Und es hat "Beep" gemacht

Jump & Run: Beep

13.10.2011 Einmal mit einem kleinen Roboter fremde Welten erkunden – genau das ermöglicht Beep. Das Jump-&-Run-Spiel aus dem Hause Big Fat Alien garniert herausfordernde Sprungeinlagen mit kniffligen Physikrätseln und Action-Elementen.

Schon seit langer Zeit zieht ein großes unbemanntes Raumschiff durch das All. Wann immer es in die Nähe eines unbekannten Planeten gerät, baut es in seiner mobilen Roboterfabrik einen kleinen Erkundungsroboter zusammen und schickt ihn auf die Oberfläche. In Beep übernimmt der Spieler die Kontrolle eines dieser Roboter. Der kleine Blecheimer rollt mit seinen gefederten Rädern flink auch über unwegsames Gelände und schwimmt sogar, wenn es denn unbedingt sein muss. Sollte doch einmal ein größerer Gesteinsbrocken im Weg liegen, katapultiert sich der Roboter mit einem kleinen Raketenrucksack gekonnt durch die Luft.

Feuer frei

Der besondere Clou liegt jedoch in der eingebauten Anti-Schwerkraft-Kanone. Mit ihr kann der Roboter Gegenstände auf- und an anderer Stelle wieder ablegen. Auf diese Weise lassen sich nicht nur Hindernisse aus dem Weg räumen, sondern auch Rampen bauen oder Steine als Geschosse gegen Feinde schleudern. Die sind übrigens nicht nur zahlreich, sondern auch gemein: Während einige den Roboter nur den Weg versperren, schießen andere schon von Weitem mit futuristischen Kanonen auf ihn (Abbildung 1). Glücklicherweise ist der kleine Erkundungsroboter nicht ganz wehrlos und kann seinerseits mit einem eingebauten Gewehr zurückschießen. Dessen Munition steht zwar unbegrenzt zur Verfügung, nach 32 Schuss muss man jedoch nachladen, was ein paar Sekunden wertvoller Zeit kostet. Fällt der Roboter in eine tiefe Felsspalte, lässt sich von Felsen zerquetschen oder von Feinden mit Geschossen durchsieben, produziert das Raumschiff automatisch einen neuen Roboter und setzt ihn am letzten, mit einem Fähnchen gekennzeichneten Speicherpunkt ab.

Abbildung 1

Abbildung 1: Während der fischartige Roboter in der Mitte einfach nur stört, schießt der grimmige Kollege zur Rechten sofort aus allen Rohren.

Überall in der Landschaft verteilt – gemeinerweise meist an unzugänglichen Stellen – liegen kleinere und größere Anti-Materie-Bröckchen. Nur wer sie alle eingesammelt hat, schaltet später weitere Planeten zur Erkundung frei. Insgesamt bietet Beep 24 verschiedene Levels auf sechs optisch wie spielerisch abwechslungsreichen Planeten. Beep setzt dabei vollständig auf eine lustige, gezeichnete Comic-Grafik.

Freispiel

Beep ist auf der Hersteller-Webseite [1] für knapp 10 Dollar zu haben, Ubuntu-Benutzer können es mittlerweile auch über das Software Center erwerben. Wer nicht gleich die Katze im Sack kaufen möchte, darf das Spiel mit einer Demoversion antesten. Dazu müssen Sie lediglich das Archiv von der Beep-Homepage herunterladen, es entpacken und die dabei erzeugte Datei RUNBEEP.sh starten. (Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Kasten Installation).

Installation

Um die Testversion von Beep zu installieren, starten Sie Firefox, als Kubuntu-Nutzer greifen Sie zum Browser Rekonq, den Sie im K-Menü unter Anwendungen / Internet / Webbrowser finden. In jedem Fall rufen Sie die Beep-Homepage [1] auf, klicken auf try demo und anschließend auf Gnu/Linux Demo. Speichern Sie die Datei.

Unter Ubuntu 11.04 geht es dann wie folgt weiter:

  1. Aktivieren Sie im Launcher (dem Startmenü auf der linken Bildschirmseite) das zweite Symbol von oben. Es startet jetzt der Dateimanager, in dem Sie in der linken Leiste auf Downloads klicken. Wenn Sie noch den alten Gnome-Desktop nutzen, rufen Sie stattdessen Orte / Downloads auf.
  2. Klicken Sie die Datei BEEP_Linux_Demo.tar.gz mit der rechten Maustaste an. Aus dem Kontextmenü wählen Sie Hier entpacken.
  3. Doppelklicken Sie auf das Ordnersymbol BEEPDemo. Ein weiterer Doppelklick auf die Datei RUNBEEP.sh und ein einfacher Klick auf Ausführen starten das Spiel.

