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© Klaus Knopper bei einem Vortrag auf der CeBIT 2010

Siebter Sinn

Auf DVD: Live-System Knoppix 7.0

22.05.2012
,
Knoppix ist eine Live-Linux-Distribution, die Sie zum Testen verwenden und bei Bedarf auch fest auf der Platte installieren können. Anfang März ist die Version 7.0 erschienen, die Sie auch auf unserer Heft-DVD finden.

Als Urvater aller Live-Distributionen gilt das von Klaus Knopper entwickelte und Debian-basierte Knoppix [1]. Die aktuelle Version 7.0 finden Sie auf der Heft-DVD. Wie schon in früheren Ausgaben enthält die Distribution eine umfassende Auswahl freier Software, obendrein bietet Knoppix eine hervorragende Hardware-Unterstützung.

Live-DVD booten

Um das Livesystem booten zu können, müssen Sie eventuell die Bootreihenfolge Ihres Rechner neu konfigurieren: Der Computer muss vor der Festplatte im DVD-Laufwerk suchen. Wenn das nicht der Fall ist, ändern Sie im BIOS die Reihenfolge; Sie erreichen die Einstellungen in der Regel, indem Sie kurz nach dem Einschalten (oder Neustarten) des Rechners [Entf] oder [F1] drücken. Ist keine der beiden Tasten die richtige, steht meist in den Einschaltmeldungen des PCs ein Hinweis auf die richtige Taste oder Tastenkombination. Suchen Sie in den BIOS-Einstellungen nach einem Punkt, der Boot oder Advanced BIOS Options heißt; darunter sollten Sie die Einstellungen der Bootreihenfolge (etwa: First Boot Device) finden.

Hat alles geklappt, erscheint der Bootmanager der Knoppix-DVD (Abbildung 1). Hier legen Sie fest, mit welcher grafischen Oberfläche die Distribution startet. Zur Auswahl stehen sechs verschiedene Desktops, darunter KDE 4.6.5, Gnome 3.2.1 und das voreingestellte LXDE. Sie treffen am Bootbildschirm die Wahl durch Eingabe von

knoppix desktop=Desktop

wobei Sie als Desktop wahlweise kde oder gnome einsetzen. Eine Liste weiterer Boot-Parameter erhalten Sie mit [F2] und [F3]. Drücken Sie einfach nur die Eingabetaste oder warten einige Sekunden, startet der schlanke Desktop LXDE.

Abbildung 1: Der Bootmanager der Knoppix-DVD lässt Sie wählen, mit welcher grafischen Oberfläche das System startet. Voreingestellt ist LXDE.

Die Hardware-Anforderungen von Knoppix hängen in erster Linie von der verwendeten grafischen Oberfläche ab. Während LXDE schon mit 128 MByte Hauptspeicher und einer mit 230 MHz getakteten Pentium-CPU auskommt, müssen es bei KDE und Gnome schon 256 MByte RAM und ein Pentium-II-Prozessor sein. Sinnvoll nutzen können Sie KDE 4 aber nur auf halbwegs aktuellen Maschinen, und auch LXDE lief auf einem älteren Rechner (Pentium-IV mit 1 GHz, 512 MByte RAM) eher schleppend.

Für Sehbehinderte stellt Knoppix die barrierefreie Oberfläche Adriane ("Audio Desktop Reference Implementation and Network Environment") bereit. Sie ermöglicht die Sprachsteuerung sowie die Audioausgabe aller auf dem Bildschirm angezeigten Inhalte. Im Bootmenü können Sie außerdem in den freien MS-DOS-Klon FreeDOS booten.

Große Software-Auswahl

Knoppix bietet ein voll ausgestattetes Desktopsystem, das kaum Wünsche offen lässt (Abbildung 2). Es enthält Programme aus beinahe allen Anwendungsbereichen, von Entwicklung über Multimedia und Office bis hin zur IT-Sicherheit. Als Basis verwendet die Distribution den Kernel 3.2.4.

Abbildung 2: Knoppix ist traditionell gut mit Software ausgestattet. Vom schlanken Desktop LXDE aus greifen Sie über das Startmenü darauf zu.

Zum Abspielen beinahe aller Arten von Filmen stehen VLC 1.1.13 sowie Smplayer 0.6.9 bereit, die Wiedergabe von Musik übernimmt unter anderem Amarok 2.5.0. Wer Musik lieber selbst macht oder bearbeitet, für den gibt es Audacity 1.3.14 und den MIDI-Sequenzer Rosegarden 10.04.2.

Zum Bearbeiten von Texten, Tabellen und Datenbanken kommt LibreOffice in Version 3.4.5 zum Einsatz. Möchten Sie eigene Flyer oder Ähnliches entwerfen, nutzen Sie dazu Scribus 1.4.0. Für das Erstellen, Anzeigen und Bearbeiten von Grafiken aller Art bringt Knoppix 7.0 unter anderem Gimp 2.6.11 und Inkscape 0.47 mit.

Eine ebenso breite Palette an Anwendungen stellt die Distribution für den Kontakt ins Internet bereit: Zu den Hauptakteuren zählen die Webbrowser Iceweasel (Firefox) 10.0 und Chromium 16, der E-Mail-Client Icedove (Thunderbird) 8.0 sowie der IRC-Client XChat in Version 2.8.8 und das Instant-Messaging-Programm Pidgin 2.10.1.

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