Neue Software

In dieser Ausgabe: ClipGrab, HandBrake, Inkscape, KMediaFactory, Licq, Luminance-HDR, Synkron, VLC, Tor-Browser-Bundle, TrueCrypt.

13.10.2011
Im Quartalsrhythmus erscheinen viele Programme in neuer Version. Eine Auswahl stellen wir regelmäßig vor, und auf der Heft-DVD finden Sie die passenden Pakete und Installationshinweise.

ClipGrab

Videoportale wie YouTube gehören untrennbar zum Web 2.0. Ein wesentliches Element dieser Dienste im Kampf um die Gunst der Benutzer ist, dass sie es nicht ohne Weiteres ermöglichen, die eingebetteten Clips herunterzuladen. Abhilfe schafft das kleine Programm ClipGrab.

Technisch spricht dabei eigentlich überhaupt nichts dagegen, Videos auf den Rechnern der Benutzer zu speichern. Heruntergeladen werden die meist in Flash-Containern versteckten Dateien vom Browser beim Betrachten ja ohnehin. Es fehlt lediglich eine Option, die Videodatei tatsächlich zu speichern.

Das kleine Werkzeug Clipgrab (Abbildung #) macht damit Schluss und ermöglicht es Ihnen, Videos per Mausklick aus YouTube & Co. auf die heimische Platte zu holen.

Abb. #: ClipGrab lädt Videos unter anderem von YouTube herunter und speichert sie auf der Festplatte. Auf Wunsch konvertiert das Programm sie sogar in ein anderes Format.

Installation

Die Installation des Tools ist etwas umständlich: Über die Projektseite [#] gelangen Sie zu einem Link namens Kostenlos herunterladen, über den Sie die Software als BZ2-Archiv herunterladen. Darin findet sich die Datei namens clipgrab-"Version". Bevor Sie das Skript starten, geben Sie ihm die notwendigen Rechte. Klicken Sie dafür in Dolphin mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie im Kontextmenü Eigenschaften. Setzen Sie jetzt hinter Ausführbar einen Haken. Danach startet ein Klick auf das Icon die Software.

Video-Downloads per Suche

Im Tabulator Suchen durchsuchen Sie YouTube nach Videos, ohne die Seite separat im Browser zu öffnen. In der Rubrik Downloads geben Sie URLs von YouTube-Videos ein. Über das Menü Einstellungen legen Sie generelle Details zum Programmverhalten fest. So geben Sie hier den Ordner an, in dem ClipGrab geladene Videos ablegt.

Die Suche funktioniert ausgezeichnet; ein Quercheck der ClipGrab-Resultate mit den Website-Resultaten zeigte praktisch identische Ergebnisse. Wenn Sie in der Suche das gewünschte Video gefunden haben, klicken Sie darauf, worauf die Software den Link zum Clip in der Rubrik Downloads anzeigt. Dass die Entwickler mitgedacht haben, beweist z. B. die Auswahl an unterschiedlichen Qualitäten, in denen YouTube-Videos verfügbar sind: Meistens stehen die Videos in 240p- und 320p-Qualität bereit, seltener in HD. Über ein Drop-down-Menü wählen Sie aus, welche Version Sie herunterladen möchten.

Im Feld Format stellen Sie ein, in welches Format ClipGrab das Video konvertieren soll, bevor es die Datei auf der Platte speichert. Zur Auswahl stehen WMV, OGG, MP3 sowie MPEG4. Danach starten Sie den Download mit einem Klick auf Dieses Video herunterladen. Im Test funktionierte sowohl der Download der YouTube-Videos als auch deren anschließende Konvertierung ins MPEG2-Format problemlos.

Die Redaktion meint

ClipGrab erledigt eine recht einfache Aufgabe mit einer hübschen grafischen Oberfläche. RPM- und DEB-Pakete wären wünschenswert, um die Installation und die Handhabung zu erleichtern. Denn selbst, wenn das Programm einmal läuft, fehlen noch immer die üblichen Annehmlichkeiten wie Links im K-Menü oder auf dem Desktop.

Bewertung

4 von 5 Sternen

HandBrake

Wenn Sie ein portables Unterhaltungsgerät von Apple besitzen, wissen Sie sicher auch, dass grundsätzlich alle iOS-Geräte in der Lage sind, hochauflösende Videos im H264-Format wiederzugeben. Allerdings ist die Liste der übrigen unterstützten Formate eher kurz – und auch, wenn ein Video im H264-Format vorliegt, heißt das noch lange nicht, dass iPad & Co. es problemlos wiedergeben. HandBrake sorgt für Abhilfe.

