Synkron

Die Anforderungen an eine Backup-Software geht weit über das bloße Synchronisieren zweier Verzeichnisse hinaus. Beispielsweise hortet fast jeder Benutzer in seinem persönlichen Ordner Dateien, die er zwar braucht, die aber nicht zwingend ins lokale Backup gehören. Synkron tritt an, um Probleme wie dieses zu lösen.

Datensynchronisierung mit Synkron

Synkron [#] fand seinen Ausgangspunkt darin, die Inhalte von zwei Ordnern zu synchronisieren. Dass ein brauchbares Backup-Tool mehr können muss, als das, fiel den Entwicklern bald auf. Sie sehen Synkron (Abbildung #) zwar nicht vorrangig als Backup-Werkzeug, sind sich aber der Tatsache bewusst, dass das Programm hier seinen häufigsten Einsatzzweck hat. Der K im Namen verrät, dass sich die Software vornehmlich auf KDE-Desktops zuhause fühlt; sie arbeitet aber auch problemlos unter Gnome.

Abb. #: Synkron gibt Ihnen die Möglichkeit, die Inhalte zweier Ordner schnell und unkompliziert miteinander abzugleichen. Das Programm arbeitet aber optional auch als Backup-Werkzeug.

Nach dem Programmstart wählen Sie im Fenstern zwei Ordner an. Ein Klick auf Sync startet das Synchronisieren der Ordner – und zwar sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Sie haben auch die Möglichkeit, mehrere Verzeichnisse in einem Programmfenster zu verwalten, denn das Tool beherrscht die Anzeige verschiedener Ordner in Form von Tabs.

MultiSync

Hinter dem Begriff MultiSync verbirgt sich eine weitere pfiffige Funktion. Synkron kann nämlich durchaus mit mehr als zwei Ordnern zur gleichen Zeit umgehen. Im MultiSync-Modus geben Sie verschiedene Ordner an, deren Inhalte Synkron zusammenfassen soll. Sie geben lediglich die Quell-Ordner sowie das Zielverzeichnis an, und überlassen dem Programm den Rest der Arbeit. Wenn Sie lieber auf Nummer sicher gehen, bietet das Werkzeug auch einen Analyse-Modus. In diesem fahndet es nach Dateinamen, die kollidieren, und ähnlichen Problemen. Bei Dateikollisionen fragt der Dateikopierer nach, wie er damit umgehen soll.

Eingebauer Scheduler

Synkron kommt mit einem eingebauten Zeitplaner. Dieser ermöglicht es Ihnen, das Programm als echtes Backup-Werkzeug einzusetzen. Denn dank dieser Funktion planen Sie den Abgleich zweier Verzeichnisse jeweils zu festen Terminen. Indem Sie zum Beispiel das Programm anweisen, jeden Abend um 18:00 Uhr den Inhalt von /home/Benutzername/ nach /mnt/Backup zu synchronisieren, sorgen Sie täglich für eine frische Datensicherung. Um eine inkrementelle Sicherung handelt es sich hierbei auch noch. Wenn Sie also erst nach einer Synchronisierung darauf kommen, dass Sie eine Datei des Backups benötigt hätten, hilft Synkron Ihnen aus der Patsche.

Blacklists und Filter

Die Synkron-Entwickler haben übrigens auch an diejenigen gedacht, die beim Synchronisieren möglicherweise bestimmte Dateien auslassen wollen. Für diesen Zweck bietet das Programm die Möglichkeit, Blacklists anzulegen, in denen Dateien ausdrücklich ausgenommen werden. Darüber hinaus gibt es auch eine Filter-Option: Hier legen Sie auszuklammernde Dateien durch bestimmte Namensmuster fest.

Das meint die Redaktion

Synkron ist ein nützliches Werkzeug, um die Inhalte von Ordnern miteinander abzugleichen. Außerdem zeigt das Programm Anflüge einer Backup-Applikation. Dank der Funktion für inkrementelle Datensicherung, die über den Restore-Mechanismus realisiert ist, gehen keine wichtigen Daten verloren.

Bewertung

5 von 5 Sternen

VLC

Der Video LAN Client, kurz VLC, gilt gemeinhin als multimediale Allzweckwaffe auf Linux-Systemen. Allgemein herrscht die Meinung, dass es wesentlich schwieriger sei, ein von VLC nicht unterstütztes Video-Format zu finden, als eines, mit dem der auf freier Software basierende Player umgehen kann. Tatsächlich liest sich die Liste der unterstützten Formate beeindruckend. Und für seine gesamte Formatvielfalt benötigt VLC im Gegensatz zu manch anderem Video-Player nicht einmal einen Haufen verschiedener Codec-Pakete – die Unterstützung für die allermeisten Video-Formate bringt der Player selbst mit.

