Farbe für die Shell

Farbige Shell-Prompts und "ls"-Ausgaben

18.01.2012
Die Bash lässt sich in vielfältiger Weise konfigurieren und den persönlichen Vorlieben anpassen. Ein individueller Prompt kann die Übersichtlichkeit fördern, und auch die Ausgabe von "ls" wird mit Farben lesbarer.

Dieser Beitrag widmet sich der individuellen Gestaltung des so genannten Prompts und der farblichen Gestaltung der Anzeige von ls. Es geht nicht darum, die Terminal-Anwendung mit farbigen Schriften oder Hintergründen zu versehen: Das ist über die Programmeinstellungen möglich, bei KDEs Konsole z. B. über Einstellungen / Profile verwalten. Wer den Prompt mit individuellen Farben konfiguriert, findet sein Farb-Setup in jedem Terminal-Programm wieder, auch bei der Anmeldung im Textmodus (ohne grafische Oberfläche).

Konfigurationsdateien

Die die Bash zu konfigurieren, setzen Sie Umgebungsvariablen global in der Datei /etc/profile oder wahlweise für Ihr Benutzerkonto in $HOME/.bashrc. In der Regel sind hier bereits eine Reihe von Umgebungsvariablen voreingestellt, wie etwa PATH oder PS1 für den Prompt. Das Experimentieren mit Umgebungsvariablen ist relativ leicht: Kommentieren Sie die vorhandenen Einstellungen (durch Voranstellen einer Raute "#") aus, so dass sie sich jederzeit wieder verfügbar machen lassen. Es gibt noch zahlreiche weitere Konfigurationsdateien, deren Verwendung davon abhängt, wie Sie eine Shell starten; eine detaillierte Beschreibung führt an dieser Stelle aber zu weit.

Prompt individualisieren

Zum Individualisieren des Shell-Prompts können Sie mit der Variablen PS1 experimentieren. Deren aktuellen Wert zeigen Sie mit echo $PS1 an. Als minimalistisches Beispiel können Sie

PS1='> '

eingeben, danach besteht der Prompt nur noch aus dem ">"-Zeichen. Sie können Ausgaben von beliebigen Bash-Befehlen in den Prompt integrieren, z. B. über

PS1='$(pwd) > '

womit der Minimal-Prompt von oben stets den vollen aktuellen Pfad mit anzeigt. Ein weiteres Beispiel in der Form Uhrzeit user@rechner verzeichnis > wird so gesetzt:

PS1='\A \u@\h \W >'

Bei \A, \W und anderen Zeichenkombinationen, die mit einem Backslash beginnen, handelt es sich um so genannte Escape-Sequenzen, welche dazu führen, dass die Bash im Prompt nicht einfach den Backslash ausgibt, sondern besondere Inhalte, wie eben die Uhrzeit oder den Benutzernamen.

Befehle und Standard-Escape-Zeichen lassen sich übrigens auch beliebig komplex schachteln und außerdem um ganz normale Zeichen ergänzen, so dass sich jeder beliebige Text als Prompt verwenden lässt.

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