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Schneller arbeiten mit KDE

Shortcuts selbst gemacht

Als Beispiel zeigen wir, wie Sie einen Hotkey für Ksnapshot anlegen. Unter Preset Actions (Kubuntu) oder Voreingestellte Aktionen (OpenSuse 11.3/11.4) finden Sie den Eintrag PrintScreen bzw. Bildschirm drucken. Klicken Sie auf diesen, erscheinen im Bereich rechts daneben zwei Register: Auslöser und Aktion. Ersterer enthält den auslösenden Tastaturbefehl – in diesem Fall die Taste [Druck]. Das zweite Register enthält die dadurch gestartete Aktion. In dem Eingabefeld Befehl/Adresse steht im Beispiel ksnapshot. Über [Druck] rufen Sie also Ksnapshot auf, das beim Start automatisch einen Screenshot des kompletten Desktops aufnimmt.

Wie Sie vielleicht wissen, macht das Tool auch Aufnahmen von einzelnen Fenstern. Dazu müssen Sie nicht zwangsläufig erst die grafische Oberfläche aufrufen. Geben Sie in einem Terminal ksnapshot --help ein, erfahren Sie, dass die Eingabe von ksnapshot -c dafür sorgt, dass Ksnapshot automatisch das Fenster unter dem Mauszeiger aufnimmt. Das machen Sie sich zunutze.

  1. Wählen Sie ein Eintrag Preset Actions bzw. Voreingestellte Aktionen in den Systemeinstellungen.
  2. Unten sehen Sie ein Drop-down-Menü mit der Beschriftung Bearbeiten. Aus diesem suchen Sie den Eintrag Neu / Globaler Kurzbefehl / Befehl/Adresse heraus.
  3. Unterhalb von PrintScreen bzw. Bildschirm Drucken erscheint nun ein neuer Eintrag. Geben Sie als Namen zum Beispiel PrintWindow ein und drücken Sie [Eingabe].
  4. Wechseln Sie dann zum Reiter Auslöser und klicken Sie auf den Kurzbefehl Keiner. Als neue Kombination drücken Sie [Strg]+[Druck].
  5. Abschließend geben Sie im Register Aktion den Befehl ksnapshot -c ein, damit KDE das Fenster unter dem Mauszeiger aufnimmt (Abbildung 5).
  6. Sie schließen die Konfiguration über Anwenden ab.

    Abbildung 5: Starten Sie Ksnapshot mit dem Parameter "-c", nimmt das Programm nur das Fenster unter dem Mauszeiger auf. Das macht sich das Tastenkürzel zunutze.

Fortan nehmen Sie Fenster unter dem Mauszeiger über die Tastenkombination [Strg]+[Druck] auf.

Bekannte Shortcuts

Es gibt eine Reihe vorkonfigurierter Shortcuts, die unter KDE mit Vorliebe zum Einsatz kommen und Ihnen die Arbeit erleichtern. Um an ein Kontextmenü zu gelangen, drücken Sie etwa die Taste [Menü], die Sie rechts neben [AltGr] finden. Das ist ein eher unbekannter Hotkey. Wesentlich häufiger nutzen Anwender [Strg]+[Q], um Programme zu beenden. Das erledigt in den meisten Fällen auch das traditionelle [Alt]+[F4]. Wollen Sie nur ein Tab im Browser oder ein Dokument in der Office-Software schließen, genügt ein Druck auf [Strg]+[W].

Leider versagen die eben genannten Kürzel häufig, sobald sich ein Fenster aufhängt. Es gibt dann verschiedene Wege, um dieses dennoch loszuwerden. Über [Strg]+[Esc] rufen Sie die Systemüberwachung auf, welche die laufenden Prozesse in einem grafischen Fenster anzeigt (Abbildung 6). Nicht selten lässt sich der Delinquent anhand seines auffälligen Speicher- oder CPU-Konsums identifizieren. Sie markieren den Prozess und klicken auf Prozess beenden – [Esc] schließt das Fenster wieder.

Noch schneller geht es, wenn Sie das Fenster ohne weitere Rückfragen mit Hilfe von Xkill abschießen. Drücken Sie [Strg]+[Alt]+[Esc] verwandelt sich der Cursor in einen Totenkopf (Kubuntu, OpenSuse 11.3) oder ein Kreuzchen (OpenSuse 11.4). Klicken Sie mit diesem auf das gesuchte Fenster, verschwindet dieses, wobei im Hintergrund der Kill-Befehl zum Einsatz kommt. Verwenden Sie die Tastenkombination erneut, entschärfen Sie die tickende Bombe wieder.

Abbildung 6: Drücken Sie [Strg]+[Esc], um die Prozessverwaltung aufzurufen und einzelne Prozesse per Mausklick zu beenden.

Um sich nach getaner Arbeit vom Desktop oder gar System abzumelden, benutzen Sie die Kombination [Strg]+[Alt]+[Entf], die ein grafisches Menü auf die Arbeitsfläche zaubert (Abbildung 7). Über [Eingabe] melden Sie sich vom Desktop an, [Tab]+[Eingabe] schaltet den Rechner aus und [Tab]+[Tab]+[Eingabe] startet ihn bei Bedarf neu.

Abbildung 7: Ein schnelles Abmelden vom Desktop erreichen Sie gewöhnlich über "Strg-Alt-Entf". Aber Vorsicht: Nach etwa 30 Sekunden führt KDE die gerade ausgewählte Aktion selbstständig aus.

Ordnung in das tägliche Anwendungschaos bringen zudem die virtuellen Arbeitsflächen. Starten Sie regelmäßig zehn Anwendungen parallel, dürften Sie das Problem kennen: Auf einem Desktop ist einfach zu wenig Platz. In diesem Fall teilen Sie Ihre Aufgaben mit Hilfe der virtuellen Arbeitsflächen auf verschiedene Desktops auf und wechseln dann mit [Strg]+[F1],[Strg]+[F2] etc. zwischen diesen Desktops hin und her. Auf einen Desktop legen Sie etwa Ihre Internetanwendungen (Browser und E-Mail), auf den anderen Ihre Office-Programme – das schafft Übersichtlichkeit.

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Infos zum Autor

Kristian Kißling

Kristian Kißling

Wenn Kristian Kißling nicht gerade für die LinuxCommunity schreibt, arbeitet er als Redakteur bei der Zeitschrift EasyLinux und als Chefredakteur für den Ubuntu User. Am liebsten beschäftigt er sich mit Multimedia- und Unterhaltungssoftware im weiteren Sinne und mit neuer Open-Source-Software, die überraschende Fähigkeiten zeigt.

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