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Unnütze Dienste erkennen und beseitigen

Entsorgen

Wenn Sie viel Software zu Testzwecken installieren, werden Sie früher oder später den Eindruck gewinnen, dass das System immer langsamer wird. Deaktivieren und löschen Sie unbenutzte Systemdienste!

Vielleicht haben Sie sich bei der nstallation neuer Software über die systemweite Software-Verwaltung schonmal an den Kopf gegriffen: Um auf einem typischen Kubuntu-System z. B. Pidgin (einen Client für Instant Messaging) zu installieren, genehmigt sich das System einen Download von mehreren Dutzend Megabyte. Pidgin selbst ist nur ein paar Megabyte groß – aber die zahlreichen Abhängigkeiten, die das Programm mit sich zieht, blähen die Installation auf.

Wenn Sie häufiger Software ausprobieren und sie zu diesem Zweck mit Ihrem Paketmanager installieren, gibt es entspechend häufig solche Abhängigkeitsketten. Der Haken dabei: Falls Ihnen ein Programm nicht zusagt und Sie es im Anschluss wieder deinstallieren, bleiben die zusammen mit dem ungebetenen Gast installierten Abhängigkeiten üblicherweise erhalten. Im günstigten Fall handelt es sich nur um ein paar Bibliotheken – manche Programme ziehen aber Ressourcenfresser wie MySQL (eine Datenbank) oder andere Serverdienste nach sich – Apache, Samba und dergleichen mehr. Das System wird zunehmend aufgebläht und auch langsamer, weil solche Dienste beim Systemstart aktiviert werden.

Sauber und schneller

Wenn Ihnen die negativen Effekte vieler laufender Dienste im Alltag durch eine verringerte Gesamtperformance auffallen, ist es höchste Zeit für eine ordentliche Systemfastenkur. Die hat drei Ziele: Dienste, welche Sie nicht mehr benötigen, ausfindig machen, sie stilllegen und löschen. Dabei führt allerdings nur eine behutsame Vorgehensweise zum Ziel – es ist nicht hilfreich, wenn im Eifer des Gefechts Pakete verloren gehen, die Sie eigentlich noch gebraucht hätten.

Die Werkzeuge, die Sie benötigen, um unnütze Dienste zu finden und zu entfernen, sind bei den gängigen Linux-Distributionen entweder schon ab Werk installiert oder liegen wenigstens in Paketform bei. Der Prozessmonitor von KDE sowie netstat gehören dazu – beide Tools sind Werkzeuge für Administratoren und verraten Ihnen Details über laufende Prozesse und bestehende Netzwerkverbindungen. Wir gehen davon aus, dass auf Ihrem System keine selbst kompilierte Software zu finden ist, sondern dass alle Programme über den Paketmanager des Systems den Weg auf die Platte gefunden haben.

Welche Dienste laufen?

Schritt 1 besteht darin, sich einen Überblick über die laufenden Dienste des Systems zu verschaffen. Zwei Möglichkeiten bieten sich: Wer ein schnelles Auge hat, kann die Boot-Meldungen des Systems verfolgen. Während des Systemstarts erscheinen nämlich detaillierte Angaben über sämtliche gestarteten Dienste auf dem Bildschirm – meistens sind diese aber hinter der Boot-Grafik der Distribution versteckt. [Esc] während des Bootens gibt den Blick auf die Systemdienste frei.

Nach dem Booten benötigen Sie andere Werkzeuge, um laufende Prozesse zu identifizieren. Sie haben die Wahl zwischen zwei Ansätzen: Sie können sich ansehen, welche Prozesse Netzwerkschnittstellen geöffnet haben, also nach außen hin (ins LAN oder ggf. auch ins Internet) Dienste anbieten. Daraus lässt sich oft schon schließen, ob es unerwünschte Programme gibt und wie sie heißen. Für diesen Arbeitsschritt benötigen Sie netstat.

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