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Linux Mint 12 im Kurztest

Frisch und einsteigertauglich

Linux Mint 12 ist einen Blick abseits der Ubuntu- und OpenSuse-Welt wert, denn das auf Ubuntu aufbauende System bringt Features mit, die besonders Linux-Einsteigern das Leben erleichtern.

Schon länger gibt es eine treue Fangemeinde um die Distribution Linux Mint [1], die seit Version 11 für größeres Aufsehen in der Linux-Community sorgt. Den Populartitätsschub verdankt das System vor allem der Entscheidung, nicht wie Ubuntu den Unity-Desktop als Standardoberfläche einzusetzen – für viele Nutzer ein Anlass, Mint als Alternative in Betracht zu ziehen. Als solche eignet es sich perfekt, setzt Mint doch Ubuntu als Basis ein und ist mit diesem kompatibel: Für die Nutzer bedeutet das, dass sie unter Linux Mint problemlos Ubuntu-Pakete installieren können, und auch die meisten Anleitungen zur Hardware-Einrichtung unter Ubuntu lassen sich 1:1 auf Mint übertragen.

System

Dazu kommen einige Mint-Besonderheiten, die man unter Ubuntu nicht findet: So bringt das System von Haus aus zahlreiche Multimedia-Codecs mit und spielt gängige Audio- und Videoformate out of the box ab. Auch ein eigenes Startmenü mit Suchfunktion und eine dem Ubuntu Software Center nachempfundene Paketverwaltung gehören zur Grundausstattung. Mit der jetzt erschienenen Version 12 setzt die Distribution noch einen drauf: Spezielle Erweiterungen trimmen Gnome 3 optisch und funktional auf Gnome 2.

Als Ubuntu-Derivat lässt sich Linux Mint bequem zunächst als Live-System testen und per Klick auf ein Desktop-Icon installieren. Das geht wie mit Ubuntu angenehm schnell, da man die Vorschläge des Installers bedenkenlos übernehmen kann. Die Software-Ausstattung von Linux Mint 12 entspricht der von Ubuntu 11.10: Als Kernel kommt Linux 3.0, als grafisches System X.org 7.6 zum Einsatz. Das Büropaket LibreOffice liegt in Version 3.4 bei, Thunderbird und Firefox in Version 7, den Browser aktualisiert das Update nach der Installation gleich auf Version 8. Anders als andere Distributionen ist nicht Google, sondern DuckDuckGo [2] als Standardsuchmaschine eingestellt. Wer Google bevorzugt, kann den Suchprimus über einen Link auf der Mint-Projektseite [3] zur Suchmaschinenauswahl von Firefox hinzufügen.

Desktop nach Maß

Der Standard-Desktop bei Linux Mint ist Gnome 3, was man jedoch nur bemerkt, wenn man mit dem Mauszeiger versehentlich in die linke obere Bildschirmecke kommt und so das Dashboard öffnet. Optisch und von den Funktionen gibt sich der Mint-Desktop wie Gnome 2 (Abbildung 1). Das haben die Entwickler über Erweiterungen für die Gnome Shell erreicht, die klassische Desktop-Elemente von Gnome 2 nachrüsten, darunter das Panel am unteren Bildschirmrand, in dem man das Startmenü, den Desktop-Umschalter und die Fensterliste findet.

Abbildung 1: Der Mint-Desktop verwendet Gnome 3, bietet aber die von Gnome 2 bekannten Elemente.

Trotz dieser Anpassungen ist es leicht möglich, den Mint-Desktop in ein normales Gnome 3 zu verwandeln, indem man die Mint-Erweiterungen ausschaltet. Im Tool Erweiterte Einstellungen im Menü Sonstige gibt es den Abschnitt Shell-Erweiterungen in dem sich die Mint-Extensions einzeln deaktivieren lassen (Abbildung 2). Das klappt mitunter nicht im laufenden Betrieb; in diesem Fall meldet man sich einfach ab und wieder neu an.

Abbildung 2: Die Einstellungen im Bereich "Shell-Erweiterungen" des "Gnome Tweak Tool" legen fest, welche Shell-Erweiterungen aktiv sind.

Wer sich nicht von Gnome 2 trennen kann, sollte einmal den Sitzungstyp Mate im Anmeldemanger auswählen. Er startet den Mate-Desktop, bei dem es sich um eine Gnome-2-Abspaltung, einen so genannten Fork, handelt. Er ist allerdings nur etwas für hartgesottene Fans, da noch nicht alle Gnome-2-Programme auf Mate portiert wurden und es noch einige Bugs gibt.

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