Unter OpenSuse und Kubuntu gehen Sie wie folgt vor:

  1. Klappen Sie das K-Menü auf, wechseln auf das Register Rechner und klicken Sie dort auf Persönlicher Ordner.
  2. Im neuen Fenster klicken Sie auf Downloads und dann mit der rechten Maustaste auf die Datei BEEP_Linux_Demo.tar.gz. Aus dem Kontextmenü wählen Sie den Punkt Extract Archive Here (bzw. Archiv hierher auspacken).
  3. Klicken Sie auf das Symbol des neuen Verzeichnisses BEEPDemo und anschließend auf RUNBEEP.sh.

Um Beep später wieder loszuwerden, löschen Sie einfach das Unterverzeichnis BEEPDemo und die Archivdatei BEEP_Linux_Demo.tar.gz.

Nach dem Start des Spiels landen Sie automatisch in einem bunten Hauptmenü. Dort stehen Ihnen drei Speicherplätze namens a, b und c zur Verfügung. Beep merkt sich Ihren Spielfortschritt automatisch unter dem gewählten Buchstaben. Sie können also jederzeit das Spiel unterbrechen und dann später in dem Level weiterspielen, in dem Sie aufgehört haben. Entscheiden Sie sich spontan für den Spielstand a. Da Sie noch kein Spiel gespeichert haben, startet automatisch ein neues.

Erste Schritte

Sie finden sich jetzt in einem Planetensystem wieder. Die kleine Rakete mit der Beep-Fabrik steuern Sie über einen Mausklick. Dazu fahren Sie mit dem Mauszeiger an den Punkt, zu dem die Rakete fliegen soll und halten dann die linke Maustaste gedrückt. Suchen Sie mit dieser Methode jetzt einen Planeten, der eine bunte Seite hat (wie der aus Abbildung 2). Er läuft auf der äußeren Kreisbahn. Fliegen Sie zu dem Kreis mit der Zahl. Es erscheint dann der Schriftzug deploy. Sobald Sie ihn anklicken, sendet die Rakete einen Roboter auf die Planetenoberfläche.

Abbildung 2

Abbildung 2: In diesem Planetensystem wählen Sie den nächsten zu spielenden Level aus. Bereiche mit einem Schlosssymbol müssen Sie erst freispielen.

Sobald der Roboter gelandet ist, bewegen Sie ihn über die Tasten [A] und [D]. Mit [W] springt er in die Luft. Geschieht das während des Fahrens, fliegt er einen kleinen Bogen, Sie können ihn dann sogar noch in der Luft steuern. Wenn Sie die Maus bewegen, erscheint ein Fadenkreuz. Mit ihm nehmen Sie Gegner oder Gegenstände ins Visier. Letztere "greift" der Anti-Gravitationsstrahl, den Sie über die rechte Maustaste aktivieren. Wenn Sie dabei die Maus bewegen, folgt ihr der Gegenstand. Mit der linken Maustaste feuern Sie einen Schuss ab. Ist die Munition verbraucht, lädt ein Rechtsklick auf den Roboter nach.

Fazit

Die einzelnen Level sind abwechslungsreich, herausfordernd und durchdacht gestaltet. In genau der richtigen Mischung wechseln Geschicklichkeitsprüfungen (Abbildung 3), actionreiche Szenen und Physikrätsel. Die niedliche 2D-Grafik verzichtet auf Gewalt und Blut. Somit würde sich Beep eigentlich auch für Kinder empfehlen. Die ziemlich gewöhnungsbedürftige und teilweise etwas fummelige Steuerung treibt jedoch den Schwierigkeitsgrad in die Höhe. Insbesondere zündet der kleine Roboter seinen Raketenrucksack mit so viel Elan, dass er sich teilweise nur mit etwas Glück auf kleine Vorsprünge retten lässt. Darüber hinaus trifft man insbesondere in den Höhlen hin und wieder auf nicht einsehbare Abgründe. Hier hilft dann nur, den Aufbau des Levels auswendig zu lernen.

Abbildung 3

Abbildung 3: Diese freischwingenden Klötze muss der Roboter geschickt überspringen.

Unter dem Strich ist Beep ein solides Jump-&-Run-Spiel ohne Ecken und Kanten, das mit witziger Comic-Grafik begeistert, allerdings auch mit einer etwas fummeligen Steuerung den Einstieg erschwert. Ob Sie dafür 10 Dollar ausgeben möchten, können Sie anhand der Demoversion entscheiden.

Beep

Bezugsquelle: http://www.bigfatalien.com/BEEP/
Entwickler: Big Fat Alien
Lizenz: kommerziell
Preis: 10 Dollar
Voraussetzungen: Aktuelle Linux-Version mit aktivierter 3D-Grafik, 2 GB RAM
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