Das Tool vereint in einer grafische Oberfläche gut ein Dutzend verschiedener Kommandozeilen-Werkzeuge aus dem Video- und Audiobereich. Wer für einen spezifischen Zweck ein Video in einem bestimmten Format braucht, soll es mit dieser Software erstellen können. So weit die Theorie – wie sieht es mit der Praxistauglichkeit eines Programms aus, das den Namen "Handbremse" gewählt hat?

Installation und Start

HandBrake (Abbildung #) steht in den Repositories aller gängigen Distributionen zum Download bereit. Sie installieren das Programm mit der Paketverwaltung Ihrer Distribution. Die neueste Version der Software finden Sie auf der Heft-DVD, die Sie ebenfalls mit Ihrer Paketverwaltung als Paketquelle einrichten. Das Programm steht als Kommandozeilen- und GUI-Variante bereit, das Paket Paket handbrake-gtk enthält die Version mit grafischer Oberfläche.

Abb. #: HandBrake ist ein Tausendsassa in Sachen Videokonvertierung. Wenn Sie ein Video zur Wiedergabe auf iPhone, iPod oder anderen Apple-Geräten brauchen, werden Sie mit HandBrake zuverlässig glücklich.

Nach dem Start besteht der erste Schritt darin, via Source eine Quelldatei auszuwählen. HandBrake unterstützt sowohl Videodateien als auch die Anwahl eines DVD-Laufwerks oder eines auf die Platte kopierten DVD-Verzeichnisses. Wenn Sie HandBrake [#] eine DVD als Ziel vorgeben, scannt es automatisch dessen Menü und gibt Ihnen die Gelegenheit, nur spezifische Kapitel in ein anderes Format umzuwandeln.

Vordefinierte Profile

Im nächsten Schritt stellen Sie das Ausgabeformat des Videos ein. Hier punktet HandBrake mit seinen vordefinierten Profilen, die Sie im rechten Teil des Fensters finden. Es enthält Konfigurationsprofile für nahezu alle aktuellen Player von Apple. Dazu gehören die iPods und iPhones 1--4, sämtliche iPads sowie beide Generationen von Apples eigener TV-Lösung Apple-TV. Nach Auswahl des passendes Geräts setzt HandBrake sämtliche Einstellungen für das Zielvideo so, dass es sich problemlos darauf wiedergeben lässt. Üblicherweise scheitern Videos im falschen Format bereits auf dem Weg ins Gerät, weil sich iTunes dann weigert, sie als Video zu akzeptieren. Bei mit HandBrake konvertierten Videos klappte der Import in iTunes im Test hingegen tadellos.

Auch wenn keine Apple-Geräte zum Einsatz kommen, erweisen sich die Profile als wertvolle Hilfe. Mittels des Normal- und High-Profile-Profile erzeugen Sie z. B. Videos in einem Format, das auch Sonys Playstation 3 anstandslos abspielt.

Feintuning

Wenn Sie anstelle der fertigen Profile lieber selbst das Videoformat bestimmen möchten, lädt HandBrake Sie dazu mit einer Fülle von verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten ein. Das Programm dient dann einfach als sehr mächtiger Videokonverter, der aus nahezu jedem Quellformat Videos in verschiedenen Zielformaten erzeugt, wahlweise in normaler oder HD-Auflösung. Sämtliche Optionen erreichen Sie über die Reiter Video, Audio, Subtitles und H.264.

Auf die Plätze, fertig, los

HandBrake beginnt mit dem Konvertieren der ausgewählten Quelldatei nach einem Klick auf den Button Start. Das Programm besitzt eine interne Warteschlange für die Aufträge, die es nacheinander abarbeitet. So können Sie die Konvertierung mehrerer Videos planen und den Rechner verlassen, während dieser die ihm aufgetragene Aufgabe erledigt. Das ist übrigens durchaus ratsam: Gerade ältere Systeme bringt die Software ans Limit, weil es sämtliche Systemleistung beansprucht. Über Show Queue informieren Sie sich über den Status der aktuellen Aufträge. Im Activity Window sehen Sie darüber hinaus, was genau HandBrake gerade tut.

Die Redaktion meint

HandBrake ist ein mächtiger Videokonverter, der sich dank der integrierten Profile auch für ungeübte Anwender eignet. Allerdings steht die Programmoberfläche derzeit nur in englischer Sprache bereit. Übrigens: Praktisch alle Distributionen verteilen eine aktuellere Version von HandBrake als die von den Entwicklern offiziell freigegebene.

Bewertung

4 von 5 Sternen

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