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© Andrey Bourdioukov, 123rf.com

Mit Android-Handys Offline navigieren

Wegweiser

Die meisten Android-Handys bieten die Möglichkeit, unterwegs ohne Zusatztools als Navigationssystem zu werkeln. Online-Navigationssysteme erzeugen unter Umständen einen hohen Traffic, der vor allem in Ausland teuer werden kann. Offline-Navigation löst das Problem.

Android-Handys sind weit mehr als nur schnöde Telefone: Bei Bedarf werden die Geräte quasi sofort zum vollständigen Navigationssystem. Dafür stehen etliche Programme in Googles Market zur Verfügung. Sie haben die Wahl zwischen Programmen, die kostenlos vertrieben werden, und kommerziellen Vertretern des Genres.

Eine Eigenschaft teilen alle typischen Android-Navigationstools: Nach dem Start stellt die Software via GPS Ihren Standort fest und lädt dann per UMTS den jeweils passenden Kartenausschnitt herunter. Bei Googles Navigator ist die Kartenquelle logischerweise Google Maps. Geben Sie ein Ziel für Ihre Reise an, lädt das Handy erneut mittels mobilem Datennetzwerk alle Daten auf das Gerät, die es zur Berechnung der Route braucht.

Sofern Ihr Mobilfunkvertrag ein Freivolumen enthält, kostet Sie das Herunterladen der Karten in Deutschland über UMTS keinen Cent. Anders schaut die Sache aus, wenn Sie sich im Ausland befinden. Datenroaming ist noch immer ein teurer Spaß, und wer nicht vor dem Urlaub das richtige Datenroaming-Paket dazubucht, riskiert eine saftige Handy-Rechnung. Das heißt aber nicht, dass Sie während Ihrer Reise auf die Navigationsfertigkeiten Ihres Smartphones verzichten müssen: Die Lösung heißt Offline-Navigation.

Offline-Navigation als Alternative

Wenn das Reiseziel fest steht, ist auch klar, welche Karten Sie unterwegs benötigen. Das jeweilige Kartenmaterial laden Sie dann bereits im Vorfeld über das heimische Internet herunter. Unterwegs verwendet das Navigationsprogramm auf dem Smartphone dann diese Karten und lotst Sie so ans Ziel – ganz ohne UMTS-Verbindung und hohe Kosten.

Im Vergleich zu den Online-Navigatoren ist die Zahl der Programme, die mit vorab gespeicherten Karten auf dem Smartphone zurecht kommen, eher klein. Drei Vertreter der Kategorie lernen Sie in diesem Artikel kennen: Navit [1] ist wohl die bekannteste Lösung, kämpft aber mit einigen lästigen Kinderkrankheiten. ZANavi [2] basiert auf Navit und versucht, dessen Fehler zu korrigieren. OsmAnd+ [3] funktioniert im Alltagseinsatz intuitiver, allerdings ist es hier schwieriger, das Gerät wirklich tauglich für den Offline-Einsatz zu machen. Darüber hinaus ist es die einzige kostenpflichtige App im Test, für die moderate 2,99 Euro fällig sind.

Einfache Navigation mit Navit

Navit erhalten Sie kostenlos in Googles Market. Beim ersten Start gibt sich die App sehr karg: Die angezeigte Karte ist leer, das Eingeben einer Route in diesem Zustand nicht möglich. Zum Leben erwecken Sie die App durch das Herunterladen der Map, z. B. für Ihr Heimatland:

  1. Benutzen Sie die Menütaste, um das Kontextmenü des Programms anzuzeigen.
  2. Wählen Sie die Menüoption 1ste Karte herunterladen aus, worauf sich eine Liste der Karten öffnet, die Navit kennt.
  3. Navigieren Sie im Dialog zum Eintrag Ihres Heimatlands und warten Sie nach dessen Auswahl, bis der Download abgeschlossen ist.
  4. Sofern Ihr Gerät die Position per GPS orten kann, erscheint nach einigen Sekunden auf der heruntergeladenen Karte Ihr Standort als grüner Kreis auf dem Display.

Je nach Land bestehen die Maps aus mehreren hundert MByte großen Dateien – entsprechend lang kann deren Download dauern. Darüber hinaus drosselt der Anbieter die Downloadgeschwindigkeit von den Navit-Servern auf etwa 300 KByte/s, was das Herunterladen zusätzlich verlangsamt.

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