Effizienter arbeiten mit Gimp

Anwendertipps und kleine Kniffe zu Gimp

13.10.2011
Die hier aufgeführten Tipps und Tricks bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Wir zeigen Ihnen nützliche Kniffe zum Einsatz des Abwedeln-Werkzeugs und des Journaldialogs. Sie erfahren, wie Sie einen Bleistifteffekt umsetzen und die Farbpipette außerhalb von Gimp verwenden.

Tipp: Bildbereiche nachträglich aufhellen

Erinnern Sie sich: Wie oft haben Sie beim Fotografieren schon den Aufhellblitz vergessen? Oder generell ein paar Bildbereiche nicht optimal ausgeleuchtet? Klar, nicht immer haben Sie als Fotograf Einfluss auf die Ausleuchtung des Motivs. In solchen Fällen bietet sich das Werkzeug Abwedeln / Nachbelichten als idealer Begleiter an. Im Tipp erfahren Sie, wie Sie mit Hilfe dieser Funktion zu dunkel geratene Bereiche nachträglich aufhellen. Das Werkzeug rufen Sie über den Menüeintrag Werkzeuge / Malwerkzeuge / Abwedeln/Nachbelichten auf. Schneller geht es jedoch über [Umschalt]+[D] oder über einen Mausklick auf das entsprechende Symbol im Werkzeugkasten. Machen Sie sich vor dem Einsatz des Tools zunächst mit seinen zahlreichen anwendbaren Optionen vertraut, die Sie im selben Dialogfenster finden.

Um Bildbereiche aufzuhellen, wählen Sie im ersten Schritt im Bereich Typ die Option Abwedeln. Danach entscheiden Sie sich weiter oben für einen geeigneten Pinsel. Die Wirkung des Abwedlers hängt stark von Art und Größe der gewählten Pinselspitze ab. Je größer die Skalierung, desto großflächiger fällt auch die Helligkeitsveränderung aus. Wir empfehlen Ihnen, für den Abwedler eine Pinselspitze mit unscharfen Rändern (Fuzzy) zu verwenden. Dann ist die Wirkung in der Mitte am stärksten und zum Rand hin leicht abgeschwächt.

Im Abschnitt Umfang stehen drei Modi bereit, welche die Wirkungsweise des Abwedeln-Werkzeugs beeinflussen. Die Auswahl Schatten ist ideal, um dunkle Bildbereiche aufzuhellen. Nutzen Sie die Option Mitten, um die Anwendung vor allem auf weniger dunkle Bildbereiche zu beschränken. Möchten Sie bevorzugt helle Bildbereiche akzentuieren, steht der Schalter Glanzlichter bereit. Der Schieberegler für die Belichtung steuert die Stärke der Werkzeugwirkung – er steht standardmäßig auf 50. Beim Abwedler bedeutet ein hoher Wert eine starke Aufhellung. Beginnen Sie einen Korrekturvorgang mit möglichst niedrigen Werten und steigern Sie diese nur bei Bedarf.

Die Handhabung ist ansonsten relativ einfach: Über [Z] und die linke Maustaste zoomen Sie in den zu korrigierenden Bildbereich hinein, bevor Sie das Abwedeln-Werkzeug aufrufen. Haben Sie es aktiviert, bewegen Sie die Maus bei gedrückter linker Maustaste entlang der zu bearbeitenden Bildstelle. Sie sehen sofort, dass das Werkzeug auf dem Bild eine Spur hinterlässt. Idealerweise wenden Sie es mit Hilfe kreisender Bewegungen auf das Bild an. Je öfter Sie mit dem Tool über die gleiche Bildstelle fahren, desto stärker hellt es diesen Bereich auf. Das Abwedeln-Werkzeug eignet sich sehr gut, um Schattenpartien aufzuhellen oder Schatten komplett aus dem Bild zu retuschieren. Die im Dialogfenster vorgenommenen Einstellungen speichern Sie jederzeit für den späteren Bedarf. Klicken Sie hierzu im unteren Dialogbereich auf das Symbol Einstellungen speichern als ganz links und vergeben Sie einen passenden Namen.

Tipp: Bleistifteffekt mit Gimp

Nicht nur im 19. Jahrhundert waren Bleistiftzeichnungen beliebt. Auch heute noch greift so mancher Künstler gern zu diesem Zeichengerät. Gehören Sie jedoch zu den Menschen, denen das Zeichnen nicht im Blut liegt, zeigen wir Ihnen, wie Sie auf Farbfotos einen fast realistischen Bleistifteffekt wie in Abbildung 1 erhalten.

  1. Öffnen Sie ein Foto Ihrer Wahl über das Bildmenü Datei / Öffnen ([Strg]+[O]).
  2. Mit dem Entsättigen-Werkzeug wandeln Sie die Farben in Graustufen um. Rufen Sie hierzu den Menüpunkt Farben / Entsättigen auf. Es öffnet sich ein Dialogfenster. Aktivieren Sie im Bereich Grauwert bestimmen nach die Option Leuchtkraft. Klicken Sie abschließend auf Ok.
  3. Erstellen Sie nun eine Kopie der aktuellen Ebene. Klicken Sie hierzu auf das entsprechende Symbol unterhalb des Ebenenstapel-Dialogs. Alternativ rufen Sie die Funktion über das Bildmenü Ebene / Ebene duplizieren auf.
  4. Dann lassen Sie Gimp über Filter / Kanten finden / Kanten die Konturen der oberen Ebene erkennen. Wählen Sie als Algorithmus die Option Sobel, als Menge den Wert 1.0 und ganz unten die Option Verwischen.
  5. Über Farben / Invertieren kehren Sie dann die Farbwerte der oberen Ebene um. Das Bild sieht nun häufig bereits wie eine Bleistiftzeichnung aus.
  6. Optional ändern Sie noch den Modus der aktiven Ebene auf Abwedeln, falls Ihnen diese Version besser gefällt.
  7. Abhängig vom gewählten Motiv erscheint der Effekt mehr oder weniger stark ausgeprägt. Um ihn zu verstärken, duplizieren Sie abermals die oberste Ebene, wie in Schritt 3 beschrieben. Diesmal wählen Sie als Modus für die neu erstellte Ebenenkopie die Option Nachbelichten aus.
  8. Damit die Kanten etwas weicher wirken, aktivieren Sie die unterste Ebene im Ebenenstapel und rufen den Gaußschen Weichzeichner (Filter / Weichzeichnen / Gaußscher Weichzeichner) auf. Abhängig vom Motiv sollte der Wert für den Weichzeichnerradius zwischen 1 und 3 liegen.

Meist erhalten Sie nicht auf Anhieb die perfekte Bleistiftzeichnung. Experimentieren Sie ein wenig mit den Kanteneinstellungen. Wählen Sie etwa LaPlace als Algorithmus und einen höheren Wert für die Menge. Beobachten Sie, ob Sie so ein besseres Ergebnis erzielen.

Abbildung 1: Aus Farbfotos erstellen Sie mit Hilfe der Ebenenmodi in Gimp relativ einfach tolle Bleistiftzeichnungen.

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