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Moderner Postbote

Einstieg in das Mailprogramm Thunderbird

22.05.2012
Für Linux gibt es zahlreiche Mailprogramme. Thunderbird sticht aus der Masse durch viele Features, ein Add-on-System und die Verfügbarkeit unter Linux, Windows und OS X hervor. Wir helfen bei der Einrichtung und den ersten Schritten.

Das beliebteste Mailprogramm – nicht nur unter Linux, sondern zunehmend auch unter Windows und Mac OS – ist Thunderbird. Es wird vom Mozilla-Projekt entwickelt und war ursrprünglich zusammen mit dem heute als Firefox bekannten Webbrowser Teil der kombinierten Anwendung Netscape.

Thunderbird bietet schon in der Grundausstattung alle wichtigen Features und lässt sich über Plug-ins noch erweitern. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die elementaren Funktionen vor und helfen bei der Ersteinrichtung.

Wo liegen die Mails?

Für die Einrichtung von Thunderbird müssen Sie zunächst herausfinden, welche Möglichkeiten Ihr E-Mail-Provider für den Zugriff auf die Nachrichten bietet. Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Zugriff via POP3 (Post Office Protocol, Version 3),
  • Zugriff via IMAP (Internet Message Access Protocol).

Das POP3-Protokoll ist schon etwas älter und erlaubt nur den Download der E-Mails auf den eigenen Rechner; moderner und leistungsfähiger sind IMAP-Mailserver, die Ihnen die Möglichkeit geben, die Mails auf dem Server zu belassen und dort in verschiedenen Ordnern abzulegen. IMAP hat gegenüber POP3 den großen Vorteil, dass Sie von mehreren Computern (und auch mit verschiedenen Mailprogrammen) auf Ihre E-Mail-Sammlung zugreifen können.

Ihr E-Mail-Provider stellt Ihnen für den Zugriff Zugangsdaten zur Verfügung: Sie benötigen die E-Mail-Adresse, den Benutzernamen (oft identisch mit der Mailadresse), das Passwort und Art und Name zweier Mailserver für den Posteingang (Abholen Ihrer Mails) und den Postausgang (Verschicken von Mails). Der Postausgangsserver ist immer vom Typ SMTP (Simple Mail Transfer Protocol), der Eingangsserver entweder ein POP3- oder ein IMAP-Server. Notieren Sie diese Zugangsdaten, bevor Sie die Einrichtung von Thunderbird starten. Die Namen der Server versucht Thunderbird bei der Einrichtung zu erraten; es schadet aber nicht, diese Daten zu kennen – vor allem, falls es mit der Autoerkennung nicht auf Anhieb klappt.

Thunderbird einrichten

Sie müssen Thunderbird zunächst über die Paketverwaltung nachinstallieren; das Paket heißt bei OpenSuse MozillaThunderbird; Ubuntu-Benutzer richten die Pakete thunderbird und thunderbird-locale-de ein, das zweite der beiden Pakete enthält die Unterstützung für die deutsche Sprache.

Sie können das Programm über das Startmenü aufrufen. Wenn Sie Thunderbird noch nie verwendet haben, erscheint beim ersten Start ein Assistent, der Sie durch die Einrichtung führt. Thunderbird fragt hier nur drei Dinge ab: Ihren Namen, die Mailadresse und das Zugangspasswort für Ihren Mail-Account (Abbildung 1). Über die Mailadresse kennt das Programm Ihren E-Mail-Provider und sucht in einer Datenbank nach Informationen. Gibt es dort keinen Eintrag (weil Sie einen unüblichen E-Mail-Anbieter verwenden), errät das Programm die Servernamen und versucht, Verbindung mit den Servern aufzunehmen.

Abbildung 1: Wenn Thunderbird Ihren Provider kennt, müssen Sie nur Ihre Mailadresse und das Passwort eingeben.

Abbildung 2 zeigt, was der Assistent für eine Google-Mail-Adresse herausgefunden hat. Da Google den Zugang sowohl über IMAP als auch über POP3 unterstützt, lässt Thunderbird Sie hier wählen; voreingestellt ist IMAP, was auch die bessere Wahl ist.

Abbildung 2: In seiner Mail-Anbieter-Datenbank hat Thunderbird die Google-Server für Posteingang und -ausgang gefunden.

Der Assistent fragt dann noch, ob Sie Thunderbird zum Standardprogramm für E-Mail, Newsgroups und RSS-Feeds machen wollen, und schlägt sich dabei selbst als Standard-Mail-Programm vor. Diese Einstellung können Sie übernehmen und bei Bedarf auch die übrigen zwei Häkchen setzen. Newsgroups (im Usenet) haben ihre frühere Popularität verloren, und für RSS-Feeds gibt es auch spezialisierte RSS-Feed-Reader, so dass Sie vielleicht eine andere Anwendung für diese Aufgabe bevorzugen.

Nach Abschluss der Ersteinrichtung füllt sich das Hauptfenster von Thunderbird mit den Mails, die auf dem IMAP-Server gespeichert sind. Sollte die Einrichtung über die automatische Erkennung der Zugangsinformationen nicht funktioniert haben,

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