitale Ausgabe: Preis € 9,80
(inkl. 19% MwSt.)

EasyLinux erscheint vierteljährlich und kostet 9,80 Euro. Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 33,30 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!      

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Broadcom Adapter 802.11n nachinstallieren
Thomas Mengel, 31.10.2017 20:06, 2 Antworten
Hallo, kann man nachträglich auf einer Liveversion, MX Linux auf einem USB-Stick, nachträglich...
RUN fsck Manually / Stromausfall
Arno Krug, 29.10.2017 12:51, 1 Antworten
Hallo, nach Absturz des Rechners aufgrund fehlendem Stroms startet Linux nicht mehr wie gewohn...
source.list öffnet sich nicht
sebastian reimann, 27.10.2017 09:32, 2 Antworten
hallo Zusammen Ich habe das problem Das ich meine source.list nicht öffnen kann weiß vlt jemman...
Lieber Linux oder Windows- Betriebssystem?
Sina Kaul, 13.10.2017 16:17, 6 Antworten
Hallo, bis jetzt hatte ich immer nur mit
IT-Kurse
Alice Trader, 26.09.2017 11:35, 2 Antworten
Hallo liebe Community, ich brauche Hilfe und bin sehr verzweifelt. Ih bin noch sehr neu in eure...