Sicherheitsupdates

Gleich mehrere VLC-Releases (Abbildung #) haben in den letzten Wochen das Licht der Welt erblickt. Es handelte sich dabei ausnahmslos um Verbesserungen am VLC-1.1-Zweig, dem aktuellen Maintenance-Strang von VLC [#]. Auffällig ist, dass fast alle Versionen, immerhin 5 an der Zahl, sicherheitsrelevante Updates enthalten.

Abb. #: Der Video-Player VLC hat in den letzten Wochen diverse Updates bekommen. Fast immer handelte es sich um sicherheitskritische Bugfixes, so dass ein Update dringend angezeigt ist.

Damit wird deutlich, dass das noch vor wenigen Jahren für ein Nischenproblem gehaltene Szenario, über manipulierte Multimediadateien den Absturz des Players zu verursachen oder gar fremden Code auf der Maschine auszuführen, mittlerweile ein durchaus ernstzunehmendes Risiko darstellt. Die sicherheitskritischen Meldungen ziehen sich durch die typischen Videoformate sämtlicher Plattformen, sei es Windows, Mac OS oder Linux. Anwender sollten schon aus diesem Grund die jeweils aktuellste VLC-Version einsetzen.

Bessere Integration in Audio-Systeme

Abseits der Sicherheitsupdates spendierten die VLC-Entwickler ihrem Baby aber in regelmäßigen Abständen auch neue Funktionen. In Version 1.1.6 sowie in der zum Redaktionsschluss aktuellen Version 1.1.11 flossen viele Neuerungen für das Sound-System PulseAudio ein. PulseAudio verwenden praktisch alle aktuellen Linux-Distributionen zur Wiedergabe von Audiosignalen. Es handelt sich dabei um ein Framework, das die Zugriffe auf die Soundkarten steuert und koordiniert. So verwendet unter anderem das KDE-eigene Multimedia-System im Hintergrund PulseAudio. Der Vorteil: PulseAudio ist Open-Source-Software; es bietet Entwicklern eine direkte Schnittstelle auf Quelltext-Ebene, um das Optimum in Sachen Tonwiedergabe aus einem Medium herauszuholen. Laut Aussage der VLC-Entwickler nutzt VLC 1.1.11 die PulseAudio-Funktionen viel besser aus, als seine Vorgängerversionen.

Broadcasting-Playlisten ab Werk

In VLC 1.1.6 haben die Entwickler den Funktionsumfang von VLC um eine eigene Playliste für den Dienst MetaChannels.com erweitert. MetaChannels ist so etwas wie eine große Suchmaschine für Videoinhalte. Über die MetaChannels-Liste erhalten VLC-Anwender so Zugriff auf die Video-Streams von mehr als 1000 verschiedenen Sendestationen. Die meisten davon senden allerdings in Englisch.

Sprachupdates und eine neue Lizenz

In den letzten VLC-Versionen haben die Entwickler immer wieder darauf hingewiesen, dass die Lokalisierungsdateien für diverse Sprachen verbessert wurden. Einige Male betraf das auch die Datei für die deutsche Sprache. Im Rahmen solcher Updates korrigieren Entwickler üblicherweise Übersetzungsfehler – sollte Ihnen bei VLC kürzlich eine falsche Übersetzung begegnet sein, stehen die Chancen gar nicht schlecht, dass diese bereits repariert ist.

Eine weitere Neuerung hat bei VLC übrigens in den letzten Wochen für viel Wirbel gesorgt, obwohl sie sich auf das Programm gar nicht unmittelbar auswirkt: VLC wird in absehbarer Zeit seine Lizenz ändern. Derzeit nutzt VLC die GNU General Public License. Die gilt zwar als die Paradelizenz im Hinblick auf freie Software, sorgt allerdings für einige Einschränkungen, die es verbieten, proprietäre Software mit VLC zu verbinden. Der Zugang zu diversen proprietären Produkten blieb VLC dadurch bisher verwehrt. Durch den Schwenk der Lizenz möchten die VLC-Entwickler ihrem Schützling die Möglichkeit geben, sich noch weiter zu verbreiten. Somit ist durchaus denkbar, dass VLC künftig auch in kommerziellen Produkten zum Einsatz kommt. Allerdings haben sich die Entwickler mit diesem Projekt eine Mammutaufgabe aufgehalst: Um die Lizenz wechseln zu können, brauchen sie die implizite oder explizite Zustimmung von jeder Person, die bisher etwas zu VLC beigetragen hat. Wie lange es dauert, diese Einverständnisse zusammen zu tragen, muss sich erst herausstellen.

Das meint die Redaktion

VLC ist ein Juwel, der mit jeder Version noch ein bisschen schöner wird. Viele sicherheitsrelevante Aktualisierungen lassen das Update auf die aktuellste Version ohnehin sinnvoll erscheinen, die Verbesserungen der Sprachdateien sowie diverse kleine und mittelgroße Korrekturen im Hinblick auf Stabilität tragen ihr Übriges zum guten Ruf der Software bei.

Bewertung

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