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Office verschlüsselt

Geheimdokumente

Texte und Tabellen, die nur Sie lesen können? Dank der in LibreOffice eingebauten Verschlüsselung ist das kein Problem. Setzen Sie dazu ein einziges Häkchen im Speichern-Dialog.

Die eigentliche Anleitung für die LibreOffice-Verschlüsselug ist kurz, denn das Feature ist sehr intuitiv – wir beschreiben in diesem Artikel zusätzlich, was LibreOffice beim Verschlüsseln mit Ihren Daten macht.

Passwort

Um ein LibreOffice-Dokument mit einem Passwortschutz zu versehen, rufen Sie den Menüpunkt Datei / Speichern unter auf. Wie gewohnt tragen Sie einen Dateinamen ein. (Hatten Sie die Datei bereits früher gespeichert, ist das Namensfeld schon ausgefüllt.) Für die Verschlüsselung setzen Sie nun unten das Häkchen vor der Option Mit Kennwort speichern (Abbildung 1). Dann öffnet sich ein kleines Dialogfenster, in das Sie zweimal (in die Felder Passwort eingeben und Passwort wiederholen) das geheime Kennwort eintragen (Abbildung 2).

Abbildung 1: Setzen Sie das Häkchen vor "Mit Kennwort speichern", um ein LibreOffice-Dokument zu schützen.
Abbildung 2: LibreOffice fordert Sie dann auf, zweimal das Kennwort einzugeben.

Beachten Sie dabei, dass Sie künftig in jedem Fall dieses Kennwort benötigen, um die Datei erneut zu öffnen.

Was verschlüsselt LibreOffice?

LibreOffice-Dokumente sind im Grund Zip-Archive, auch wenn sie nicht die Dateiendung .zip haben. Das können Sie leicht überprüfen, indem Sie testweise eine LibreOffice-Datei (egal, ob Text, Tabelle oder Präsentation) erzeugen, im Dateimanager den Dateinamen so ändern, dass er auf .zip endet, und dann diese Datei mit einem Archivprogramm (z. B. Ark) öffnen.

Bei normalen LibreOffice-Dateien sehen Sie dann eine Vielzahl von XML-Dateien, und das gilt auch für passwortgeschützte Dokumente. Das komplette Zip-Archiv wird also nicht verschlüsselt. Dass der Schutz dennoch wirksam ist, merken Sie, wenn Sie versuchen, eine der XML-Dateien zu betrachten: Bei ungeschützten Dokumenten können Sie diese XML-Dateien in einem Texteditor öffnen und sehen dann XML-Quellcode (der ein wenig an den HTML-Quellcode von Webseiten erinnert; siehe Abbildung 3). Nicht so bei einem passwortgeschützten Dokument: Die XML-Dateien enthalten hier nur unentzifferbare Zeichen, die kein System entdecken lassen.

Abbildung 3: Normale OpenOffice-Dokumente sind Zip-Archive, die lesbare XML-Dateien enthalten. Hier ist rechts der Satz aus dem Beispieldokument lesbar.

Betroffen sind nicht nur alle Dateien im Hauptverzeichnis des Zip-Archivs (darunter am wichtigsten content.xml mit dem Textinhalt Ihres Dokuments), sondern auch alle eingebetteten Bilder, die im Unterordner Pictures liegen (Abbildung 4). Somit ist wirklich das gesamte Dokument gegen unbefugte Blicke geschützt. Die einzige Datei im Zip-Archiv, die nicht verschlüsselt ist, ist die Datei manifest.xml im Ordner META-INF, die Informationen über die Verschlüsselung enthält.

Abbildung 4: Vergeben Sie ein Kennwort, verschlüsselt LibreOffice alle XML-Dateien, bevor es sie in das Zip-Archiv schreibt.

Wenn Sie die Abbildungen 3 und 4 genau vergleichen, sehen Sie, dass die jeweils im Zip-Archiv liegenden XML-Dateien in der verschlüsselten Version immer deutlich kleiner als ihre Gegenstücke in der unverschlüsselten Datei sind: Die einzelnen Dateien sind also auch komprimiert (und das Zip-Archiv bewirkt eine zusätzliche Kompression).

Beim Speichern verwendet LibreOffice einen Zufallszahlengenerator, um (mit diversen kryptographischen Tricks) aus dem Kennwort einen 128 Bit langen Schlüssel zu erzeugen. Dieser Schlüssel wird dann verwendet, um mit dem Blowfish-Verfahren [1] die einzelnen XML-Dateien zunächst zu komprimieren und dann zu verschlüsseln. Da also nicht einfach das Kennwort als Schlüssel dient, müssen Zusatzinformationen, die beim Entpacken aus dem Kennwort wieder den Schlüssel generieren können, lesbar in der Datei gespeichert werden – das ist der Grund, aus dem es im Archiv die unverschlüsselte Datei manifest.xml gibt.

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