Raubkatzendressur

Auf DVD: Kubuntu 11.10, "Oneiric Ocelot"

18.01.2012
Der "träumerische Ozelot" ist auf der Pirsch. Wir zeigen, wie Sie Kubuntu 11.10 von der Heft-DVD als Live-System testen und die Distribution dauerhaft installieren. Der integrierte Wubi-Installer spielt Kubuntu sogar unkompliziert unter Windows ein.

Auf zur Dressur: Wir zeigen, wie Sie die wilde Raubkatze "Oneiric Ocelot" in ein zahmes Haustier verwandeln. Viel ist dazu nicht nötig, schließlich legen die Entwickler von Kubuntu 11.10 Wert auf Benutzerfreundlichkeit und gestalten die Installation so einfach wie möglich. Der Artikel zeigt zunächst, wie Sie die Heft-DVD als Live-System verwenden, um einen unverbindlichen Blick auf "Oneiric Ocelot" zu werfen. In diesem Modus testen Sie in aller Ruhe die Programme und den KDE-Desktop, ohne bestehende Windows- oder Linux-Installationen zu gefährden.

Gefällt Ihnen die Distribution, lassen Sie die Katze aus dem Sack und installieren Kubuntu. Der Ozelot kann sich den Plattenplatz mit anderen Windows- und Linux-Systemen teilen, alternativ spendieren Sie ihm eine eigene Platte. Zudem finden Sie am Ende des Artikels eine Anleitung, die zeigt, wie Sie mit Wubi die Linux-Distribution aus einem laufenden Windows-System heraus einspielen – ganz ohne Neuaufteilung des Plattenplatzes oder Basteleien am Bootmanager.

Booten und los!

Legen Sie die Heft-DVD ins Laufwerk ein und starten Sie den Rechner neu. Überprüfen Sie die Bootreihenfolge im BIOS des Rechners und stellen Sie diese gegebenenfalls so ein, dass der Computer zuerst von CD/DVD bootet. Um das BIOS zu betreten, achten Sie auf die Startmeldungen des Computers. Am unteren Rand sollten Sie Hinweise sehen, wie Sie ins BIOS gelangen; auf den meisten PCs drücken Sie dazu entweder [Esc],[Entf],[F2] oder [F12]. Suchen Sie im BIOS nach den Optionen, um die Bootreihenfolge zu ändern und setzen Sie das CD/DVD-Laufwerk an oberste Stelle. Speichern Sie die Änderungen und starten Sie den Rechner neu.

Nach kurzer Zeit sehen Sie den Kubuntu-Bootscreen (Abbildung 1). Wenn Sie hier keine Maus- oder Tastaturbewegungen ausführen, bootet nach 30 Sekunden Kubuntu in englischer Sprache. Schalten Sie daher als Erstes über die Taste [F2] die Sprache um, damit Sie alle Einträge auf Deutsch sehen. Über die Taste [F3] stellen Sie die Tastaturbelegung ein. Verwenden Sie ein deutsches Keyboard, wählt der Installer den richtigen Eintrag automatisch aus, nachdem Sie die Sprache gesetzt haben.

Abbildung 1: Starten Sie den Rechner von der Heft-DVD, sehen Sie nach kurzer Zeit das Kubuntu-Bootmenü.

Interessant ist ebenfalls das Optionenmenü, das Sie über [F6] auf den Schirm rufen. Falls Ihr Rechner Probleme beim Hochfahren hat, finden Sie hier Bootparameter, die eventuell gegensteuern. Über die Leertaste wählen Sie einige Optionen an und ab, die beispielsweise ACPI oder die automatische Erkennung von APIC deaktivieren, um so bei älteren Rechnern Probleme mit der Energieverwaltung zu beheben. Als letzten Eintrag in der Liste stoßen Sie auf eine Einstellung, die Kubuntu ausschließlich freie Software installieren lässt.

Zurück zum Bootscreen: Der erste Eintrag startet Kubuntu als Live-System (siehe nächster Abschnitt), der zweite prüft den Datenträger, der dritten den Arbeitsspeicher (so genannter Memtest), und der vierte ignoriert den eingelegten Datenträger und sorgt so dafür, dass Sie normal von der Festplatte booten.

Gut dressiert!

Um Kubuntu als Live-System zu starten, wählen Sie den ersten Eintrag und drücken Sie [Eingabe]. In diesem Modus lädt die Distribution alle benötigten Komponenten in den Arbeitsspeicher und fasst vorhandene Systeme nicht an. Diese Variante läuft daher nicht ganz so flüssig und performant wie eine echte Installation, zudem ist ausreichend RAM erforderlich. Abhängig davon, wie leistungsstark Ihr Computer ist, dauert es mitunter eine Weile, bis Sie den KDE-Desktop sehen.

Ein Dialogfenster begrüßt Sie (Abbildung 2). Jetzt entscheiden Sie sich, ob Sie Kubuntu ausprobieren oder Kubuntu installieren möchten. Wählen Sie Ersteres, erscheint nach kurzer Zeit der KDE-Desktop. Hier können Sie nun nach Herzenslust ausprobieren, was der Ozelot zu bieten hat. Über das K-Icon (K-Menü) in der linken unteren Ecke erreichen Sie nicht nur die verfügbaren Programme, sondern auch die Systemeinstellungen und – im Bereich Verlassen – auch die notwendigen Funktionen, um den Rechner auszuschalten oder neu zu starten.

Abbildung 2: Betrachten Sie den Ozelot aus sicherer Distanz und booten Sie das System zunächst im Live-Modus.

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