Aktivitäten

Die KDE-Entwickler haben das Abarbeiten von Aufgaben noch weiter gedacht und setzen dafür die so genannten Aktivitäten ein, die jedoch nur unter Kubuntu 11.04 und OpenSuse 11.4 überzeugend funktionieren. Jede Aktivität bündelt eine Reihe von Aufgaben. Sie rufen zum Beispiel den Browser, Ihr E-Mail-Programm und einen Twitter-Client auf und ordnen alle drei Anwendungen einer Aktivität zu, die Sie internet nennen. Sie müssen Ihre Programme dann vor einem Neustart des Systems nicht mehr schließen, sondern lassen sie offen. Landen Sie nach dem Reboot wieder auf dem Desktop, warten die drei Programme bereits auf Sie. Haben Sie jedoch das Gefühl, dass Sie die Aktivitäten unter internet nicht mehr benötigen, halten Sie die Aktivität einfach an. Das beendet alle drei Programme auf einen Schlag (und ruft Sie nach einem Neustart der Aktivität wieder auf). Sie erstellen Aktivitäten entweder selbst oder greifen auf eine Reihe von vorinstallierten Exemplaren zurück. Glücklicherweise machen auch hier Shortcuts den Umgang mit Aktivitäten recht angenehm.

Über [Windows]+[Q] rufen Sie am Fußende des Desktops ein Menü mit Aktivitäten auf (Abbildung 8). Sie wählen dann Aktivität erstellen und über Vorlagen eine vorgefertigte Variante. Zwar lassen sich hier aus dem Internet auch Neue Vorlagen herunterladen, die Auswahl ist allerdings noch recht begrenzt. Vermutlich wollen Sie lieber eigene Aktivitäten erstellen, was Sie über Aktivität erstellen / Leere Arbeitsfläche erreichen. In der Übersicht unten erscheint nun die neue Aktivität, der Sie über einen Klick auf das Werkzeug-Icon einen aussagekräftigen Namen verpassen. Danach starten Sie all die Programme, die Sie der neuen Aktivität zuordnen wollen. Dazu gehören neben regulären Programmen auch Plasma-Widgets.

Über [Windows]+[Tab] wechseln Sie zwischen den Aktivitäten hin und her. Wollen Sie eine Aktivität stoppen, die Sie selten brauchen, die aber einige Ressourcen verprasst, drücken Sie wieder [Windows]+[Q] und klicken auf das kleine schwarze Quadrat neben der Aktivität – das Stopp-Symbol. Die Aktivität beendet die zugeteilten Programme und zeigt jetzt einen Abspiel-Button (schwarzes Dreieck) an. Klicken Sie auf diesen, startet die Aktivität alle Programme neu.

Abbildung 8: Die Aktivitäten bündeln Programme, mit denen Sie eine bestimmte Aufgabe erledigen. Stoppen Sie eine Aktivität, beendet KDE die zugehörigen Programme.

Effekte und Widgets

Auch einige Desktop-Effekte erhöhen Ihr Arbeitstempo ein wenig, indem Sie die Orientierung auf dem Desktop erleichtern. Allerdings setzen sie eine funktionierende 3-D-Beschleunigung voraus, wofür Sie auf Nvidia- und ATI-Systemen am besten die proprietären Treiber für Ihre Grafikkarte installieren. Machen die Effekte den Rechner träge, schalten Sie diese ab. Dazu bewegen Sie sich erneut in die Systemeinstellungen, klicken auf Arbeitsflächeneffekte (Kubuntu, OpenSuse 11.4) bzw. Arbeitsfläche / Arbeitsflächen-Effekte (OpenSuse 11.3) und entfernen das Häkchen bei Arbeitsflächeneffekte aktivieren.

Läuft Ihr Rechner hingegen auch mit aktivierten Effekten hinreichend schnell, werfen Sie einen Blick auf den Reiter Alle Effekte. Dort sehen Sie einige Optionen, über die Sie das Look & Feel des Desktops an Ihre Bedürfnisse anpassen. Bei vielen handelt es sich eher um Spielereien, die beim Vorführen einen AHA-Effekt erzeugen, die aber praktisch wenig helfen. Andere tragen durchaus ein wenig zu einem effizienteren Arbeiten bei. Wählen Sie zum Beispiel Inaktive abdunkeln, dunkelt das die Fenster ab, die Sie gerade nicht verwenden. Auf diese Weise sehen Sie schnell das aktive Fenster aus – das Feature erhöht die Übersicht.

Interessante Effekte finden Sie vor allem im Bereich Zugangshilfe. Aktivieren Sie den Punkt Lupe, lässt sich der Bereich des Bildschirms unter dem Mauszeiger vergrößern. Das funktioniert jedoch erst, wenn Sie die Lupe gezielt über eine Tastenkombination aktivieren. Klicken Sie auf den Schraubenschlüssel, um zu erfahren, welche Tastenbefehle Sie benötigen, um einen Bereich zu vergrößern oder zu verkleinern (Abbildung 9).

Abbildung 9: Auch einige Desktop-Effekte erhöhen die Arbeitseffizienz ein wenig, indem Sie etwa die Orientierung beim Arbeiten erleichtern.

Daneben gibt es auch Plasma-Widgets, mit denen Sie Aufgaben schneller erledigen. Um diese auf dem Desktop zu platzieren, klicken Sie auf das Desktop-Icon oben rechts in die Ecke und wählen Miniprogramme hinzufügen. Im unteren Desktop-Bereich erscheint nun eine ausführliche Liste mit verfügbaren Widgets (Abbildung 10). Diese erlauben es, bestimmte Informationen im Blick zu behalten und Aufgaben mit einem Mausklick zu erledigen. Ziehen Sie zum Beispiel das Microblogging-Widget auf die Kontrolleiste, schicken Sie fortan per Klick auf das Icon Twitter-Nachrichten los. Ein Nachrichtenanzeiger (Kubuntu) bzw. Posteingang (OpenSuse 11.3/11.4) informiert Sie über neu eingetrudelte Nachrichten. Sie überwachen das System bzw. Netzwerk und machen sich Notizen (Remember The Milk).

Abbildung 10: Desktop-Widgets erlauben einen schnellen und direkten Zugriff auf hilfreiche Funktionen.

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