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Virtuelle Raumplanung mit Sweet Home 3D

Eigene Wohnung 2.0

Wer in eine neue Wohnung zieht oder die alte optisch auffrischen möchte, der will schon vorher wissen, wie es anschließend aussieht. Sweet Home 3D macht das möglich und erlaubt vorab einen virtuellen Rundgang.

Im Fernsehen sieht alles immer so einfach aus: Verzweifelte Menschen wenden sich hilfesuchend an die Sender, weil sie mit der Optik eines Zimmers oder mit der gesamten Wohnung nicht mehr zufrieden sind. Tine Wittler & Co. eilen sogleich herbei, entwerfen ein paar flotte Grafiken am Computer und lassen sich eine ganze Wagenladung Ikea-Möbel liefern. Das Zimmer oder das Haus wird wie in der Computergrafik hergerichtet, und am Ende der Sendung ist aus der Bruchbude ein Wohntraum in Zartrosa geworden.

Viele Zuschauer denken dann spontan: "Das will ich auch." Tatsächlich ist es von großem Vorteil, vor einer umfassenden Renovierung zu wissen, wie die eigene Idee nach Abschluss der Arbeiten aussehen wird. Wenn Sie am Computer einen Raum mit den tatsächlichen Abmessungen konstruieren und dann virtuelle Möbel maßstabsgetreu an den Wänden ausrichten, wird ein solches Großprojekt planbar: Schon im Vorfeld steht fest, welche Möbel zu kaufen sind und wo sie stehen werden.

Solche Skizzen mit Bleistift und Papier zu malen, ist umständlich und verlangt zeichnerisches Geschick. Die Arbeit am Computer bietet für diese Aufgabe diverse Vorteile, denn einmal abgestellte Möbel lassen sich hier per Mausklick wieder verschieben. Sweet Home 3D ist dabei ein nützlicher Helfer: Das Programm ist auf die Schaffung von 3-D-Modellen ausgelegt, wie sie in Innenräumen typischerweise benötigt werden. Das Programm ist in Java geschrieben und somit auch für Linux zu haben, außerdem freie Software und gratis. Mit Sweet Home 3D hat also jeder die Möglichkeit, 3-D-Raumplanung am Computer in Sekundenschnelle selbst durchzuführen. In diesem Artikel helfen wir Ihnen bei den ersten Schritten.

Die Installation

Für die Installation von Sweet Home 3D gibt es mehrere Möglichkeiten. Weil es ein Java-Programm ist, ist keine besondere Einrichtung nötig. Die Autoren des Werkzeugs bieten auf der Homepage eine so genannte Web-Start-Version an [1]: Nach einem Klick auf Sweet Home 3D mit Java Web Start ausführen können Sie eine Datei mit der Endung .jnlp herunterladen. Diese öffnet sich nach einem Mausklick im Programm javaws – und schon startet die Anwendung.

Wer das Programm lieber im klassischen Sinne installiert, findet Pakete für Sweet Home 3D in allen Kubuntu-basierten Distributionen ab Werk. Für OpenSuse ist das Programm zumindest in etwas älteren Versionen über RPMSeek[2] ebenfalls als Paket zu finden. Zudem finden Sie ein Archiv samt Installationshinweisen auf unserer Heft-DVD. Abbildung 1 zeigt, wie sich das Programm nach dem Start präsentiert.

Abbildung 1: So sieht das Hauptfenster von Sweet Home 3D nach dem Start aus – noch wirkt die Programmoberfläche kahl.

Erste Schritte

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um sich mit den Bedienelementen von Sweet Home 3D vertraut zu machen. Nur wenn Sie die wichtigsten Tools kennen, ist eine flüssige Arbeit mit dem Programm möglich.

Das Programmfenster ist in vier Bereiche aufgeteilt: Oben links finden Sie die Modellbibliothek, in der sich sämtliche "Einrichtungsgegenstände" befinden – im weitesten Sinne also alle Elemente, die später zu beweglichen Objekten innerhalb eines Raumes werden. Hierzu zählt Sweet Home 3D auch Fenster und Türen, was anfangs etwas irritiert. Ein Klick auf einen der Pfeile vor den Raumbezeichnungen gibt den Blick auf die komplette Möbelliste frei. Ab Werk kommt das Programm bereits mit einer großen Zahl vordefinierter 3-D-Modelle, so dass für alle wichtigen Möbelstücke ein Modell vorhanden ist.

Unter der Sammlung der 3-D-Modelle befindet sich ein beim Start noch leerer Bereich: Hier sehen Sie später die Parameter eines per Mausklick ausgewählten Objekts. Würden Sie z. B. in Ihrem Modell einen Schrank einfügen, könnten Sie hier die Maße des Schranks festlegen und bestimmen, ob der Schrank ein- oder ausgeblendet ist. Zusätzlich zu diesem Bereich gibt es noch einen eigenen Eigenschaften-Dialog, der per Mausklick aufzurufen ist und mehr Optionen bietet.

Die rechte Fensterhälfte ist in zwei große Teile gesplittet, welche aber die gleiche Aufgabe erfüllen: Sie zeigen den aktuellen Zustand des Raums an. Oben gibt es eine 2-D-Ansicht, unten eine dreidimensionale Version. Der 2-D-Bereich bietet eine Skala, anhand derer Sie mit Maßen sehr genau arbeiten können. In das 3-D-Modell zoomen Sie über das Steuerkreuz hinein und ändern den Blickwinkel. Im Normalfall wird die Arbeit mit Sweet Home 3D eine Mischung aus 2-D- und 3-D-Modellierung sein – Sie sollten jedenfalls ein bisschen Zeit investieren, um sich mit der 3-D-Steuerung vertraut zu machen, die bisweilen nicht ganz intuitiv ist.

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